Mexico und Mittelamerika. 64 L
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Die Regierung zu Washington wollte aber keinen Frieden, bevor nicht Mexico voll-kommen zu ihren Füßen liege. Der abgeschlossene Waffenstillstand wurde nicht rati-ficirt, und die Occupakionsarmee erhielt Befehl vorwärtszurücken gegen Tampico, dieHauptstadt der Provinz oder des Staats Tamaulipas. Bereits zu Victoria hörtewan, daß sich die Stadt am 14. Nov. 1846 an Commodorc Conner übergeben habe.
Santana schien nach der Rückkehr in sein Vaterland in der That zum Friedengeneigt. Er fand aber die Mexicaner gegen die »ordamerikanische Union so feind-lich gestimmt, die kriegerische Strömung war in solcher Weise über das ganze Landergossen, daß der neue Präsident, welcher seine Schwäche erkennen mochte, mit ihrfortgerissen wurde. Im December 1846 hatte Santana bereits eine Armee von20000 Mann zu San-Luis Potosi, der Hauptstadt der Provinz gleichen Namens,versammelt, mit welcher er nordwärts zum Nio Grande gegen Taylor vorrückte. In^lngostura, d. i. im Engpässe der Sierra Madre,' stieße» die beiden Heere aufeinan-der, und nach einer zweitägigen blutigen Schlacht (22. und 23. Febr. 1847) muß-wn die Mexicaner den Rückzug antreten. Diese Schlacht von Angostura oder Buena-^'sta, wie sie auch nach einem nahen Mcierhose genannt wird, gereichte der Einsicht"es Generals Taylor und der Tapferkeit der neuen amerikanischen Truppen zum3"vßen Ruhme. Die Mexicaner, obgleich in einer trefflichen Position und ihren Fein-den an Truppenzahl überlegen, wurden infolge dieser Entscheidungstage gezwungen,üch allenthalben zurückzuziehen und ihre nördlichen Provinzen den Angelsachsen zu"verlassen.
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Um dem Kriege ein schnelles und glänzendes Ende zu bereiten — die Unionwollte der Welt zeigen, daß sie auch allen kriegerischen Ereignissen gewachsen sei —A"'d zu Washington beschlossen, eine neue Armee unter General Scott auszurüsten.
sollte über Veracruz in das Herz der mexikanischen Union eindringen und sich"r Hauprstadt selbst bemächtigen. Die kleine Insel Lobos, gegen 30 deutsche Mei-von Veracruz entfernt, wurde zum Sammelplatz erkoren, wohin 163 Transport-schiffe Truppen, Munition und das ganze Kriegszeug brachten. Am 0. März 1847anbete Scott in der Nähe von Veracruz. Die zu Wasser und zu Lande angegriffener- tapfern Widerstand; Fort und Stadt mußten sich aber endlich doch,
als keine Hülse herbeikam, mittels Eapitulation (26. März) ergeben. Die Amerikanerfanden hier 400 Kanonen, Gewehre und anderes Kriegsgeräth in Masse. Die zahl-"eichen Gefangenen wurden auf Ehrenwort entlassen.
Nachdem noch einige andere Häfen südlich von Veracruz genommen waren, zogeneral Scott geradenwegs gegen die Hauptstadt. Bei Cerro-Gordo (17. und 18.Pril 1847) wurden die Mexicaner nochmals niit großem Verlust zurückgeschlagen,antana und General Ampudia selbst, welche in der Schlacht gegenwärtig waren,"Nuten der Gefangenschaft nur mit großer Anstrengung entgehen. Die Amerikaner^nngen nun ungehindert zu den mcxicanischen Hochlanden empor. Jalapa, Perots,i-"^ia und andere Orte, wo sie große Beute machten, sielen ohne Schwertstreich inäs- Hände. Von Pucbla aus, wo eine starke Garnison zurückgelassen wurde, zogEneral Scott (7. Aug. 1847) mit blos 10000 Mann gegen das berühmte Thalc^vwos, wo man einem eindringenden Feind leicht die größten Hindernisse und Ge-hren bereiten kann. Vor 328 Jahren kam Hernan Cortez in demselben Monateauf derselben Straße herbeigezogen, um mit seinem kleinen Häuflein den größ-""d blühendsten Staat der Neuen Welt seinem undankbaren Vaterlande zu un»sh^Erfen. So lange auch der Zwischen räum, so verschieden auch alle Verhältni ssenje'..fv gleichen sich doch Cortez und Scott darin, daß sie Beide mit einer verhält-äiel ^^'3 kleinen Truppenzahl große unkriegerische Massen zu Boden warfen und ihrden vollkommen erreichten. Im Thale und rings um die Stadt waren jetzt nebenHe, ""Brüchen Bollwerken eine Menge künstlicher errichtet, welche das mexikanischewenigstens 30000 Mann vertheidigte. Die Amerikaner rückten kühnenyes <mf Südstraße herbei, gewannen die Treffen und Schlachten von Cvn»Gegenwart. XI. 41