Merico und Mittelamerika.
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Von Euadclupe-Hidalgo erließ Santana ein Umlaufschreiben, worin er denGouverneuren der verschiedenen Staaten die Einnahme der Hauptstadt meldete undverordnete, der Congrcß möge sich zu Querctaro versammeln, welche Stadt zuiti Re-gierungssitz erhoben sei. Zugleich legte er die Präsidcntenstelle nieder, worauf dererste Richter am obersten Gerichtshöfe des Landes, Senor Pena y Pena, der Ver-fassung zufolge an die Spitze der Regierung trat. Santana verließ jetzt Euadclupe,in der Absicht einzelne Heerhaufcn der Amerikaner zu überfallen, um ihnen Nieder-lagen zu bereiten. Vergebens! Unfern Puebla ward er (9. Oct. 1847) nochmalsgeschlagen, und seine Laufbahn nahte sich, vorderhand wenigstens, rasch ihrem Ende.Keine Ruhe ward ihm mehr gegönnt; er mußte flüchten von Ort zu Ort, um nichtden nachsetzenden Amerikanern in die Hände zu fallen. Dieses elenden schamvollenLebens müde, sandte er (1. Febr. 1848) auch als General seine Entlassung ein undbat um Passe, um sich ins Ausland zu begeben. Zu gleicher Zeit schrieb er anGeneral Scott, „er gedenke das undankbare Mexico zu verlassen und im fremdenLande die Ruhe zu suchen, welche ihm die Heimat niemals zu geben vermocht".Die Mexicaner und Amerikaner gewährten ihm das Gesuch. Santana schiffte sichnun (5. April 1848) mit seiner ganzen Familie, einem zahlreichen Gefolge undgroßen Reichthümern nach Jamaica ein, von wo aus er die Wandlungen und Wirrenleines Vaterlandes mit aufmerksamem Auge betrachtete, eine Gelegenheit crlauernd zurRückkehr nach Mexico. Sie ist ihm geworden, und zwar in sehr schmeichelhafterWeise, aber nur um das Land seiner Vater, wie wir später sehen werden, aber-mals als Flüchtling zu verlassen.
Die allenthalben geschlagenen Mexicaner wünschten nur — es mochten die Be-dingungen noch so hart lauten — einen Frieden zu erhalten. Bor allem war diesbei der mächtigsten und reichsten Classe des Staats, bei der Geistlichkeit der Fall,welche mit Schaudern den Samen des Kctzerrcgiments ausgestreut sah allenthalben>m Lande. Es verbreiteten sich nämlich die Amerikaner über alle Gemarkungen derRepublik, verkündeten Gesetze und schufen eine ganz neue Ordnung der Dinge, inder Weise, als wenn Mexico schon zu ihrem Staatenbunde gehöre. Aber auch dieAmerlkaner waren zum Frieden geneigt. Derselbe kam sonach nach kurzen Verhand-lungen am 2. Febr. 1848 zu Guadelupe-Hidalgo schnell zustande, und zwar, betrach-tet man die Umstände, unter höchst günstigen Bedingungen für das aus dem Feldegeschlagene, zerrüttete und verarmte Mexico. Die südliche Linie von Texas ward alsGrenze angenommen; den Amerikanern verblieben überdies ihre Eroberungen Ncu-Mexico und Obercalifornien. Dafür erhielt Mexico 15 Millionen Dollars. DieRegierung von Washington übernahm auch die Bezahlung aller Schuldfoderungen"ud anderer Ansprüche der Unionsbürger an Mexico, welche sich ebenfalls aus 5°/,Millionen belaufen mochten. Mexico verpflichtete sich hingegen alle seine Machtaufzubieten, um die Einfälle der Indianer an seiner Nordgrenze zu hindern. DerVertrag ward mit einigen geringen Änderungen zu Washington (10. März 1848)ratiflcirt und dann auch von dem Präsidenten Pefla y Pena und dem zu Oueretaro ver-wnimelten Congresse (am 25. Mai 1848) bestätigt. Zwei Monate vorher waren schon^e ersten Goldfunde in Kalifornien auf dem Gute des schweizerischen HauptmannsMutter gemacht worden. Die amerikanischen Truppen zogen sich bald nach dcr Rati-lwation in ihre Grenzen zurück.
Friede und Ruhe ist aber Mexico niemals geworden, weder von innen nochaußen. In Aucatan hatten sich (Juli 1847) die Indianer gegen die Weißenloben; ein Nacenkrieg entstand, der viele Jahre fortdauerte. Gleiches geschah zurispa» und Tampico im Osten, im Binnenlands zu Guanaxuato und an den Nord-^"zen zu Svnora, Durango und San-Luis. Nach außen entstanden über die imi» Euadclupe nur im Allgemeinen gezogenen Grenzen neue Streitigkeiten^ den Vereinigten Staaten, welche namentlich nach der Rückkehr Santana s mehr-einen Wiederausbrnch des Kriegs befürchten ließen. Es nahmen nämlich beideaalen das Mecillachal in Anspruch. Die Union behauptete, das Thal gehöre