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Eilfter Band.
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Mexico und Mittelamerika.

„Solch eine Menge Silbers, die Hälfte des ganzen Erträgnisses auf Erdenssagt jene Zeitung, „erzeugen die arbeitsscheuen halbbarbarischcn Mexicaner, mit ihrenmangelhaften, hinter der Mechanik unserer Tage weit zurückbleibenden Werkzeugen-Was würden wir leisten? Waruni ziehen alle unsere Leute die mühsame gefähr-liche Straße nach Californien, da sich doch solche Reichthümer massenhaft in unsererNahe vorfinden? Wohl, zur Bearbeitung der Silberminen braucht nian größere wis-senschaftliche Kenntnisse: Geologie, Maschinenkunde, Chemie und vor allem großrBetriebscapitale sind nothwendig. Wir haben dies ja in unserm glücklichen Lande!Darum säumt nicht, bildet Gesellschaften zur Hervorbringung der jetzt so theuernSilberschätze in unserer Nachbarschaft." Durch solche Reden, durch solche That-sachen wird natürlich das Bestreben zur Einfügung Mexicos in den nvrdamerikaM-scheu Staatenbund immer mehr gesteigert.

Die zwei größten Plagen des mexikanischen Staats, welche immerdar jedesbleibende Gedeihen hindern werden, sind das Soldatenwesen und die Geistlichkeit-Soldat zu sein, ist in Mexico, wie in allen ehemals unter Spanien stehenden ame-rikanischen Ländern, förmlich zum Handwerk geworden, und zwar zu einem anseheliehen und einträglichen. ES sind Zustände, wie sie jahrhundertelang in Italien be-standen während des Mittelalters. Die Condotticri stecken ihre Fahnen aus, gs'meinhin Pronunciamentos genannt, und ihnen läuft dann alles Gesinde! zu, dasauf Unkosten fremder Arbeit leben und prassen will. Blutige Schlachten zu schlagtist nicht die Sache dieser zu gleicher Zeit verthierten und verweichlichten Söldlinge-Hinterhalte zu organisiren, Städte und Dörfer zu überfallen und zu plündern, dasist das Lieblingsgeschäft dieser höhern Bestrebungen, aller Vaterlandsliebe baren So!'dateska. Sehen sie, daß der Stern ihres Condottiere im Erbleichen ist, so verlas-sen sie ihn nicht selten und laufen zum Gegner über. Lüge sind alle die Masse"hochfliegender Proklamationen, Wahrheit dagegen die zahlreichen gegenseitigen Be-schuldigungen des Verrarhs, der Heimtücke und Feigheit, und zwar von der eine"Seite wie von der andern. Man wähne nicht, dies sei übertrieben. In einem Ä»l'sahe des „sloiütvr republioauo", welcher von der Armee handelt, liest man folgen^Worte: „Wer die Berichte unserer Generale vom Anfange des Kriegs gegen ^Vereinigten Staaten von Nordamerika in chronologischer Ordnung liest, derfinden, daß sie sich gegenseitig des Vcrraths, der Feigheit und der Dummheit ""klagen." Es folgt dann ein weitläufiges Verzeichniß dieser gegenseitigen Besehtgungen, die, fügt der Verfasser jenes Aufsatzes hinzu, sämmtlich wahr seien. .

Nicht geringer sind die Übel, welche in Mexico die Kirche über die imsten Aberglauben versunkene Bevölkerung gebracht hat. Die römische Curie, ^der Heiligen Allianz verbunden und in gewisser Beziehung ihre Stütze, stellteanfänglich der Revolution in den spanischen Colonien feindlich entgegen. Einscyclica des Papstes vom 2!. Sept. 1824 an die Erzbischöfe und Bischöfe derrikanischen Kirche verdammt die Revolution, alle Lehren und Bestrebungen, aus ^sie hervorgegangen. Dessenungeachtet hat man bereits im folgenden Jahre Ü" ,Handlungen mit dem revolutionären Staate begonnen und sobald als möglicheocdate abgeschlossen. Im Jahre 1844 lieferte der Schematismus der mexic>"s. §chKirche folgende Angaben: I) Die rcgulirte Geistlichkeit besaß 150 Klöster,die Dominicaner 25, die Franciöcaner 68, d>- Augustiner 22, die Karmelis^gddie Barmherzigen Brüder 10. In diesen Klöstern befanden sich 1700 Mö"? Zahi2000 Nonnen. 2) Die Wcltgeistlichkeit zählte 3500 Mitglieder, sodass seitsämmtlicher Geistlichen 7200 betrug. Das Besitzthum der Geistlichkeit '^.„nge"den Zeiten, wo europäische Schriftsteller Kunde über die mexikanischen Ein"'^ ^jchbringen, gar verschieden geschäht. Die Kirche in Mexico ist als ungeheus" ^bekannt, und man nimmt an, daß ihr unbewegliches und persönliches Eige' ^

durch die große Zahl verständiger Männer, welche ihre Geschäfte überwache''-und sorgsam verwaltet wird. Aus Klugheit vermeiden sie jede bestimmte smAngabe.