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Eilfter Band.
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Merico und Mittelamerika.

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der, nach langer Zeit, die unterdrückten Blätter „lleralrtv" und „Si^lo XIX".Diese Zeitungen erklärten die von Santana vernichtete Preßsreiheit für einen Ein-griff in die heiligen Rechte der Nation und veröffentlichten zu gleicher Zeit den Planvon Ayutla.

Die Fesseln waren entzweigeschlagen und es begannen natürlich heftige Aus-brüche. In der Nacht vom 12. zum 13. Aug. wurden 60 politische Gefangenefreigelassen. Es waren die Anstifter der Bewegung, die Verbreiter des Plans vonAyutla. Ihre Erzählung der Leiden, welche sie erduldet, steigerte die bereits be-wegte Menge zum wilden Aufruhr. Schon beim Anbruch des Tages (13. Aug.)standen Volkshaufcn in den Straßen, welche bald zu vielen Tausenden anwuchsen.Sie versuchten in den Palast Santana's zu dringen, wurden aber von der Wache mitGewehrfeuer empfangen und zurückgetrieben. Vierzig Personen bezahlten mit demTode, viel mehr wurden verwundet. Die Volksmassc zog nun gegen die Redactionund Druckerei des „Universal" und „Okticisl", trug das Haus ab und zerbrachalles Gerälhe, Typen, Pressen und Möbel. Von hier wandte sie sich zum reichenBankier Lizardi, wo ebenfalls Alles zerstört wurde. Gemälde, Bücher, Werth-vapiere übergab man den Flammen. Dieser Freund des Dictators berechnete seinenVerlust auf zwei Millionen Dollars. Einen ähnlichen Zerstörungsbcsuch erhieltennacheinander alle Minister, Freunde und Verwandten Santana's. Die reichen Wa-gen seiner Schwiegermutter, mit allerlei Kostbarkeiten, worunter die Purpurmäntelder Großkreuze des Guadelupeordcns, wurden angezündet und unter Hohngelächterbrennend durch die Straßen gefahren. „Die flammenden Purpurmäntel, ehemalsdas Abzeichen der Despotenknechte, sollen jetzt hell vorleuchten dem Tage der Freiheil!"Am Tage vor seiner Abreise hatte der Dictator „vermöge der ihm von der Nationübertragenen Vollmacht" eine provisorische Executive ernannt aus dem Präsidentendes obersten Gerichts und den Generalen Mariano Salas und Martin Carrerabestehend. Wären diese verhindert, so sollten die Generale de la Vega und Villamilan deren Stelle treten. Sie sollten, sobald Seine Durchlauchtige Hoheit nicht imStande wäre, die Regierung persönlich zu führen, oder wenn diese es für geeignethielt, die Regierung niederzulegen, dieselbe übernehmen.

Santana hat niemals daran gedacht, dem Feinde entgegenzutreten. Der Heldvon 100 Schlachten, wie die Schmeichler ihn nannten, suchte blos sich und seinegroßen Schätze mittels eiliger Flucht in Sicherheit zu bringen. Aus der kleinenStadt Perote, auf der Straße von Mexico nach Veracruz, erließ er (12. Aug. 1855)kine lange Verkündigung an die Nation, um ihr zu sagen, daß er die Regierungniederlege und sich wieder in das Privatleben zurückziehe. „Der Ruf des bedrängtenVaterlandes hat mich vor zwei Jahren gegen meinen Wunsch, gegen meine Neigungaus der Fremde herbeigeholt; ich kehre in die Fremde zurück und will als Verbann-et sterben, fern von der undankbaren Menge meiner Mitbürger. Die Einsetzung"'"er unumschränkten willkürlichen Gewalt, um die gestörte bürgerliche Ordnungwiederaufzurichten, ward nicht von mir, sondern von den gesetzlichen AutoritätenNarivn (17. März 1853) beschlossen, bevor ich noch den Boden der Republik^treten hatte. Diese Macht ist denn auf meine Person übertragen worden und ich^te sie zum Wohlc des Volks, zur Erhaltung der Nationalität. Was war meinhierfür? Verwünschungen, Verleumdungen, Treulosigkeit, Verrath, und zwardenselben Leuten, welche mich kurz vorher den Retter des Vaterlandes nannten.Mnen galt ich jetzt für einen Usurpator, für einen Tyrannen. Nein, ich habe die"berste Gewalt nicht an mich gerissen; sie wurde mir übertragen; ich fügte mich blos"ui Dolkswillen. Da aber meine gesetzmäßige Stellung zum Vorwande dient für, ^"llivn, Raub, Mord und alle ersinnliche Schändlichkeit, so danke ich ab und ver-ffe alsbald mein undankbares Vaterland. Meine Feinde sind so ehrvergessen, soeulos, daß sie zu de» nördlichen Freibeutern halten, daß sie die Truppen der Ver-^gten Staaten, welche unter dem Scheine von Deserteurs in Masse heruberkom»wn, aufnehmen, ihnen Wege und Mittel zeigen, wodurch sie unsere getreuen Sol-