666
Mexico und Mitteiamenka.
Truppen erklären damit die Macht des Antonio Lopez de Santana für eine bestän-dige Drohung gegen alle öffentlichen Freiheiten, sowie gegen die persönliche Sicher-heit, welche jetzt in Mexico mehr gefährdet sei als in allen barbarischen Ländern.Sie sagen aus, Santana habe alle seine Versprechungen gebrochen, das verarmteLand mit neuen Steuern belegt, den Bestand der Republik durch Veräußerungengeschmälert, eine Abtheilung ihrer Mitbrüdcr verkauft, unbekümmert darum, daß sieeinst, wie zu Californien geschehen und geschieht, hinausgeworfen würden ausdem Lande ihrer Vater. Sie erklärten, daß sie keine absolute Herrschaft ertragenund nur unter freien republikanischen Institutionen leben wollen. Deshalb machensie jetzt von denselben Rechten Gebrauch, nach welchen ihre Väter im Jahre 1821griffen, um die Freiheit und Selbständigkeit zu erringen. Zu diesem Zwecke erlassensie folgenden Plan oder Verkündigung! I) Santana und alle seine Genossen sindihrer Ämter entsetzt. 2) Hat die Mehrheit der Nation diesem Beschlusse beige-stimmt, so soll der Obergeneral der Armee eine Repräsentation aus den Staatenund Territorien der Republik zusammenrufen, welche einen provisorischen Präsidentenerwählen und ihm die ausübende Gewalt übertragen wird. Die Repräsentanten derNanon sollen ihm auf eine gewisse Zeit als Rath zur Seite stehen. 3) Der Prä-sident hat alsbald die Befugniß und die Verpflichtung über die Sicherheit und dieRechte des ganzen Landes wie der Einzelnen zu wachen. 4) In jedem einzelne»Staate, wo dieser Plan angenommen wird, soll der Befehlshaber der Truppen inVerbindung mit sieben einsichtsvollen Männern eine den Verhältnissen geeignete Re-gierung einrichten. 5) Der provisorische Präsident ruft innerhalb 4 5 Tagen nachseiner Wahl, gemäß den Grundgesetzen von 1841, einen außerordentlichen Congreßzusammen, welcher die ausschließliche Befugniß hat, die Nation unter eine repräsen-tative Verfassung zu stellen — ein neues Grundgesetz zu entwerfen — und die Er-lasse der provisorischen Executive zu prüfen. 6) Da die Armee der Träger der Ord-nung und bürgerlichen Sicherheit ist, so wird die provisorische Executivgewalt nachallen Maßregeln greifen, welche zur Erhaltung und Förderung dieses edeln Stammesdienen. Zu gleicher Zeit wird sie ihre Aufmerksamkeit aus die Freiheit des Binnen-handels und des auswärtigen Verkehrs richten, ohne Verzug die hierauf bezügliche»Tarife verkünden. Bis dies geschehen, sollen die während der Administration dc°Signor Ceballos erlassenen Anordnungen zur Richtschnur dienen. 7) Die Eo»scripkion durch Loosen, das Paßwesen und die Kopfsteuer sind und bleiben abgesch-E
8) Alle, welche sich dieser Aufstellung widersetzen, werden hiermit als Feinde
des
Vaterlandes erklärt. 9) Ihre Excellenzen, die Herren Generale NicolasJuan Alvarez und Thomas Moreno sind hiermit eingeladen, sich an die Spitze ^Befreiungsheeres zu stellen, die Regierung in die Hände zu nehmen und alle 2-sbesserungen in der Verwaltung vorzunehmen, welche sie zum Wähle der Ratio» 9
geeignet halten sollten.
da»^
Santana griff nach allen erdenklichen Mitteln, nach Censur und Polizei, ,dieser Plan von Äyutla nicht verbreitet werde, keine neuen Anhänger gewinne.geben-, die Revolution verbreitete sich rings um die Hauptstadt, und selbst h'^ Inter den Augen des Despoten wagten es die Liberalen gegen ihn herauszutreten-ihren Versammlungen fielen scharfe Worte wider den Dictator. Santana »»^Me»Freunde wurden rathlos. Der Dictator entschloß sich endlich, und zwar zu»'frü-male, aus dem Lande zu entfliehen, und entfernte sich am 8. Aug. 1855, manher geschehen, mit großen Schätzen beladen — sieben Millionen Dollars,behauptet. Kurz vor der Abreise aus Mexico verlangte Santana noch die ^Mxncr^ncn, welche die Vereinigten Staaten von der Landschacherei ihm schuldete». <mfGadsdcn, der amerikanische Gesandte, verweigerte die Auszahlung, vergeb' ^
Einsprache des Generals Alvarez^ Die Nordanierikaner gedenken wol Hei-
Umständen gar nichts zu zahlen. Am 0. Aug. verließ Santana mit "»^«.hellenlung seiner Garde von 1400 Mann die Hauptstadt, vorgeblich um denentgegenzutreten. Gleich den Tag nach seiner Abreise erschienen z»m erste» »>