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Eilfter Band.
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Merico und Mittelamerika.

ten. Die Lancaster'sche Unterrichkswcise, welche während der zwanziger Jahre zuerstin Indien aufgefunden worden und von dort aus eine allgemeine Verbreitung gefun-den hatte, wurde in der neuen Republik eingeführt. Da es an Schullehrern fehlte,so vertraten die liberalen Beamten aller Grade, neben den andern Geschäften, frei-willig und ohne Entgelt deren Stelle. „Selbst die Baracken der Soldaten", erzähltein Augenzeuge, „wurden in Schulzimmer verwandelt. Die Offiziere unterrichtendie gemeinen Soldaten, barfüßige, der Faulheit ergebene Indianer." Da regtesich aber alsbald die gesammte engverbundene Pfaffheit, den Zusammensturz ihrerganzen, auf Unwissenheit begründeten Macht fürchtend. „Die Religion geht zu-grunde, das Volk wird zu Ketzern, zu Atheisten herangebildet", ward jetzt in Mit-telamerika, wie allenthalben auf Erden, wo ein freier Geist sich regt, verkündet;jeder gute römisch-katholische Christ müsse zu den Waffen greifen, um die libe-rale Meute bis auf den letzten Mann auszurotten. Der geistliche Einfluß dieserLeute, getragen von den unwissenden Massen, ihr Reichthum und schlaues Jntriguen-spiel wußten es bald dahin zu bringen, daß an verschiedene» Orten der RepublikUnruhen ausbrachen und furchtbare Mordscenen aufgeführt wurden. Der Mangeleiner scharfen Umgrenzung der Rechte der Staatsregierungen gegenüber den födera-tiven Gewalten, welche selbst in Nordamerika zu so vielen Zwistigkeiten und gefähr-lichen Irrungen führte, gewährte den priesterlichen Intriganten eine gute Hand-habe. Sie avard zur Erlangung ihrer Zwecke, zur Herbeiführung von Unordnungenaller Art klüglich benutzt. Der von der Geistlichkeit gewonnene Präsident, GeneralArce, ließ (6. Sept. 1826) den Gouverneur des Staats Guatemala, Jose FranciscoBarrundia, gefangennehmen und die Landwehr entwaffnen, unter dem Verwände,daß sie zum Umstürze der Rechte der Centralregierung verschworen seien. Als dieNachricht dieser That nach dem Bezirke Qucsaltenango kam, wo Cerilio Flores, derViccgouverneur von Guatemala lebte, versammelte ein Mönch auf dem öffentlichenMarktplatze eine große Volksmenge und begann eine donnernde Rede gegen die Re-publik und die Liberalen. Die unwissenden Indianer, gar nicht ahnend, um wases sich handelte, wurde» durch das pfäsfische Gerede derart aufgeregt, daß sie Flo-res am Fuße des Altars, wohin er sich geflüchtet hatte, ergriffen und unter demRufe: Lange lebe Guatemala, nieder mit der Republik! ermordeten. Freilich haktediese Republik auch das Verbrechen begangen, die Klostergüter von der Bezahlungder Staatsabgaben nicht auszunehmen. Ein gewisser Mariano Aycinena ward >">"an die Spitze Guatemalas gestellt und die furchtbarsten Zeiten begannen, wie ge'wohnlich bei einer geistlich-aristokratischen Reaction. Ist doch der Mensch allent-halben und zu den Zeiten am furchtbarsten, wenn er, von Priestern verführt, glaubtzim Namen der Religion, im Namen Gottes zu handeln. Alle Männer von E>>''ficht oder freier Denkweise verdächtig, waren im voraus gebannt: sie wurdenKerker abgeführt, aus dem Lande gejagt oder ermordet. Der Dictator Aycinen^ein echter Zögling und gehorsamer Sohn der Kirche, pflegte zu beichten und ^Abendmahl zu nehmen, bevor er ein Todesurtheil unterzeichnete, bevor er sei" ^gebcncs Wort brach, bevor er Treulosigkeit und Verrath in jeglicher Weise veruNun griffen die Liberalen, um ihr Leben und ihre Habe zu retten, ebenfalls -uWaffen, kündigten dem verrälherischen Präsidenten Arce den Gehorsam undsich unter Francisco Morazan, welcher bald die Stütze und der Anhaltepunktaller freisinnigen Bestrebungen, die Seele der Republik Mittelamerika. Der ^chie-Morazan, zu Honduras 1799 geboren, war ein Mann von Einsicht, vo»^i:N>al-dcnem kühnen Wesen und nie rastender Beharrlichkeit. Die Stelle eines ^sichtetungsbeamten des Generalsekretärs von Honduras genügte ihm nicht: er ^sie mit der militärischen Laufbahn, welche Ihm bald große Erfolge und Ruhm ^Seine wiederholten Siege über die Gegner machten es 1829 möglich, soff ^^6den föderativen Congreß zusammenzurufen, welcher alle seit dem 6. .A' . Ver-dis zum 12. April 1829 von Arce erlassenen Gesetze aufhob und die

fassung wiederherstellte. Arce und seine Gehülfen wurden des Landes

verwiese"