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Mexico und Mittelamenka.
der einzige Hafcnort Guatemalas für den transatlantischen Handel. Der Platz wirdaber niemals, wegen seiner ungünstigen Lage, einen bedeutenden Aufschwung neh-men. Sein heißes feuchtes Klima ist allen Fremden gefährlich; dann sind an derAusmündung des Nio Dulce blos 5 Fuß Wasser, mit einer kaum bemerklichenFluc und Ebbe. Überdies muß man, um von Azabal ins Innere des Landes, insMotaguathal zu kommen, die hohen und steilen Micogebirge überschreiten, was zurRegenzeit nur mit den größten Schwierigkeiten geschehen kann. Nicht weniger un-günstig ist die Lage Vjtapas am Stillen Ocean. Die Regierung hat hier zwarviele Hafenbauten vornehmen lasse»; die natürliche Beschaffenheit des Ortes wirdaber immer hindernd entgegentreten. . Auch fehlt es noch an einer guten Fahrstraße,vom Atlantischen wie vom Stillen Ocean, hin zur Hauptstadt des Staats, nachGuatemala.
In demselben Jahre (1850) bestes sich das Einkommen des Staates aus 620879Piaster, wovon die Zollabgaben mehr als ein Drittel betrugen. Mehre Zweige derEinnahmen sind zur Tilgung der auswärtigen Schuld angewiesen. Nach einer Über-einkunft mit den Gläubiger», welche sich mit dem Drittel des Ncnnwertbs ihrerObligationen begnügten, bestes sich diese Schuld, sammt den seit 1852 rückständigenZinsen, auf eine halbe Million Pfund Sterling, wovon 5 bezahlt werden. Ur-sprünglich ist diese auswärtige Schuld von der Republik Mittelamerika mit demHause Barclay und Herring in London (1826) ncgociirt worden. Die aus allerleiUrsachen entstandene innere Schuld ist viel größer; doch würde Guatemala bei einemvernünftigen sparsamen Haushalte, und wenn die Ruhe erhalten werden könnte, leichtallen seinen Verpflichtungen nachkommen können. Das Land ist während der letztenJahre in Betreff des Handels und der innern Entwickelung sicherlich im Fortschrei-ten begriffen. Die Einfuhr soll 1852 auf zwei Millionen und die Ausfuhr auf1,880000 Piaster gestiegen sein. Seit der Zeit aber hinderten die Kriege mit Hondurasund den andern Republiken jeden fernern Aufschwung. Guatemala gcrielh selbstderart in finanzielle Verlegenheiten, daß es (1855) unter sehr nachtheiligen Bcdin-gungcn ein neues Anlehen aufnehmen mußte. Für eine Schuldverschreibung von400000 Piastern erhielt der Staat blos 150000, ungefähr 47
Rafacl.Earrera strebte seit langer Zeit, gleichwie Santana in Merico und dieandern Häuptlinge in den ehemaligen spanisch-amerikanischen Cvlvnicn, nach einerlebenslänglichen Dictalur, vielleicht selbst nach einer fürstlichen erblichen Krone. Mit-tels geheimer Agenten ließ man während des Jahres 1854 in mehren Städten, zuSolola, Guczaltenango und an andern Orten Aufstände erregen, welche in ihrenPronunciamenrvS erklärten: die lebenslängliche unbedingte Herrschaft Carrcra's ist un-umgänglich nothwendig für die Erhaltung, für das Gedeihen des Staats. Ver-kündigungen dieses Inhalts wurden über das ganze Land verbreitet, und Earrerafügte sich schnell diesem wirklichen oder vorgeblichen Wunsche. Am 22. Oct. 185^ward zu Guatemala der große Tag in mannichfachcr 38eise gefeiert, an welche"'der ehemalige Schweinehirt zum lebenslänglichen Dictator erhoben wurde, mit derBefugniß seinen Nachfolger zu wählen. Earrera führt jetzt den Titel: Generalcapitä"der Armee, Eroßkrcuz vom päpstlichen Grcgoriordcn, Großkreuz des Guadelupe'ordcns von Mcrieo, Ritter des Lcopoldordcns von Belgien und Präsident der sbs'publik von Guatemala. Die Jesuicenväter, die getreuen Gehülfen jeder Willkür,Rathsherren des Gewalthabers, saßen beim feierlichen Festmahle Earrera zur Seile'kein Gesandter, kein Consul der fremden Siaaren war zum Feste geladen.doch Earrera und die Jesuiten das Land von den Fremden zu reinigen und, wc>"' ^möglich wäre, gegen alle auswärtigen ketzerischen Einflüsse, wie ehemals in Par-'g^geschehen, abzuschließen. Der Dictator hat, um den Fremden den Aufenthalt z"leiden, mehrmals öffentlich ausgesprochen, daß die Auswärtigen zu Guatemalawie die Einheimischen gehalten werden sollen: sie hätte» allen Ordnungen der Re-gierung unbedingten Gehorsam zu leisten; man werde ferner den Einreden der sr«""'den Gesandten und Consuln kein Gehör schenken.