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Eilfter Band.
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Die mikroskopische Welt.

Das zusammengesetzte Mikroskop, dasjenige Instrument, welches heutzutage fürUntersuchungen allein verwendet wird, ist eine Zauberlaterne, eine msgioa,

und zwar nicht blos in figürlicher sondern in der eigentlichen Bedeutung des Wortes.Bekanntlich verstehen wir unter ln,tor„r> magieci einen Kasten, an dessen vordererSeite eine Anzahl, wie man zu sagen pflegt ein Spiel, eigenthümlich geschliffenerGlaslinsen angebracht ist; ein mit durchsichtigen Farben auf Glas gemaltes Bildwird hinter die Linsen geschoben und durch eine Öllampe beleuchtet; alsdann ent-steht vor den Linsen auf der Wand ein vergrößertes, sonst aber in Form und Farbevöllig entsprechendes Bild des Glasgemäldes. Denken wir uns eine Glasplatte, aufder ein Stück Spihcngcwebc, ein Bienenflügel, der Querschnitt eines Holzes odersonst ein durchsichtiger Gegenstand befestigt ist, statt des künstlichen Gemäldes hinterdie Linsen geschoben und durch eonccntrirtes Sonnenlicht oder durch ein im Knall-gasgebläse zum Weißglühcn erhitztes Kalkstückchen beleuchtet, so wird auch von diesenObjecten ein vergrößertes Bild auf die Wand geworfen werden; wir nennen dieseVorrichtung alsdann ein Sonnen - oder Hydrooxygengas-Mikroskop. Wir können aberdas Bild an der Wand statt mit bloßen Äugen noch mit Hülfe eines einfachen Mi-kroskops, einer Lupe betrachten. Gesetzt von einem Thicrchen, das 1 Linie lang ist,entstehe auf der Wand ein 24 mal vergrößertes Bild, also 2 Zoll groß, und dieLupe, mit der wir dieses Bild betrachten wollen, vergrößere 12 mal: so würde dasganze Thicrchen eine scheinbare Größe von 2 Fuß besitzen, also 288 mal vergrößertsein. Bei dem zusammengesetzten Mikroskop oder Compvsitum kommt es nur darausan, eine katsrim magic-.i und eine Lupe auf die möglichst raumersparende Weise j"vereinigen. Dies geschieht so, daß man am untern Ende einer senkrechten Messing'röhre das Linscnspiel befestigt, unter welchem die Glasplatte mit dem zu untersuchen'den Object liegt und durch das in einem Hohlspiegel conccntrirte Tageslicht beleuchtwird; nun bildet sich im Innern der Röhre ein vergrößertes Bild des Gegenstandes!dieses Bild wird durch eine vergrößernde Lupe betrachtet, die am andern Ende dckRöhre angebracht ist. Man nennt diese Lupe, weil das Auge unmittelbar derselbe"anliegt, das Ocular; das dem Object zugekehrte Linscnspiel am andern Ende derkroskopröhrc heißt das Objectiv. Da nur in einer bestimmten Entfernung von be"Objectivlinsen ein deutliches Bild entsteht, so muß der Gegenstand dem Mikrosk^genähert oder von ihm entfernt werden können, um in die richtige Weite ringest^zu werden; dies geschieht, indem man die Messingröhre, an der das Objectivgeschraubt ist, hinauf- und hcrabschicbt, oder mit Hülfe eines Triebwerks hebt /"'senkt, oder umgekehrt den Tisch, auf dem das Object liegt höber oder tiefer sehr/"..Hiermit sind alle wesentlichen und nothwendigen Theile eines Mikroskops erseht 'alles Übrige ist unnöthig und oft vom Übel.

Als man zuerst anfing Mikroskope zu bauen, machte man sie viele Fußwie Fernröhre, sodaß solch ein Instrument einer kleinen Kanone glich.hat man sich überzeugt, daß man auch mit geringern Dimensionen undauch geringern Kosten ebenso viel leisten könne. Die berühmtesten deutsche/ '^ekroskopiker, Plößl in Wien und Schick in Berlin, glaubten jedoch noch bis "'^ei-ueucste Zeit, daß die Größe des Instruments von günstigem Einfluß aufstungen sei, und liefern deshalb Mikroskope von rcspectablcr Größe, die >2"

Fuß koch si„d, über 200 Thaler kosten und eine allerdings höchst vortrefflich"'^^"siOOmalige Vergrößerung gewähren. Die französischen Optiker, insbeso»de>" „,xnteKäufer in Paris, haben den Beweis gegeben, daß auch weit kleinere ^0

ebenso viel und »och mehr leisten können. Obcrha'uscr's beste Mikroskop"' AbstobFrancs kosten, haben zwar ein kleineres Gesichtsfeld und einen weit gering""^,, ^roß"'der Linsen von dem Objecte als die deutschen, jedoch geben sie stärkere ^,id-rungen, die da« 8N0fache übersteige» und gleichwol noch sehr klar »»d y „ach°Benc'che und Wasscrlein in Berlin haben Oberhäuser mit glücklichem ^hge)geeifert; das berühmte Frauenhofer'schc Institut in München (jetzt Merzversucht neuerdings sich auch mit vortrefflichen Mikroskopen; >» der letzten