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Eilfter Band.
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Die mikroskopische Welt.

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Schick sich entschlossen, den kleinen Instrumenten, die nur 120 Thaler kosten, diestärksten Vergrößerungen beizulegen, die er überhaupt zu erzielen vermag. So kost-bare Instrumente sind übrigens nur für den Naturforscher ersoderlich, der auf Ent-deckungen ausgeht und dabei die Beruhigung haben will, daß kein Mikroskop derWelt mehr zu zeigen vermag, als er selbst mit seinem Instrument gesehen hat.Der Freund der Natur, der nur Freude an der Beobachtung finden und die For-schungen Anderer wiederholen will, kann auch mit weit wohlfeilern Instrumenten seinenZweck erreichen. Leider hat ein frühzeitiger Tod im Mai 185,5 den Optiker Kell-ner in Wetzlar hinweggerafft, der infolge einer von ihm beim Bau der Oculare ge-machten Erfindung für 50 Thaler Mikroskope anfertigte, deren Vergrößerung bis zu750 reicht und die ein so vollkommenes Bild liefern, wie man es früher nur mitvielfach theurern Instrumenten zu erzielen im Stande war. Minder vorzüglich, aberdoch sehr brauchbar sind die von Schick, Plößl, Benechc und Wasserlcin für etwa40 Thaler gelieferten Instrumente. Noch wohlfeilere Mikroskope zu 20 — 30 Tha-lern werden fabrikmäßig von pariser Optikern angefertigt, und ich habe mich über-zeugt, daß, wenn auch nicht alle von gleicher Güte sind, doch die meisten in Klar-

heit und Scharfe der Vergrößerung, die etwa bis zu 350 steigt, kaum etwas zuwünschen übriglassen. Ganz kleine Mikroskope, die man bei den meisten Optikernfür etwa 3 Thaler bekommt, nützen wenig, da sie sehr unklare, farbige Bilder lie-fern; zuletzt gilt aber doch hier der Grundsatz: daß das beste Instrument noch nicht

ausreichend sei, das schlechteste aber besser wie gar keins. Für Denjenigen, der, imBesitze eines Mikroskops, ein lehrreiches und werthvollcs Material für seine Unter-suchungen vorbereitet und das Verständniß desselben durch eine zweckmäßige Erläu-terung erleichtert wünscht, sind die sehr interessanten Sammlungen mikroskopischerPräparate und die dazu gehörigen Beschreibungen zu empfehlen, welche das Mi-kroskopische Institut der Herren Engels und Comp. in Zürich in mehren Heftenherausgegeben hat.

Noch vor etwa zehn Jahren war ein gutes Mikroskop eine Seltenheit; nurausgezeichnete und begüterte Naturforscher waren im Besitze desselben, und nur alte,wohlfeile, aber unbrauchbare nürnberger und englische Instrumente fanden im VolkeVerbreitung, doch wenig Benutzung. Seitdem hat das Mikroskop seine Tour durchdie Welt angetreten, es ist von den Kathedern in die Studirzimmer der Ärzte, derApotheker und anderer wissenschaftlich gebildeter Männer hinabgestiegen; leider ist esnoch immer nicht in die Kreise des Volks übergegangen. Hoffentlich liegt die Zeitnicht mehr fern, wo ein Mikroskop als ein ebenso nothwendiges Requisit eines ge-bildeten Haushalts angesehen werden wird wie heutzutage ein Klavier, ein Kupfcr-H'ch, ein paar Prachtausgaben und eine Unzahl nutzloser Nippessachen. Es ist inden letzten Jahren bereits einem andern optischen Instrumente, dem Stereoskop, ge-lungen, aus den physikalischen Cabineten in die Salons der Gesellschaft sich Ein-Jung zu »erschaffen. Es ist in der That ein reizender Anblick, durch die Linsendesselben Architekturen, Landschaften, Statuen und andere Gegenstände in vollster^stischcr Schönheit gleichsam verkörpert hervortreten zu sehen. Dennoch ist dasStereoskop ein einförmiges Spielzeug, dessen Genuß bald ermüdet, wenn man ihn"'cht immer durch neue, aber kostbare Bilder auffrischt. Bei dem Mikroskop dage-Ilw ist der Genuß ein unerschöpflicher; es zeigt uns eine unendliche Reihe von vis->mlvi,,» vj«^v8, jedes anders, eins immer schöner als das andere: jeden Wasser-köpfen verwandelt es in ein Meer voll Wunder und Herrlichkeiten, jedes Holzstück-che» in ein zierliches Spitzengewebe von den prächtigsten Mustern, jede Salzlösungein Kaleidoskop mit den farbenbuntcsten, von Augenblick zwAugenblick wechselndenrabesken; Demjenigen, der nur Zerstreuung sucht, bietet es die lieblichste Augen-°f8ohung, die nie den Reiz der Neuheit verliert; wer an dem Leben der Natureine Freude findet, dem enthüllt es verborgene Welten, wunderbare Gesetze, und ofttlohnr es den glücklichen Finder durch die Enthüllung eines neue», bisher vcrborwNen Geheimnisses.