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Eilfter Band.
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Die mikroskopische Welt. 733

manche angeblich höchst wichtige Entdeckung von Anfängern stammt aus der Unbc-kanntschaft mit den Vibrionen. Wir finden dieselben nicht blos in allen Aufgüssen,sondern auch auf faulem Fleisch, verwesenden Kartoffeln u. s. w., ja auch in vielenFlüssigkeiten des menschlichen Körpers, im Darm, im Weinstein der Zähne u. s. w.

Wir haben jetzt drei Bewegungsformen bei mikroskopischen Pflänzchen kennengelernt, welche untereinander ganz verschieden, jedoch darin übereinstimmen, daß siezwar ohne ersichtlichen Zweck, daher nicht eigentlich als willkürlich zu bezeichnen,doch auch nicht von außen» zufälligen Anstoße, sondern von innern Thätigkeitenangeregt werden, und so lebhaft, niannichfaltig und energisch erscheinen, daß man siemit thierischen sehr wohl verwechseln konnte und auch verwechselt hat. Wenn dieseBewegungen bei den Vvlvocinen durch besondere Organe, zwei schwingende Wim-pern für jede Zelle, vermittelt werden, so fehlen bei Bacillarien und Oscillarien solcheOrgane, soweit wir jetzt wissen, gänzlich, und es stimmen die Bewegungen dieserbeiden Familien zwar nicht in der äußern Erscheinung, aber doch in den zugrundesiegenden Gesetzen sowie'darin übcrein, daß bei beiden fremde Körper in ihrer Näheeine eigenthümliche Anziehung erleide» und längs der Stäbchen oder Fäden auf-und ablaufen, ohne daß man etwas anzugeben vermöchte, was dieselben zu diesenOrtsveränderungen veranlaßte. Wir begreifen es jetzt, wie Schleiden die geheimniß-vollen Bewegungen dieser Familien unheimlich finden konnte.

Wie es übrigens auch unbewegliche Bacillarien gibt, so finden wir auch For-men, die in ihrem Bau mit den Oscillarien übereinstimmen, deren Fäden aberstarr und durchaus keiner Ortsveränderung fähig sind. Man unterscheidet gewöhnlichdiese unbeweglichen Arten, wenn sie sich im reinen Wasser, Schlamm, auf feuchtenSteinen durch ihre spangrüne, rothe, blaue Farbe auszeichnen, als besondere Gat-^mge» (lloptotln-ix, Drinnfaser, l^ngb^a), während man die farblosen Formen als»aserflocke, ll^grooroois, aufführt. Zu den Dünnfasern gehört die berüchtigte Drain-ülge (llsptotlirix Külmisuis), die in den Ausflußöffnungen der Drainröhrcn entsteht"nd sich j„ dicken Zöpfen ins Innere derselben hineinzieht, sodaß sie dieselben völligverstopft und dadurch oft kostspielige Melioriationsarbeiten vergeblich macht. Auchdie beweglichen Oscillarien ruhen zu Zeiten, namentlich des Winters und im Alter,wahrend der Frühling und die Wärme ihre Energie zu erhöhen scheint. Die klein-sten Vibrionen, die kurzen starren Stäbchen gleichen und gewöhnlich als Elieder-stäbchen, Batterien, bezeichnet werden, treten zuerst in kugeligen Trauben auf, indemsie zu Millionen durch eine steife Gallert verbunden sind; erst später lösen sie sichtmzeln aus dieser Gallert und beginnen ihre zitternden Bewegungen. Cohn, der zu-sst auf diese Thatsachen und auf die Übereinstimmung der Vibrionen mit den Os-? "'bn aufmerksam machte, hielt die Bacteriengallert für eine pilzartige Palmella;och möchte sie richtiger als eine Vereinigung von sehr kurze» Oscillarien (analog- Ech. Bau von dlostov) anzusehen sein. Die Hygrocrvcisarten finden sich nicht nur* faulendem Wasser, sondern merkwürdigerweise auch in solchem, in welchem übcr-ein organischer und selbst unorganischer Stoff gelöst ist. In den Apotheken2°k"gt sich den verschiedensten Präparaten, Extrakten und Lösungen nach längerervde weißliche Gallert, die aus solchen färb- und bewegungslosen Schwingfädenssaserflocken besteht; ja selbst in Flüssigkeiten, die man allem Leben für absoluthalten sollte, in verdünnter Schwefelsäure, Chlorcalcium, Arsenik, Subli-getae- ^ haben Kützing in Nordhausen und Biasoletto in Triest die Ve-

Weis"" Hygrocrocisfäden beobachtet. Es ist noch nicht ermittelt, auf welchebclvab Pflänzchen ihre Zellen vor dem zerstörenden Einflüsse jxner Stoffe zuhoen und ihnen selbst die erfoderliche Nahrung zu entziehen vermögen.

Nostochinen. Sternschnuppenmaterie. Berührung mit den Flechten.

mikroskopischen Phycochromalgen sind für unsere Zwecke von ge>Theil derselben ist dadurch ausgezeichnet, daß sie nicht aussvrnsigen Zellen, wie die Oscillarien, sondern aus tonnenähnlichm bestehen,