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Eilfter Band.
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Die mikroskopische Welt.

theilung «ach Ehrenberg); geschieht die Theilung so, daß die Scheidewände in allenGenerationen einander parallel bleiben, so entstehen Zellenrcihcn, Bänder, Fäden,wie wir sie bei vielen Desmidieen, Bacillarien, Conserven, Oscillaricn gefunden haben.Schneiden sich die Scheidewände in verschiedenen Richtungen, so bleiben die Tochter-zellen zu hautartigen Fläche» oder zu Körperformen verbunden, wie wir sie bei denUlvcn, Pediastreen, Volvocinen kenne» lernen.

Die Theilung der Zellen ist die einzige Vermehrungsweise, die wir bei den Os-cillarien, Vibrionen, Nostochinen kennen. Hier wachsen die Fäden, indem die Zahlihrer Zellen sich beständig vermehrt; wenn die Fäden zu lang geworden, so brechensie auseinander, und so vermehrt sich ihre Zahl; ähnlich ist es bei vielen Palmellen.Bei den meisten Algen gibt es jedoch noch andere merkwürdigere Processe, welcheder Fortpflanzung der Hähern Gewächse vollständiger entsprechen. In der Regelkann sich eine mikroskopische Pflanze auf mehre ganz verschiedene Arten fortpflan-zen, deren wichtigste Formen wir jetzt nacheinander betrachten wollen.

Schwärmsporcn.

Eine den mikroskopischen Algen eigenthümliche, höchst ^merkwürdige Fortpflan-zungswcise ist die durch Schwärmsporen oder Gonidien; sie findet sich bei allenchlorophyllhalkigen Formen mit Ausnahme der Conjugaten, Desmidieen und Bacilla-rien. Wenn sich eine Zelle zur Schwärmsporenbildung vorbereitet, so vermehren sichzunächst in „ihrem Inhalt die lebenskräftigen, stickstoffreichen Substanzen; die- unthä-tigen, wie Öl und Stärke, werden umgebildet. Ist auf diese Weise die chemischeVerjüngung des Inhalts vollendet, so zieht er sich zu einer grünen Kugel zusammen,oder er theilt sich vorher und organisirt sich zu einer größer» oder geringern Zahlvon grünen Kugeln, die frei in ihrer Mutterzelle schwimmen. Während „dieser Ver-änderungen hat sich in der Membran der Mutter-zelle eine regelmäßige Öffnung ge-bildet. Durch diese treten die grünen Kugeln ins Wasser hinaus, und sofort sieht manin ihnen das eine Ende in eine farblose Spitze, ein Köpfchen oder Schnäbelchen sichverlängern, welches bald eine bestimmte Anzahl von zarten Härchen oder Wimper»hervonreibt. Die Wimpern fangen an zu schwingen, zu flimmern und das Wasserzu schlagen; dadurch beginnt die Kugel zu rotiren. Bald rollt sie ins Wasser hinausin sonderbaren Bahnen, rasch und energisch, als hätte sie sich in ein Jnfusions-thierchcn verwandelt, sodaß das Auge ihr kaum zu folgen vermag. Jetzt läuft ^eine lange Strecke nach einer bestimmten Richtung geradeaus, als hätte sie dort einnothwendiges Ziel zu erreichen; plötzlich steht sie still, als besänne sie sich eines Bestfern, dann eilt sie auf einen andern Punkt los, vielleicht geradezu zurück. We»"sie lange umhergeschwärmt, ruht sie sich eine zeitlang aus, oft nur ein paarcundcn, mitunter auch wol eine Viertelstunde; dann beginnt sie wieder ihr zwecklosUmherirren. Die schwärmende Bewegung ist es, die diesen Körperchcn den Nan»e"der Schwärmzellen oder Schwärmsporen verschafft hat.

Der allgemeine Entwickelungsproceß ist im Wesentlichen bei allen Schwer»'sporen gleich; aber bei den einzelnen Arten zeigen sich die interessantesten Abweich"gen. Bei den einzelligen Vaucherien, wo die Schwärmsporenbildung schon an» - 7 .sang dieses Jahrhunderts bekannt, aber erst im Jahre 1841, und zwarin Gratz von Unger und in Paris von Thuret genau erforscht wurde,grüne Substanz, welche die ganze innere Wand des langen Schlauches M

nach der Spitze hinauf, sodaß diese keulenförmig anschwillt und von grünen» ^phyllganz und gar ausgefüllt wird, während der untere Theil der Zelle vom aus

fast gänzlich entblößt und daher farblos wird. Alsdann schnürt sich. Ende

Schleim und Chlorophyll bestehende Substanz, soweit sie im keulenförmigdes Schlauchs eingeschlossen ist, von den» untern Theile ab und strebt aus- ^bis endlich der Schlauch an der Spitze aufbricht und die dunkelgrüne Masse z ^engen Öffnung sich langsam herausschraubt. J„S Wasser gekommen, sesia alssich sofort zu einem eiförmigen Körper, den man mit bloßem Auge deu