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Eilfter Band.
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Die mikroskopische Welt.

schwarzes Pünktchen im Wasser erkennen kann; die äußere Begrenzung desselbenbildet nicht eine Cellulosehaut, sondern eine breite, farblose Schleimschicht, auf wel-cher über und über kurze Wimpern emporstehen, sodaß dieselbe einem dichten Haar-pelz'gleicht. Indem die Wimpern schwingen, setzen sie den ganzen Körper in roti-rende Bewegung, und es gewährt ein wunderbares Schauspiel, mit dem Mikroskopoder auch mit bloßem Auge die schwärmenden Zellen zu verfolgen, wie sie bald hier-bald dorthin ihren Lauf richten, plötzlich stillstehen, jetzt umdrehen und nach demGrunde des Gefäßes sich begeben, dann aufsteigen, ohne alle Regelmäßigkeit offen-bar nach innerm Antriebe.

Bei einigen Conferven (Oockogonium, Knotenfaden) bricht eine jede der faden-förmig aneinandergere-hten Zellen in der Mitte auf, indem sich die obere Hälfte wieder Deckel eines Büchschen aufklappt und zurückschlägt. Der gesammte, aus dieseWeise freigewordene Inhalt der Zelle gestaltet sich zu einer einzigen grünen Kugel,an der ein weißes Köpfchen hervorsproßt; am Grunde desselben sitzen lange schwin-gende Wimpern, gleich einer Halskrause, während der übrige Theil der Spore nacktist- In andern Conferven theilt sich der Inhalt jeder Zelle in 4, 8, 16, oder ineine große Anzahl von Partien, die sich zu kleinen Kügelchcn organisiern; alsdannbildet sich in der Membran der Mutterzelle eine trichterförmige Öffnung, und durchdiese tritt eine Spore nach der andern ins Wasser, indem sie eine birnförmige Ge-stalt annimmt und mit Hülfe von ein, zwei oder vier langen, an einem spitzen Köpf-chen befestigten Wimpern sich lebhaft bewegt. Auch die Schwarmzeiten der Pe-diastrcen, Palmelleen, Volvocinen sind ei- oder birnförmig und meist mit zwei beweg-lichen Wimpern versehen.

Einfluß des Lichts, der Tages- und Jahreszeiten auf dw Schwärmsporen.

Von äußern physikalischen Kräften übt nur das Licht auf die Bewegung derSchwärmzellcn einen ersichtlichen Einfluß aus. Und zwar ist es eine gewisse mitt-lere Beleuchtung, die diesen Körperchcn am meisten zusagt; dircctes Sonnenlichtfliehen sie ebenso sehr wie den Schatten. In Gefäßen begeben sie sich in der Regelan den dem Fenster zugewendeten Rand; dieser erscheint daher meist mit einem grü-ndn Saume bezeichnet, welcher neben verschiedenen Infusorien auch aus zahlreichenSchwärmsporen besteht, die sich an dem belebenden Reize mit Wollust ersättigen.Lir wenden das Gefäß um, sodaß die vorher beschattete Seite, an der wir nurenig belebte Wesen bemerkt hatten, jetzt dem Lichte zugekehrt ist; sowie die Schwärm-st en die Veränderung bemerken, so beginnt eine Völkerwanderung unter ihnen; eined' andern verläßt ihren Platz, schwimmt quer durch das Wasser, das für sie

-)cean ist, und ruht nicht eher, als bis sie wieder an der Sonnenseite angelangt

' 3n einigen Minuten hat sich der bis dahin tief grüngefärbte Saum aufgelöst;

l der entgegengesetzten Seite hat sich ein neuer Rand gebildet,

t Wunderbar ist auch, daß nach den übereinstimmenden Angaben aller Beobach-die Morgenstunden es sind, in welchen die Entbindung der meisten Schwärm-°ren vor sich gxhz. Schon gegen Abend bereitet ihre Geburt sich vor, und dersch Forscher muß oft die Nacht opfern, um das Ausschlüpfen zu beobachten, dasdie " s" den ersten Stunden des Tages beginnt. Im Laufe des Vormittags brechenSchwärmsporen aus; d.es Nachmittags findet man nur noch vereinzelteNickt Sonnige Tage begünstigen das Ausschwärmen; in trüben kommen sie

Her-Entwickelung. Die Jahreszeiten scheinen von geringerm Einfluß; die Bau-o" ^ schwärmen im Sommer wie im Winter, doch scheint der Frühling ihnenserg,f^g "igsten. Bringt man einen Vauchcriarasen aus einem Bache in ein Was-^rch w entwickeln sich sicher nach kurzer Zeit Schwärmsporen, offenbar angeregtbild«,, " Drtsveränderung; aber schon nach wenig Tagen hört die Schwärmzellen-g auf, sobald die Vaucherien sich an die neue Heimat gewöhnt haben."Gegenwart. XI. 47