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Eilfter Band.
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Die mikroskopische Welt.

Hälfte der Zellen männliches, die andere weibliches Geschlecht. In den weiblichenZellen bilden sich aus der Substanz der grünen Reifen große Schlcimkugeln, in einerjeden etwa 20—30; es sind dies die membranlosen Sporen. Die Reifen in denmännlichen Zellen färben sich röthlich und verwandeln sich in eine Unzahl stab-förmiger Körperchen, von birnförmiger Gestalt, mit spitzem glashellcn Schnäbclchcn,an dessen Spitze zwei lange Flimmerfäden entspringen. Jetzt beginnen diese Körpcr-chcn, die Spermatozoidcn von Lpliaoroplvg, sich rastlos und kräftig zu bewegen.Die männliche Zelle ist ganz voll von dem tobenden „Gewimmel derselben; aber baldtritt eins nach dem andern durch ein paar enge Öffnungen aus, die sich in dermännlichen Zelle gebildet hatten; nach ein paar Stunden ist dieselbe ganz leer ge-worden. Ins Wasser gelangt, umschwärmen die Spermatozoidcn lebhaft die weib-lichen Zellen, in deren einigen schon die grünen Sporenkugeln sich gebildet, gleichzei-tig aber auch kleine Löcher in der Wand aufgethan haben. Durch diese Löcher siehtman die Spermatozoidcn mit einer gewissen Geschicklichkcit sich hindurchwinden undin das Innere der weiblichen Zellen eintreten. Hier schwärmen sie stundenlang um-her; endlich heftet sich das eine an diese, das andere an jene Spore; sie verlierenhier bald ihre Bewegung und verwandeln sich in Schleimtröpfchcn. Jetzt sind dieSporen befruchtet; die grünen Sporenkugeln umgeben sich epst mit einer glatten, spä-ter mit einer sternförmig ausgezackten Membran, färben sich schön roth und stellennun die keimfähige „ruhende Spore" des Ningfadens dar.

Bei dem Knotenfaden (Osclogoiüum) und der Zwiebelborste (llulbooksete), dieebenfalls aus einfachen Zcllcnreihen bestehen, sind die männlichen Zellen sehr klein undspringen bei der Reife durch einen Deckel auf. Aus ihnen entschlüpft eine Schwärm-zellc mit einem Wimpcrkranze, ganz ähnlich den gewöhnlichen Schwärmsporen vonOeciogouium, doch kleiner, daher gewöhnlich als Mikrogonidie bezeichnet; sie heftetsich nach kurzem Schwärmen an die Außenseite einer weiblichen Zelle an, und keimtdorr zu einem kurzen Schlauche aus. Die weiblichen Zellen sind während dieser Zeitzu großem Blasen aufgeschwollen; ihr Inhalt ist zu einer kugeligen Spore umgebil-det worden; in ihrer Membran hat sich eine Öffnung gebildet. Der aus der Mikro-gonidie hervorgegangene Schlauch wirft an der Spitze ein Deckclchen ab, und estreten aus ihm einige, meist zwei längliche Körperchen, Spermatozoidcn, heraus-Diese begeben sich bald an die Öffnung einer weiblichen Zelle und kommen hier i"Berührung mit der Spore; nun ist diese befruchtet und verwandelt sich durch Aus-scheidung mehrer Häute in eine ruhende Spore.

Obwol diese Thatsachen bisjeht noch die einzigen vollständigen Beobachtungs"über das Geschlecht der Alge» in sich fassen, so geben sie uns doch die Gewißheitdaß auch bei allen übrigen Arten ein gleicher Proceß obwalten werde. Bei viele"Algen kennen wir bisjetzt nur das eine oder das andere der Geschlechtsorgane. Nuhe"^Sporen sind bei mehren Arten beobachtet, und wir können jetzt voraussetzen, ^dieselben befruchtete Eier sind, und daß die Spermatozoidcn noch entdeckt werdemüssen. Bei ander» Gattungen kennen wir nur die Mikrogonidien; wir wissen "fs.jetzt, daß dieselben höchst wahrscheinlich befruchtende Samenclemente seien, und es bl^uns nur die Aufgabe, auch die weiblichen Organe aufzufinden. Das wichtigste ^gebniß dieser Untersuchungen ist der Nachweis, daß dieselbe geschlechtliche Differenz, ^in rätselhafter Weise bei Bildung der höchsten Pflanzen und Thierformen w'lsv'^in ganz gleicher Weise auch die erste Bedingung für die Fortpflanzung dersten Zcllenpfläuzchen ist. J> die wunderbaren Vorgänge, welche bei den."AxhenGeschöpfen in ein undurchdringliches Dunkel gehüllt sind, liegen bei denmikroskopischen Formen in voller Klarheit vor unS und gestatten uns selbst ^xjlichzu thun auf die Entwickelung der höhern Organismen. Auf welche Weiss ^ sie-dle Spermatozoidcn auf^die-zu befruchtenden Keime wirken, ist auch durch ^ ^er-

sten Entdeckungen noch Geheimniß geblieben. Wir wissen nicht einmal, ob diematozoiden direct in den Sporenkeim eindringen und mit seiner Substanz sichwie PringSheim behauptet, oder ob sie blos auf der Außenseite sich anheften,