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Die mikroskopische Welt.
daher nur durch Mittheilung ihrer innern Bewegung auf die Sporen nach Art derFermente wirken können, wie Thuret und Cohn angeben. Wir müssen uns mit derThatsache begnügen, daß von den niedersten bis zu den höchsten Schöpfungen derorganischen Natur dasselbe Gesetz und derselbe Proceß die Zeugung eines neue» In-dividuums vermittelt.
Was die Keimung der ruhenden Sporen, also der befruchteten Eier bei denAlge» betrifft, so ist dieselbe ebenfalls erst in den letzten Monaten erforscht worden,und es hat sich gezeigt, daß bei einigen Arten, wie bei Vsuolieris, die Spore un-mittelbar zu einem Schlauche auskeimt; bei andern Conferven dagegen (Spkseropleg,Lultroelweto u. s. w.) bildet aus dem Inhalt der Spore sich eine größere Anzahl vonSchwarmzeiten, welche die Haut der Spore durchbrechen und nach längerer Bewe-gung zu Confervenschläuchen auskeimen. Bei diesen letzter« Arten gehen also auseinem einzigen Ei mehre Junge hervor.
Conjugation.
Es bleibt uns noch die Betrachtung eines Processes, welcher bei einer Reihemikroskopischer Organismen die Sporenbildung einleitet, und zwar auf den erstenBlick die größte Ähnlichkeit mit einer geschlechtlichen Fortpflanzung zeigt, dem jedochgerade die wesentlichste Bedingung derselben, die Existenz verschieden organisirter, be-fruchtender und befruchteter Zellen abgeht. Wir bezeichnen diesen merkwürdigen Vor-gang, der in den verwandten Familie» der Conjugaten, der Desmidicen und der Ba-cillarien beobachtet worden ist, als Conjugation (Copulation, Zygose). Wenn dieDpirogyrcn (Schraubenfaden) Sporen bilden wollen, so legen sich zwei Faden an-einander; alsdann sacken sich sämmtliche Zellen seitlich in kurze Äste aus; die Fort-sätze des einen Fadens treten mit denen des andern in innige Berührung und ver-wachsen zu hohlen Röhren, durch welche immer je zwei Zellen von beiden Seitencommuniciren. Alsdann zieht der Inhalt der einen Zelle sich zusammen und drängt!>ch in die Verbindungsröhrc, tritt dann durch diese hindurch in die andere Zelle ein,um sich mit deren Inhalt zu vereinigen und mit ihm in eine einfache Kugel zu-sammenzufließen. Diese aus der Vereinigung- zweier Zelleninhalte entstandene Kugelorganisirt sich zur ruhenden Spore, indem sie mit E)l- und Stärke sich füllt undsich mit einer Cellulose- und zwei derben Cuticularhäuten umgibt. Ist der Conjuga-ttonsproceß vollendet, so finden wir immer zwei Fäden durch Querjoche, gleich densprossen einer Leiter, verbunden, die Zellen des einen Fadens ganz inhaltsleer, diedes andern eine jede mit einer großen braunen Spore erfüllt. Die Keimung ge-lchicht, indem sich der Inhalt der Spore zu lebensthätigem Plasma umbildet; durchwn wird die innerste Cellulosehaut ernährt und strebt sich auszudehnen, sprengt diearren Eischalen, die jetzt als Schuh überflüssig sind, und wächst allmälig in einenäuge« Faden aus, in dessen Zellen das Chlorophyll die bekannte schraubenförmigeUnordnung annimmt.
Bei der Conjugation der Desmidicen, z. B. der Closterien (Spindelzcllen), legenuch zwei Individuen aneinander und brechen dann in der Mitte auf; der Inhalter beiden Zellen fließt zu einer grünen Kugel zusammen, die sich zum Schutz miterschiedenen Häuten umschließt und von den vier Hörnern der Mutterzcllen umgebenl - Die Keimung dieser Sporen ist noch nicht beobachtet. Bei den Bacillarien hatwn djx Conjugation erst in wenigen Gattungen untersucht. Auch hier nähern sichbe'b ^selzellen, umschließen sich mit einer gallertartigen Blase; alsdann springen^wc m ihrer Mittellinie auf, und aus ihrem vereinigten Inhalt bilden sich zwei neueacillarienstäbchen, welche der Mutterform gleichen, aber weit größer sind wie diese,n der Gattung Melosira (Oalllonolla, Dosenkette) conjugiren sich zwei benachbarteKu ^sselben Fadens, indem ihre Inhalte verschmelzen und zu einer einzigen großenso^l anschwellen. Ähnliche Vorgänge kennt man auch bei den Spirogyren. Denl'iz barsten Proceß zeigt eine Closterienform, die Nägcli dlssotiienium Lnclliokis-num, A. Braun ?»!moglc>ec> maoroooocs genannt hat. Während sich bei den