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Die mikroskopische Welt.
übrigen Fallen von Conjugation nur zwei Zellinhalte vereinigen, die Membranender in Conjugation begriffenen Zellen dagegen abgestreift werden, fließen hier auchdie Zellcnmembranen ineinander; zwei Zellen berühren sich an irgendeinem Punkteihres Umfangs und wachsen allmälig zu einem einzigen Körper zusammen; ja eskönnen selbst drei, vier, fünf und »och mehr Individuen zu einer einzigen großen Zelleverschmelzen, deren weitere Entwickelung noch nicht bekannt ist.
Da in allen diesen Fällen zur Sporenbildung zwar die Mitwirkung zweier Zel-len erfvderlich ist, diese aber nicht die geringste Verschiedenheit, am wenigsten einegeschlechtliche, den Keimzellen und Spcrmatozoiden der andern, Algen entsprechendeerkennen lassen, so kann man die Conjugation auch nicht als einen Befruchtungsactanerkennen. Welchen Zweck freilich dieses Zusammenfließen zweier lebendiger Zellenzu einer Spore haben mag, darüber läßt sich gcgenwärlig kaum eine Vermuthungaussprcchc». Es ist dies eben eines der vielen Räthsel, die in dieser Welt der Räth-sel und Wunder noch auf ihren Ödipus harren.
Mikroskopische Pilze.
Unter die Pilze stellen wir, wie wir schon oben bemerkten, alle diejenigen nie-dern Zellenpflanzen, die parasitisch auf Kosten anderer Organismen, oder doch vonden aus der Zersetzung derselben hervorgegangen»! Substanzen sich ernähren. EinigePilzformen (die Vibrionen, die Moderschläuche, die Faserflocken) sind von uns schonbei den Algen betrachtet worden, mit denen dieselben bis auf den Mangel der grü-nen Farbe und die abweichende Lebensart völlig übereinstimmen; die meiste» Pilzejedoch sind nach einem eigenthümlichen Typus gebaut und werden deshalb in einebesondere Pflanzenclasse zusammengestellt. Nur die einfachsten Pilze erscheinen alsfreie, kugelige oder spindelförmige Zellen, welche an Prvtococcus, Clostcrium und an-dere Algen erinnern; diese niederste» Formen ernähre» sich durch Aufsauge» organi-scher Substanz an ihrer ganze» Oberfläche. Die meisten Pilze dagegen erscheinen alslanggestreckte Schläuche, welche zu langen Fäden auswachscn und in ihren verschie-denen Theilen verschiedene Lcbensthätigkeiten ausüben. Der untere Theil des Pilz-fadens verzweigt sich vielfach und breitet sich aus, um den Körper, der ihm zurNahrung bestimmt ist, möglichst vollständig zu durchwachsen und auszusaugen; die-ser Theil, der gewissermaßen einer Wurzel entspricht, wird gewöhnlich als Myeclim"bezeichnet und verbreitet sich oft über weite Fläche»; natürlicherweise muß der Pilz,der selbst seinen Boden erschöpft, beständig ringsum weiter fortkriechen, um von dc"noch nicht angegriffenen Stellen die erfoderliche nährende Substanz zu empfange"-Während das Mycclium in horizontalem Wachsthum auch in solchen Orten üppig ws"chert, die -von allem Licht und frischer Luft abgesperrt sind, so zeigt der obere,der Regel aufrechte, oft zierlich verzweigte Theil des Pilzschlauchs das Bestrebe"'gleich allen andern Pflanzeiirhcilc» das Licht aufzusuchen, um Frucht zu rrage"'Wenn dies Letztere geschehen soll, so stülpt sich die Spitze des Pilzschlaucbs zu ci"ÄBläschen aus, das, größer geworden, meist eine kugelige Gestalt annimmt, mitund Schleim sich füllt, später sich von dem Mutterschlauch völlig abgliedert ""dann als Spore bezeichnet wird. Bei vielen Pilzarten sproßt unter der erste" ^eine zweite, dritte Spore in ähnlicher Weise hervor, und wir finden daher oft,der Spitze eines Pilzfadcns rosenkranzförmige S porenreihen; wenn viele solcherrcnrecheu nebeneinander hervorkreibcn, so erscheint der fruchttragende Pilzfade" ^einem äußerst zierlichen Pinsel oder Würstchen gekrönt, das dem bloßen Ansuchtein weißes, schwarzes, rothes, blaues Köpfchen erscheint. Die Sporen falle"vvm Mutterschlauch ab und zerstreuen sich im Winde; wenn sie aus günst'^'' xmden kommen, so keimen sie zu langen Fäden aus, deren unterer Theilzuni Mycelium sich ausbildet, während der obere bald wieder die Sporen
Bleibcn die Pilzschläuche so isolirt, wie wir dies oben geschildert haben, <den sie als Fadenpilze (Hyphomyccten), im gemeinen Leben als Schimm^ snct. Sie sind bald ihrer ganzen Länge nach einzellig, bald, durch Schewew