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Eilfter Band.
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Die mikroskopische Welt.

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aber mancher Jnfusoricnsammler wurde schon in unangenehmer Weise daran erin-nert, wenn er die Fläschchen, in denen er vielleicht nach tagelangcm, Suchen eine in-teressante Art heimgebracht, mit allzu viel Wasser gefüllt und beim Offnen des Pfro-pfens alle Thierchen erstickt fand, weil er innen nicht Luft genug zum Athmen übrig-gelassen hatte. Lachmann betrachtet die conkractile Blase als Herz, ihren Inhalt alsBlut und die sternförmigen Kanäle als Gefäße; bei dem Trompetenthicrchen hat der-, selbe ein rosenkranzförmiges contractiles Längs- und ein Quergefäß unterschieden. Lach-. Mann stützt hierauf seine Überzeugung, daß die Infusorien unmöglich einfache Zellensei» können, da sie ei» so complicirtes Gefäßsystem haben; dieser Grund ist jedoch nichtMaßgebend, da auch die Volvocinen (Volvox Komum, tllilamyeioinoims), über deren^ Einzclligkeit durchaus kein Zweifel sein kann, und die sogar zu den Pflanzen gezählt, werden müssen, doch ebenso gut contrackile Blasen haben wie die größten Infusorien.Dafür, daß die angebliche männliche Drüse der Infusorien ein samenerzeugen-des Organ sei, spricht auch nicht das Geringste, Alles aber dagegen. Nach der Lehrevon der Einzclligkeit der Infusorien ist dieses Gebilde vielmehr als der Zellenkern zubetrachten, und besitzt gleich dem Kern aller thierischen Zellen in der Regel eineMembran und ein Kernkörperchen; es wird daher auch als der Kern, dluolous, derInfusorien bezeichnet.

Rhizopodcn, Polythalamien, Polycystineen.

Ehrenberg hatte zwar allen Infusorien einen Mund zuertheilt; er halte aber^vch aus ihnen eine Anzahl von Familien herausgehoben, bei denen es ihm in der^vgel nicht gelungen war, diese Öffnung direct zu beobachten, noch auch indircctdurch die Aufnahme von Farbepartikeln zu beweisen. Er hatte diesen Familien einenesonder» Bau zugeschrieben, und sie als Darmlose, ^nsntsra, bezeichnet, weil erannahm, daß bei ihnen die zahlreichen, aber unsichtbar kleinen Magenbläschcn kreis-l wrinig und unmittelbar an der Mundöffnung, nicht aber wie bei den übrigen In-fusorien an langem Darme festsäßen. Der größte Theil der Formen, die EhrenbergfMter den Darmlosen zusammenstellt, sind von uns als Pflanzen anerkannt und alsWlche bereits von uns betrachtet worden; es sind dies ein Theil der Monaden, die! ^olvocinen, die Vibrionen, die Elostericn, Desmidiecn und wol auch die Baciltarien.Die übrigen Gattungen scheinen als Thiere betrachtet werden zu müssen; da aberauch bei ihnen jener angebliche Reichthum der Organisation, namentlich aber die Exi-eines Mundes durchaus von Niemand bestätigt werden konnte, so werden dieseNormen jetzt vielmehr als mundlose Infusorien (-Vslonm) betrachtet; dieselben stellenw vollständig geschlossene Schläuche oder Zellen dar.

, Die mundloscn Infusorien umfassen zwei große Truppen, von denen die einevh der mangelnden Öffnung gleichwol sich von festen Substanzen ernähren kann,zw andere nicht. Die mundloscn, aber fressenden Infusorien bilden eine besondere- Theilung, die von einigen Forschern gar nicht mit den übrigen Infusorien vereinigt,i Andern ihnen als die Classe der Rhizopoden entgegengestellt wird. Die Rhizopodcnl verscheiden sich von den übrigen Infusorien zunächst durch den Mangel der flim-ernden Wimpern; daher können sie auch nicht rasch im Wasser schwimmen, son-> nur langsam dahinkriechen. Dafür besitzen sie eine räthselhafte Fähigkeit, ihrebei' Zusammenzichung und Ausstreckung des Körpers in jedem Augenblick

tig 'S zu verändern. Am wunderlichsten zeigt sich diese Fähigkeit bei den Wechsel-fachen oder Amöben, die deshalb auch Proteus genannt werden. Es sind diessiül ^ gallertartige Bläschen, die bald an diesem, bald an jenem Ende sich aus-z, und einen langen Fortsatz treiben; dann quillt an einem andern Ende einSen"^/ dort ein dritter und vierter Fortsatz hervor; inzwischen ist der erste cingezo-Verv ^ stellt das Ganze eine Kugel dar; bald darauf hat sie sich in einen Stern^ andelt; jeden Moment ist die Form eine andere, stets höchst unregelmäßig, form-' als ob Jemand -in Wachsklümpchen nach Willkür knetete. andern Nhizo-