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Die mikroskopische Welt.
Kröpf crwcirert ist, und bilden mit dem gleichzeitig eingesaugten Wasser einen kuge-ligen Bissen, Ist dieser endlich groß genug, so verläßt er das offene Ende der Speise-röhre und tritt in die große Leibeshöhle; alsdann bildet sich ein zweiter Bissen anderselben Stelle, der das Schicksal des ersten theilt. Nach einiger Zeit sind im In-nern des Thieres eine große Anzahl von Bissen vertheilt; doch sind diese Bissenweder von besondern Magentaschen umschlossen, da man oft zwei zu einem großemKlumpen zusammenfließen sieht, noch sind sie an einem Darm befestigt, sondern sieschwimmen ganz frei im Leibcssafte und rotircn mit ihm. Die wasscrhellen Blasen,die Ehrcnberg als leere Magen betrachtet, sind nur, wie Meycn mit Recht bemerkte,,Vacuolcn, die sich in der Nindenschicht ausgeschieden haben; sie haben keine beständigeDauer, sondern verschwinden nach einiger Zeit und andere bilden sich an ihrer Stelle.Die Nahrung wird in der Lcibcshöhle verdaut, sodaß diese wie bei den Polypen ge-wissermaßen auch als ein einziger großer Magen angesehen werden kann. Ob nebender Mund- noch eine Afteröffnung im Jnfusoricnkörper cxistirt, darüber wird nochgestritten. Während nach einigen Beobachtern die unverdaulichen Neste durch denMund oder durch einen plötzlichen Riß des Körpers, der sich bald daraus wiederschließt, ausgeworfen werden, weist Lachmann in Berlin die Existenz eines besonder»Afters nach, der bei den Glockenthierchcn unmittelbar neben dem Munde, doch durcheine Borste von ihm getrennt liegt. Muskeln und Nerven existiren nicht bei dc>!Infusorien; die contractilc Substanz, aus welcher der Körper dieser Thierchen be-steht, besitzt an sich schon die Fähigkeit sich zusammenzuziehen und zu empfinde»,ohne daß es dazu besonderer Organe bedürfte. Was freilich die rothen Pigmentfleisssind, die Ehrenberg in vielen Thieren als Augen erklärt, läßt sich noch nicht a»'geben; bisjeht spricht nichts dafür, daß sie mit Nerven in Verbindung stände»'Doch hat Liebcrkühu in Berlin bei einer Art (Oplirz-ngluiw) über den farbig^Fleck ein uhrglasähntichcs Gebilde, anscheinend eine Hornhaut, entdeckt. Die Wi>"'per», welche die Außenseite der Jnfusoricnhaut bekleiden, werden ebenso wcn'sdurch besondere Muskeln in Bewegung gesetzt, als die ganz ähnlichen Härchen, ^an der Oberfläche der Schwärmsporcn bei den Algen oder den Obcrhautzelleuhöher» Thieren flimmern; es ist vielmehr die Flimmcrbcwcgung ein eigenthümlich^Lebensact, der von einer einfachen Zellmembran ausgehen kann, und von einer Co»lractilität der Wimpern, möglicherweise von Elektricität, keinesfalls aber von Musst-lhätigkeit abzuleiten ist. Was Ehrcnberg von den Geschlechtsorganen der Jnfusori^sagt, ist ebenfalls ganz willkürlich herbeigezogen; die angeblichen Eierchen sind »ichals Nahrungspartikcln oder Pigmcntkörnchcn, die durchaus nichts mit der Fortpst'"'.zung zu thun haben und die noch Niemand sich hat wcitcrentwickcln sehen. Es st"daher ebenso wenig Eier vorhanden, als die sogenannte männliche Drüse Same» ^zeugt, oder die contractilc Blase diesen Samen ausgicßen und verbreiten kann; dtdiese letztere, die in regelmäßigen Zwischcnräumen sich zusammenzieht und wieder
dehnt, enthält niemals Samentierchen, sondern immer nur eine klare Flüssigkeit
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ist als eine Vacuole in der Nindenschicht zu betrachten, die rascher als die
verschwiiidct und sich neu bildet. Der Zweck ihrer Contractioncn ist wahrsch^"^,!
frisches Wasser von außen aufzunehmen und in der Substanz der Rindensch'^vertheilen; bei einigen Arten sieht man, so oft die contractilc Blase verschwu»be" ^an ihrer Stelle feine Röhren sternförmig sich durch die Substanz der RindemA^-hindurchziehe», gleich Kanälen, in welchen das aufgepumpte Wasser durch ^Slasepcrsubstanz getrieben wird. Diese Kanäle werden wieder unsichtbar, sobald d> desselbst sich mit Wasser vollfüllt. Ob dieses Wasser durch die geschlossene ^ Aff-Thicrcs hindurchschwitzt, oder ob die contractilc» Blasen durch eine nchcr
nung nach außen münden, wie O. Schmidt in Jena behauptet, ist »och die»e"»entschieden; jedenfalls scheine» die contractilen Blase» als Athemorgane i"und den sogenannten Wassergefäßen der Würmer einigermaßen zu entsprechen- ^edie Infusorien athmen, das heißt, daß sie die in, Wasser aufgelöste, ^""„.«selbst»Luft zu ihrer Eristcnz bedürfen und aufnehmen müssen, versteht sich
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