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Eilfter Band.
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782 Die mikroskopische Welt.

immerhin als magcnfüllendc Masse dem Hunger auf einige Zeit gewehrt haben.Auf der andern Seite ist es aber bekannt, daß in vielen Gegenden, namentlich inheißen Ländern, gewisse Erdartcn, gewöhnlich als fetter Letten bezeichnet, nicht zurSättigung, sondern als Leckerbissen, ja als Lcbensbedürfniß genossen worden, und- die Reisenden erwähnen eine große Menge solcher eßbarer Erden von der leukogäi-schen Erde (olio.i) der Capuaner bis zum Letten der Otomaken und Negersklaven,der (geräucherten) Naucherdc der Javanesen, der Erdsahnc der Tungusen, dem Erd-brot der Russen und andere. Sonderbarerweise hat Ehrenbcrg in vielen dieser eßba-ren Erden Bacillarienschalcn in geringerer oder größerer, oft in überwiegender Mengeaufgefunden, und diese können allerdings dazu beitragen, dem Letten jene weiche, fein-pulverige Mischung zu verleihen, die für einen krankhaft erregten Gaumen wohl-thuend und reizend erscheinen mag.

Polpthalamien. Kalk - Kreidegebirge.

Wenn die Entdeckungen Ehreubcrg's in einer Reihe mächtiger Kieselfelscn denverborgenen Stempel unsichtbarer Werkmeister, die sie gebildet, uns enthüllten, sohaben die Untersuchungen desselben Forschers erwiesen, daß auch ein anderes auf derOberfläche der Erde noch vcrbrcitctcrcs Element, der Kalk, ebenfalls in der Werk-stätte des mikroskopischen Lebens geformt und verarbeitet worden ist. Ich übergehehierbei die Korallenfclscn, die, von der größten geologischen Wichtigkeit, zwar vonkleinen, aber doch nicht eigentlich von mikroskopischen Thierchen gebaut worden, undbeschränke mich auf die Jnfusoricufamilie der Polythalamic», deren Werke zu dengroßartigsten Schöpfungen der Natur gehören. Wir haben schon früher von denschncckenähulichcn, vielkammcrigen, porösen Schalen dieser Thierchen gesprochen, die,unzerstörbar nach dem Tode ihrer lebendigen Bewohner, sich am Meeresgrunde ab-sehen und bei der unglaublichen Vermehrung derselben zu mächtigen Lagern ansam-meln müssen. Die Polythalamic» helfe» den Bacillarien die Häfen verschlammen,und in dem Sande, den das Meer auswirft, sind sie oft in solch unendlicher Menge,daß nach d'Orbigny in einer Unze Sand (von den Antillen) etwa vier Millionen ge-funden wurden. Wie die Bacillarien, zeigen auch die Pvlythalamien eine unglaub-liche Unempfindlichkcit gegen die Einflüsse des Klimas, und dieselben Arten sind >»den tropischen wie in den Polarmecren beobachtet worden, obwol allerdings mancheArten eine beschränktere Verbreitung besitzen und im Allgemeinen die Zahl derselbe»nach den Polen zu bedeutend abnimmt. Ebenso widerstehen die Pvlythalamien dem ge-waltigsten Wasserdruck. D'Orbigny fand bei einer Messung des Meeres am Cap'Hoorn in äOO Fuß Tiefe, daß sich nicht weniger als äO lebende Arten an das Sew'blci gehängt hatten, und Ehrenbcrg glaubt selbst, daß die von dem Meeresgrundeseiner Liefe von 12000 Fuß hervorgeholten Polykhalamien zum großen Theil noch lebendgewesen seien. Bei dieser Fähigkeit, in den verschiedensten äußern Bedingungen aus;»'halten, ist es kein Wunder, daß dieselben Polykhalamien, die noch heute unserebewohnen, bereits eine ganze Reihe von geologischen Katastrophen überlebt lns-Hund zum Theil bis zur Krcidcformation hinabrcichcu. Doch hat sich seit derder Stcinkohlenformation, wo zuerst uns eine Polythalamic begegnet, nicht g,ständig die Zahl der Arten in dieser Thierclasse vermehrt, sodaß im Jura ^in der Kreide 280, in der Tertiärformation -isiO, in der Jchtwelt über 10t>0lythalamien gefunden worden; sondern es werden auch ihre Formen um sound mannichfaltigcr, je mehr wir uns der Gegenwart nähern. Doch sind es §die fossilen Pvlythalamien, deren Schalen sich zu den mächtigsten Kalkgebirges.^,,gethürmt haben. Die größern Formen, die Nummulinen und Miliolcn h^-'^jschengroßen Theil der Pyrenäen sowie die übrigen südeuropäischcn und nordaH''^ ^Gebirge aufgebaut, und die Pyramiden von Ghizeh sind aus großen Polytha^schalen gebildet, welche einst Strabo für vertrocknete Erbsen erklärt hatte,den, für die Arbeiter bestimmten Vorrakh übriggeblieben seien. . xj„ein

Andere kleinere Arten bilden die Kalk- und Mcrgelgesteinc, die w>

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