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Eilfter Band.
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Die mikroskopische -Melk.

diese Arten wieder und die Fäulniß hat damit ein Ende. Daher sind die Infuso-rien dazu bestimmt, alle todte» Körper, deren Vcrwesungsproccß den übrigen Or>ganismcn leicht sehr nachtheilig werden könnte, aufzuzehren und aus der Welt zuschaffen; sie gehören gewissermaßen zur Neinigungspolizci der Natur, gleich vielenInsekten, den Aasvögcln, den fleischfressenden Säugelhieren, und der Nutzen, densie in dieser Beziehung schaffen, ist durchaus nicht zu gering anzuschlagen.

Andere mikroskopische Organismen wirke» nicht direct durch die Assimilationfaulender Stoffe, sonder» durch das Ausathmcn von Sauerstoff, welcher diese Stoffeverbrennt, vxydirt und so dieselben ebenfalls zerstört und unschädlich macht. Es sindnamentlich die grüne» Alge» und Infusorien, denen in dieser Beziehung eine hoheBedeutung zukommt. Morren hat gefunden, daß der Akhmuugsproceß dieser mikro-skopische» Pflänzchcn und Thierchen genau so vor sich geht wie der der großen Ge-wächse: daß sie im Dunkel Kohlensaure ausscheiden, dagegen im Sonnenlicht großeMassen Kohlensäure absorbiern und dafür ebenso viel Sauerstoff ausathmen. Wenndaher die Sonne eine Wasserfläche beschnitt, so entwickeln sich die von der Respi-ration der Infusorien entbundene» Gasblasen in solcher Menge, daß das Wasserin Blasen aufschäumt und zu sieden scheint; dieser Sauerstoff ist es aber auch, der, >im Wasser gelöst, die belebenden, der Gesundheit zuträglichen Eigenschaften desselbenerhöht.

Freilich scheinen in andern Fällen die mikroskopischen Organismen durchihren Athmungsproccfi bei weitem verderblichere Einflüsse auszuüben. Der tödtlichcEinfluß stehender Gewässer und Sümpfe ist schon seit den älteste» Zeiten berüchtigt.

In solchen flachen, überschwemmten Gegenden haust jahraus jahrein das Fieber, lund in der heißen Zone haben hier die furchtbarsten aller Epidemien ihren Ursprung !

genommen: die Pest aus dem feuchten Nildelta, die Cholera aus den Niederungendes Ganges, das Gelbe Fieber aus den Sümpfen der Mississippiniündung. Jinsüdlichen Europa sind große, einst blühende Provinzen unter dem Pesthauchder Malaria oder der ^rü> cmttiva verödet: die toscanischen Maremmen haben daseinst von reiche» Städten bewohnte Etruskerland, die Pontinischcn Sümpfe die blü'hcnde römische Campagna entvölkert und in eine Wüste verwandelt. Dass Vorzugsweise die Sümpfe Veranlassung der tödtlichc» Ausdünstungen sind, die über diese»Landstrichen lagern, erweisen die segensreichen Bestrebungen der toscanischen u»döstreichischen Regierung, die durch Ableitung der das Land überschwemmenden Gc>birgsbache und durch Trockenlegung der Sümpfe große, einst unbewohnbare Gefil^umgewandelt haben. Worin bestehen und woraus entstehen nun aber diese unsich^'baren Miasmen, die den Einheimischen. wie den Fremden mit unvermeidlichem Siech'rhum vergiften? Zwar ist die Wissenschaft noch nicht im Stande hier eine rutschtdcndc Antwort zu geben; da jedoch die giftigen Gase nur im Sommer sich ub^den Sümpfen lagern und auch bei Nacht weit tödtlichcr wirken als während deTages, so liegt der Gedanke nahe, daß dieselben mit dem Athmungsproccß der Pfi»"Izen zusammenhängen, welche diese Sümpfe bewohnen und bekanntlich nur des NacbKohlensäure aushauchen. Manche mikroskopische Wesen scheinen specifische ^auSzuathmen, die der Gesundheit besonders nachtheilig sind. Taucht man die Ein ein von der Hüllenkugel (tUilucuz-clninou.i^ I'ulvwcuilrw) grüngcfärbtcs hxrso heftet sich an dieselbe ein eigenthümlicher modcrartiger, spermatischer Geruch, ^schwer -u entfernen ist, und die übelriechenden Ausdünstungen vieler TeicheSumpfe rühren offenbar nur von ihren mikroskopischen Bewohnern her.

Naturforscher haben auch auf die Algcnfamilie der Armleuchter oder Cha"" ^merksani gemacht, die überall die Sümpfe der Maremmen bewohnen und 'ihrer Verwesung einen furchtbaren Gestank entwickeln. Es ist jedoch nicht u>>schcinlich, daß auch die mikroskopischen Pflänzchen und Thierchen, die gcw»P ^wie überall die Sümpfe ganz und gar mit Leben durchtränken, Mü-

der Alisscheidung jener Miasmen spielen mögen, die auf die Organismen e ^scheu wie Gifte oder Fermente zu wirken scheinen. Als bei der Odcru e