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Die mikroskopische Welt.
ses Pulver, der Brandstaub, besteht aus Millionen kleiner Kügclchen, den Sporendcö Brandpilzes ('rillet,.-, L.-irlio). Wenn die brandigen Körner aufplatzen, so wer-den die schwarzen Brandsporen ausgestreut und hängen sich auch an dem gesundenWeizen fest, und wenn der Landwirlh im nächsten Frühling diesen Samen in dieErde senkt, so säet er gleichzeitig, ohne es zu ahnen, auch Millionen Brandpilzeaus. In der Feuchtigkeit des BvdenS keimen diese Pilzsporen zu kurzen Schläuchen,die an der Spitze alsbald wieder eine» Kranz von sechs bis zehn spindelförmigen Zellentreiben; jede dieser Zellen erzeugt wieder ein paar kugelige Kciinkörner, und ein jedesKeimkorn, deren auf diese Weise aus jeder Brandspore stets eine große Anzahlhervorgehen, ist der Keim eines neuen Pilzes und verlängert sich in einen langenFaden, der sich zwischen den Würzclchen dcS inzwischen gleichfalls gekeimtcn Wcizen-pflänzchcn ins Innere desselben einbohrt; in den Geweben des Weizenstengelchcn fin-det der Pilzkeim Säfte und Nahrung, durch die er sich mehr und mehr auszudehnenund zu verzweigen vermag. Je höher der Weizen schoßt, desto mehr vergrößert sichauch in seinem Innern der verborgene Feind, und wenn der Weizen in Blüte ge-treten und die jungen Körner zu schwellen beginnen, dann dringt der Pilz, denSaftwegcn folgend, auch in die letzter» und saugt räuberisch die süße Milch ein,welche die Mutterpflanze zur Ernährung ihrer Samen in reicher Fülle entwickelt.Die Zellen des Weizciisamcns aber, die dazu bestimmt waren, den Keim für dasnächste Jahr zu bilde» und mit Mehl und Eiweiß zu ernähren, gehen nun ausMangel an Nahrung vor Hunger zugrunde, und an ihrer Stelle erfüllt der mör-derische Brandpilz die leere Höhle deS Samenkorns, indem er sich darin ausbreitetund seine eigene giftige Brüt niederlegt. Während das Pilzgewcbe bisher nur auslangen verzweigten Fäden bestanden, so fängt cS jetzt an Frucht zu tragen: daSheißt: es sprossen aus den Pilzfädcn im Innern, des Wcizenkorns an allen Ende»schwärzliche Kügclchen hervor, die, wenn sie gereift und von den Mutterfäden abge-fallen sind, jenen schwarzen Brandstaub darstellen, den wir als den Anfang derKrankheit bereits erkannt hatten. Wo der Brandpilz im Weizcnfelde reichlich sichentwickelt, wird oft ein Drittel des Ertrags durch ihn zerstört. Der Roggen istdem Brande weniger ausgesetzt, dagegen wird der Hafer, der Hirse, der Mais oftin fürchterlicher Weise von Brandpilzen heimgesucht. Da, wie wir gesehen, dieHanptgucllc der Ansteckung in den Brandsporcn liegt, welche dem Saatgetrcide a»'haften, so bleibt, um diesem Übel vorzubeugen, kein anderes Mittel übrig, als jeneSporen zu zerstöre». Dies.geschieht leicht, wenn man den zur Aussaat bestimmte»Weizen einige Stunden mit Ähkalk oder noch besser mit einer Auslösung von KupferVitriol in Wasser beizt, wodurch die Keimkraft der Pilzsporcn, nicht aber die dc§Getreides vernichtet wird. Auf diese Weise können die Felder leicht vor den Zcrst»'rungen deS Brandes behütet werden; ganz freilich wird auch dadurch die Möglichkeiteiner Ansteckung nicht ausgeschlossen, da ja ein Theil der Vmndsporen auf die Er^fällt oder durch den Dünger auf den Acker gebracht wird und dann immer »ochleicht den Zutritt zu den Wcizcnpflanzcn finden kann. Die Entwickelung des Bra»'des, wie wir sie oben geschildert, war bis in die neueste Zeit völlig unbekannt »»ist erst seit Anfang des JahrcS 1855 durch die übereinstimmenden Untersuch»»^von Tnlasne in Paris und Kühn in Bunzlau genau erforscht worden. ^
Der Rost (IHdioim-äs iine.irw) rührt von einem mikroskopischender sich weniger in den Ähren als in den Stengeln und Blättern der Gctre' ^
ten ausbrcitct und beim Sporentragcn die Oberhaut der Pflanzenkhcile durch ^
in deren Innern er sich entwickelt hatte; seine Sporen sind röthlich, und daher zneu die befallenen Pflanzen sich schon von weitem durch rostfarbene StreifenObwol der Rost nicht dircct die Körner angreift, so schadet er doch mittelbarErtrage der.Ernten bedeutend, indem die von ihm befallenen und ansgesa"»Halme den Ähren nicht genug Nahrung zukommen lassen können und dieseverkümmern müssen.