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Eilfter Band.
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Die mikroskopische Welt.

verfärben, eS wird gelblichgrau und rollt sich zusammen, und es ist dieser Anblickin ganzen Gegenden, die von der Krankheit befallen waren, nm so trostloser, jeauffallender das welke Ansehen der Weinberge mit ihrer sonstigen frcudiggrüncnPracht contrastirt. Es entwickelt sich nämlich ein parasitischer Schimmel, das Oi-ckium luoleori, auf der Außenseite der Blätter, nicht, wie die bisher betrachtetenPilzforme», im Innern derselben. Eleicbwol tobtet das Oidinm, obwol nur ein Epi-phyt, die Pflanzcntheile, auf denen es sich entwickelt, in ganz ähnlicher Weise wiedie früher charakterisieren Entophytcn; indem es sich nämlich mit Hülse zahlloser klei-ner Saugwärzchen an die Oberhaut sesthängt, stirbt dieselbe an allen diesen Punktenab, und es wirv dadurch der normale Lebensproceß des Blattes unterbrochen. Brei-tet sich nun das Oidium auch auf die jungen Traube» aus, so wird auch die Ober-haut der Beeren allmälig abgelichtet; bald zerreißt dieselbe, da sie als abgestorbenesGebilde nicht wciterwachsen kann; aber die aufgesprungene Beere kann sich nunauch nicht mehr entwickeln, sie verdorrt im Sonnenschein oder sie verfault, wennRegen hinzutritt. Nur wenn der Schimmel eine schon fast ausgewachsene Traubeerreicht, ist der Schaden, den er veranlaßt, unbedeutender, obwol auch dann dieBeeren nicht völlig auswachsen und die fleckige Oberhaut ihnen ein unschönes An-sehen gibt. Daß die Epidemie von einem kleinen Herde aus sich in allmäligcmFortschritte über ganz Europa ausbreiten konnte, erklärt sich aus der zahllosen Mengevon Sporen, durch die sich das Oiilium l'uckori fortpflanzt. Aus allen Punktendes weißen Schimmels nämlich erheben sich aufrechte Fäden, die sich an der Spitzezu eiförmigen Bläschen abgliedern. Diese Bläschen (Conidien oder Brutkörner ge-nannt) dienen dazu, den Schimmel von Blatt zu Blatt, von Nebe zu Nebe zuverbreiten und so einen Weinberg nach dem andern zu vergiften. Da jedoch dieseBrutkörner von weicher, zarter, vergänglicher Beschaffenheit sind, und weder dasAustrocknen noch das Überwintern lange zu ertrage» scheinen, so blieb es immernoch räthselhaft, in welcher Weise der Keim der Krankheit sich den Winter über er-halten und im nächsten Frühjahr auf dem inzwischen hervorgcsproßten, frischen Laubeseine Verheerungen erneuern könne. Eine zweite Forkpflanzungswcise des Oiiliumlueleeri scheint hierfür den Schlüssel zu liefern. Es bilden sich nämlich im Herbstean den Schimmelfäden hier und da Körpcrchen (sogenannte Cicinobolusfrüchte), dieim Innern mit zahllose» Sporen gefüllt sind; diese spritzen in einem langen Strahleaus der Öffnung der Frucht hervor und scheinen, an den Stengeln und den unter»Tbcilen des Wcinstocks festhängend, den Winter leicht überstehen, im nächsten Früh'jähr aber sich wciterentwickeln ;u können.

Die Traubenkrankheit gehört unter eine Reihe von Pflanzencpidcmien, die »»'ter dem Namen des Mehltha» oder Nußthau berüchtigt sind und sich auf den Blät-tern der Bäume, namentlich auf Pfirsichen, Linden und Akazien, auf dem Hopse»/den Gurken und Bohnen sowie zahlreichen wilden Pflanzen bcmcrklich mache»'auch bei den Stachelbeeren und Johannisbeeren veranlaßt ein Mehltha» sehr, bedeutendeVerheerungen, die namentlich in Nordamerika beobachtet worden sind. Überall si»des cpiphytische Schimmel, deren weiße verzweigte Fäden, ganz ähnlich denen desOiliium lueleeri, an die Oberhaut sich festsaugen und diescll-e allmälig tödten.der Fortpflanzung dieser Mchlthauaricn bat man nicht nur wie bei demlucleeri die eiförmigen Conidien und die Cincinobolusfrüchte, sondern außerdem »0^eine dritte Art von Organen bemerkt, die man als die eigentlichen echten Feücb ^dieser Pilze betrachten muß. Es sind dies kugelige Kapseln, die von einem Kra»?lcmger zierlicher Haare rings umgeben sind; in ihrem Innern befindet sich ^genannter Fruchtkern, bestehend aus einer Anzahl von Fruchtschläuchen, deren stvier große, ölhaltige Sporen einschließt; wegen dieses Fruchtbaus werden die s-''des Mehlthaus trotz ihres einfachen schinimelähnlicheu GcwcbeS zu den Kernp> z(in die Nähe der Spha'ricn und des MutterkornpilzcS) gestellt und alS ^

bezeichnet. Der Schimmel der Traubenkrankheit ist höchst wahrscheinlich mich eErisyphc oder ein Mehlthau, doch sind die eigentlichen Kernfrüchte dcS Trau