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Eilfter Band.
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Die östreichische Monarchie.

sprüngliche, vortreffliche Nace sich durch zu frühe Anstrengung der Fülle» zur Ar-beit und kärgliche Nahrung sehr verschlechtert hat, treiben blos die deutschen An-wohner eine ausgedehnte Pferdezucht. Während im Kronlande im Allgemeinen 68Pferde auf 1000 Menschen entfallen, steigt die Zahl im sächsische» (hennannstädter)Districte aus 154. Don der Bukowina gilt das Gleiche. Auch hier, wo das Ee-stütcwcsen einen so großen Umfang einnimmt, befassen sich doch ernstlich nur diedeutschen Colonisten mit der Pferdezucht. Einflußreicher noch als der Verfall derPferdezucht in der Bukowina ist der sichtbare Verfall der Nindviehzucht.

Bis zum Jahre 1848 war eine ausgedehnte Ochscnmast hier im Schwünge,welche, mit der galizischen verbunden, den Fleischmarkt in den westlichen Provinzenvorzugsweise deckte. Die Zahl der aufgestellten Mastochscn, theils inländischen Ur-sprungs, theils aus den östlichen Nachbarländern eingeführt, betrug sonst in jeden,Winter mindestens 12000 Stück. Im Jahre 1851 war sie bis auf 5750 Stückgesunken. Den Nachtheil dieser Minderung empfinden die östreichischen Centrallän-der in herbster Weise. Infolge dessen sind nämlich die Fleischpreise so hoch (bereitsums Doppelte) gestiegen, daß Rindfleisch allmälig aufhört, eine» regelmäßigen Be-standtheil der Vvlksnahrung z» bilden. Die Hauptursache der steigenden Fleisch-preise und der verminderten Ochseninast in der Bukowina und in Galizien liegt inden» verkümmerten Viehhandel mit Bessarabien, woher die Bukowina ihre meistenMastochsen bezog. Die Einfuhr betrug vom Jahre 1820 — 50 durchschnittlich50000 Stück, von 1850—40: 45000, von 1840—47: 40000; im Jahre 1849:24500, im Jahre 1850 endlich blos 12687 Stück. Seit dem Jahre 1851 herrschtin Bessarabien beinahe ununterbrochen die Rinderpest. Diese nimmt nach neuernUntersuchungen in Tuzly am Schwarzen Meere ihren Ursprung und wird von daaus durch die Zugochsen, welche zum Transport des sogenannten Tuzlasecsalzes ver-wendet werden, nach Bessarabien verschleppt. Sie decimirt nicht nur hier, sondern !auch in der Bukowina, in Ungarn und Siebenbürgen den Rinderbestand und treibt j

nothwendig die Preise für das gesunde Vieh in die Höhe. Bessarabien selbst ver- !

wandelt sich immer mehr aus einem Weidelande in ein Agriculturland, die riesigenMeiereien (Oclcha) schwinde», an ihre Stelle treten Dörfer, die Hirten weichen denBauern, deren Erzeugnisse im nahen Odessa eine» vortrefflichen Absatz finden. An-dere Hemmnisse des bessarabischcn Viehhandcls sind die erst in der neuesten Zeit ver-ordnete 20tägigc Contumaz, welche die Kosten eines jeden Viehtricbes (zu 150 Stückangeschlagen) um 1500 Gulden vermehrt, ganz abgesehen von dem übrigen Nachthei-len einer langen Einsperrung des an Bewegung und freie Luft gewohnte» Viehes >>'enge, schlechte Räume, und schließlich die Paßplackereien der russischen Regierung- ;Auch die mislichen Valutaverhältnisse, welche eine Differenz von 20°/» im Preistbewirken, müssen mit in Anschlag gebracht werden, um das rasche Sinken des sonstso blühenden Viehhandels mit Bessarabien zu erklären. Außerdem aber ist »ockder Stand der heimischen Nindviehzucht in der Bukowina einer allmäligen Verschlech-terung ausgesetzt. Während für den Zeitraum von 1850—40 die Zunahme an er-wachsenen Hornviehstücken 66 "/> betrug, ist sie für die Periode 1840 — 50 am15,e.V> gesunken.

Östreich, welches so viele und mannichfache Gegensätze in sich faßt, kann sichauch rühmen, neben raffinirter Stallfüttcrung und rationell betriebener Vichz"weine nomadisircnde Hirtennation zu beherbergen. Das sind die sicbenbürgische»kauen, welche alljährlich im Herbste mit zahlreichen Heerdcn von Schafen, Aicgc»und Pferden nach der Moldau und Walachei ziehen, von hier aus bei Giurgewv,Kalarasch, Gura-Jalomitza und Braila oder Galacz über die Donau sehen und amden Triften der Bergabhä'nge und Thalmulden der nordöstlichen Balkanauslauseüberwintern. Die Districte zwischen Tultscha und Varna und die Donauniederun-gen in der Dobrudscha sind ihr gewöhnlicher Winteraufenthalt. Die HeerdenMvkancn bleiben Tag und Nacht unter freiem Himmel, bei starkem Schnecfall wden sie in die mit Rohr und Weidcngebüsch bewachsenen Niederungen getrieben,