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Eilfter Band.
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Die östreichische Monarchie. 827

sie vor Stürmen besser geschäht sind. Ihr Futter besteht aus Heu, oft aber, wennder Winter lange anhält und die Heuvorräthe aufgezehrt sind, bilden Wcidenzweigeund abgeschälte Baumrinden die ausschließliche Nahrung. Im Frühling werden dieHecrdcn in die höher gelegenen Weiden getrieben. Die Mokaneu besorgen dann dasGeschäft der Lammung und der Wollschur und treiben im Monate Juni die Hecr-den nach Siebenbürgen zurück. Viele bleiben aber auch den Sommer über in Bul-garien. Die größern Viehzüchter halten auch Rinderhcerden und pachten von denosmanischen Ajanen Wcidcgründe, auf denen sie ihre Hürden errichten. Die Mo-kauen zahlen außer dem Pachrgelde für die Weidegründe (2 — 3000 Piaster füreine Hcerde von 1000 Stücken) noch ein Zählgeld (s-iimale >,am) für jede Heerde,sind aber von allen Rajahabgaben befreit und unterstehen dem östreichischen Consulatin Galacz. Die nach Bulgarien zur Überwinterung eingetriebene Viehmenge ist nachUmständen verschieden. War der Sommer trocken, sind die Weideplätze durch dieSonnenhitze ausgebrannt und ist wenig Heu im Lande, so hallen die Mokanen ihreHecrdcn lieber in Siebenbürgen und in der Walachei zurück; ist hingegen eine reich-liche Spätweide vorhanden, so ziehen sie mit ihren Heerden über die Donau. ImWinter 18-46—47 waren nur 250000 siebenbürgische Schafe in der Bulgarei, vondenen gegen 30000 Stück im strengen Nachwinter zugrunde gingen. Im Herbste1847, wo sich die Wcidcvcrhältnisse sehr günstig zeigten, gingen zur Überwinterungüber die Donau 281 Heerden, bestehend aus 2005 Pferden, 4454 Ziegen und475333 Schafen; übersommert hatten daselbst 3000 Pferde und 150000 Schafe,sodafi im Winter 1847 — 48 5005 Pferde, 4454 Ziegen und 623333 Schafe imCapitalwerthc von 1 Million Gulden am jenseitigen Dvnauufer sich aufhielten. ImWinter 1848 bclief sich der Heerdenstand auf 500000 Schafe und 5700 Pferde.Diese Heerden stehen unter der Obhut von ungefähr 5000 Hirten (Osolmne») rumä-nischen Stammes, welche in Erdhütten wohnen, von der beliebten Mamaliga sichnähren und ihren Lohn zumeist in Schafen und Lämmern erhalten. Der Wollcr-trag wird durchschnittlich auf 27000 wiener Cenlner (1,200000 Oka) gerechnet, undan Ort und Stelle mit 4—4'/., türkischen Piastern per Oka verkauft. Die Haupt-absahvrte sind Orsowa und Kronstadt. In frühern Zeiten beschränkten sich dieseWanderungen auf die Donaufürstcuthümcr (noch jetzt sind in den Bezirken vonJbraila und Rimnik siebenbürgische Viehzüchter als Erundpächtcr ansässig, welcheungefähr 500000 Schafe halten); die Ausdehnung des Ackerbaus daselbst zwangdie Wanderungen nach dem andern Dvnauufer zu lenken, wo drei Vierthcilc desculturfähigen Bodens brachliegen und als Trifte» benutzt werden können. Daßdiese nomadisirende Viehzucht vom Ideale der Bodenwirthschaft weit entfernt ist, be-darf keiner Versicherung; noch ehe aber die Hebung des bulgarischen Ackerbaus dieMokanen vertreiben wird, dürfte» die neuern Kriegsercignisse ihren Wanderungen einZiel gesetzt haben. Über die Schicksale der Mokanen in den letzten Jahren liegenzwar keine speciellen Berichte vor, doch ist kaum anzunehmen, daß sie freiwillig ihrEigenthum den fourragirenden russischen und türkischen Truppen entgegenbrachte».

Bisjctzt wurde bei der Aufzählung der östreichischen Bobcnerzeugniffe auf diewichtigern Handelspflanzcn keine Rücksicht genommen, ebenso wenig bei der Erör-terung der Forstcultur auch des Torfes als Brennstoff gedacht. Die Cultur dererstem, die Benutzung des letztem findet keineswegs in einem wünschenswcrthen Gradestatt. Torflager z. B. kommen in fast allen sumpfigen Theilen der bukowinaer Fluß-thäler, namentlich im pruther Flußthale vor, und bergen einen unerschöpflichen Reich-tum von diesem Feuerungsmatcrial in sich. Von großer Mächtigkeit sind ferner dieTorflager im budwciser Kreise in Böhmen (jenes bei Chlumch, 1000 Joch ausge-dehnt, 6 — 12 Fuß tief, das Joch zu 250000 Kubikfuß trockenen Torfes gerechnet,bildet ein Äquivalent für 1,800000 Klafter Holz). Für das Erzgebirge ist die Be-nutzung des im egcrer Kreise häufig vorkommenden Torfes eine wahre Lebensfragegeworden. Im pardubitzer Kreise in Böhmen würden die Eisenwerke von Ranskound Pelles gleichfalls eine» größern Aufschwung nehmen, hätten Trägheit und Vor-