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Eilfter Band.
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Die östreichische Monarchie.

stens der Ruhm, den das silberreiche Böhmen, die goldene Bistritz (in der Buko-wina) früher genossen, heutzutage schwerlich gerechtfertigt. Die Goldwäsche in derBistritza beschäftigt — 8 Zigeunerfamilien, welche jährlich höchstens eine Mark Goldzur Ablieferung bringen. DaS goldreichste Land nicht allein in Östreich, sondern inEuropa überhaupt ist Siebenbürgen, dessen Ausbeute im Jahre zwischen 3599—4000Mark beträgt. Der Gesammtbetrag des Goldbergbaus in Östreich erreicht nochnicht die Summe von drei Millionen Gulden. Silber wird vorzugsweise in Böh-men und Ungarn gegraben. Dort beläuft sich der Silbergcwinn auf (ungefähr)30000 Mark, hier auf 77000 Mark, die Ecsammtproduction übersteigt 100000Mark, im Gcldwerthe von ungefähr drei Millionen Gulden.

Noch ungleich eingeschränkter als bei den edeln Metallen ist das Feld für denGewinn von Quecksilber und Salz. Ersteres wird bekanntlich ausschließlich beiJdria gegraben, letzteres beschäftigt vorzugsweise in Ealizien und Oberöstrcich denBergbau. Nach den letzten veröffentlichten Ausweisen betrug die Erzeugung vonStein-, Koch- und Meersalz in den einzelnen Provinzen:

TIeinsal,:

ttochsalz!

Meersalz:

Zusammen:

Etr.

Sir.

Sir.

Etr.

Oberöstreich Und Salzburg

9403

1,062721

—

1,072124

Steiermark.

2670

227775

—

230445

Tirol.

306

241225

—

241531

Galizien.

1,411952

495741

—

1,907693

Küstenland.

—

—

444573

444573

Dalmatien.

—

—

118463

118463

Summa

1,424331

2,027462

563036

5,014829

Dieser Gewinn deckt nicht allein den inländische» Bedarf, sondern gestattet aucheine namhafte Ausfuhr nach der Schweiz, Baiern, Preußen, Rußland (über einehalbe Million Centner) und der Türkei.

Der Stand des östreichischen Bergbaus und sein Erträgniß wird durch die fol-gende Tabelle ersichtlich, welche zwar dem Schlüsse des vorigen Jahrzehnds ange-hört, aber wol noch gegenwärtig Gültigkeit besitzt, da, mit Ausnahme der allerdingsnamhaft gesteigerten Thätigkeit in den Kohlenbergwerken, die bergmännische Pro-duction keine auffallenden Veränderungen erlitten hat, und diejenigen, welche dennochvorkamen, gegen den mächtigen Umschwung, der dem Bergbau in der nächsten Zu-kunft bevorsteht, unbedeutend erscheinen. AuS dieser Tabelle wird unS auch die großeWichtigkeit des Eisenbcrgbaus entgegentreten. Die volle Hälfte des Ertrags derBergwerke stießt aus dieser Quelle, welche überdies mit Ausnahme von Dalmatien,Venedig und des Küstenlandes in allen Provinzen Östreichs, am mächtigsten in Steier«mark und Kärnten, vorhanden ist. Auch der Steinkohlcnbau hat in der Monarchieeine ziemlich allgemeine Verbreitung. Böhmen steht an der Spitze und producirt fürsich allein soviel, als alle andern Provinzen zusammengenommen. Blos in Sieben«bürgen und in der Militärgrenze wird nicht auf Steinkohlen gegraben. Ob ditgeognostischcn Verhältnisse es verwehren, oder ob blos der Mangel an Nachfrage dieAufmerksamkeit und den Betriebssinn von diesem Punkte abgelenkt hat, muß dieWissenschaft entscheiden; gewiß ist, daß der Steinkohlenbergbau im südlichen Ungarn(jetzt in einem besondern Verwaltungsgebiet zusammengestellt) einer ungleich größerNAusbreitung fähig ist, als die Tabelle angibt. Die Reihenfolge der östreichisch^Provinzen nach ihrer bergmännischen Wichtigkeit ist folgende: Ungarn, BöhiNk»,Kärnten und Krain, Skeiermark, Mähren mit Schlesien, Siebenbürgen. Den Schlnkbilden das Küstenland und Dalmatien, deren Bergbauerträgniß nicht einmalSumme von 20000 Gulden erreicht.