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Die östreichische Monarchie.
gewüthet, niemals in Kohlcnwerken soviel spcculirt und von den Bergwerksbesitzernein so großer Gewinn erzielt als in dem erstgenannten Jahre. Die Ursache diesesplötzlichen Aufschwunges liegt zumeist in den hohen Holzpreisen. Wir haben schonoben bemerkt, daß die großen Grundbesitzer, in deren Handen sich fast ausschließ-lich aller Waldgrund befindet, in den erhöhten Holzpreisen Ersatz für die durchdie Grundcntlastung erlittenen Einbußen suchten. Frei von aller Concurrenz gingensie unvermuthet mit den Holzpreisen in die Höhe, und hielten diese fest, indemsie nur geringe Holzquantitätcn anboten, also den Holzhändlcrn größere Preise ab-zwangen, ferner indem sie die Differenz zwischen dem östreichischen Papiergelde unddem Silber benutzten und große Holzmassen (außer dem Bauholzc wurden auf derElbe >00000 Cenkner Brennholz exportirt) nach dem AuSlande schafften. Die Folgeder Holznoth war die gesteigerte Nachfrage nach Kohlen, welche erst seit dieserZeit in Fabriken und Privathäusern als Heizungsmaterial heimisch wurden. DerSteinkohlenvorrath reichte sogar nicht aus, um namentlich das Bedürfniß der Haupt-stadt zu decken, trotzdem daß ausgedehnte Kohlenreviere nur wenige Meilen vorihren Thoren sich befinden: es mußte die Intervention der Regierung nachgesucht, diefrachtfreie Verfuhr der außiger Braunkohle auf der Eisenbahn erbeten werden, umder gewaltigen Holznoth zu steuern. Gegenwärtig haben sich die Verhältnisse demnatürlichen Maße wieder genähert, die Holzprcisc, von der Concurrenz der Kohlebedroht, sinken, die großen Waldbesihcr haben ihren Kriegszug gegen das gegen-wärtige Geschlecht ausgegeben, zur Nachgiebigkeit wesentlich durch die Industriellenbestimmt, welche aus der Noth eine Tugend machten und endlich eine ausgedehntereBenutzung der Kohle in das Werk setzten. Während im Jahre 1849 blos ein ein-ziges Eisenwerk Steinkohlen aus den radnitzer Gruben im Betrage von 50090 Centnernverwendete, wurden im Jahre 1852 au vier Eisenwerke und eine Glashütte 400000Centner abgegeben, und auch diese Summe ward im folgende» Jahre beinahe wiederverdoppelt.
Man kann bereitwillig zugeben, daß die gegenwärtige Kohlenproduction bereitseine Stufe erstieg, welche die kühnsten Träume der vergangenen Zeiten weit hintersich läßt, man kann aber auf der andern Seite auch nicht leugnen, daß dieselbenoch immer nicht eine allgemeine Verwendbarkeit für industrielle Zwecke gewonnenhat. Dazu ist sie viel zu theuer. Diese Theuerung wird aber bewirkt, cincsthcilsweil der hohe Preis des Grubenholzes die Gewinnungskosten vermehrt, da zumal dasHolz für die sogenannten Tagbauten und die Strcckenverzimmerung aus weiter Ent-fernung geholt werde» muß, anderntheils weil die schlechten Communicationsniitttldie Frachtkosten der Kohle selbst ungebührlich vergrößern.
Bei der Anlage der östreichischen Eisenbahnen wurden bekanntlich die allgemei-nen Staatszwccke und militärischen Rücksichten vorangestellt, die industriellen Interessenin der auffallendste» Weise vernachlässigt. Die Hoffnung, nach der Vollendung derHauptlinien werde die Anlage von Seitenlinien den privaten Kräften überlassen blei-ben, verwirklichte sich nicht, indem eine lange Zeit hindurch der Grundsatz, daßder Staat Eisenbahnen bauen dürfe, festgehalten wurde: ein Grundsatz, der um ^mislicher war, als die Finanzverhältnisse der Regierung jede größere Auslage fü^öffentliche Arbeiten verboten. Erst in der jüngsten Zeit gelangten andere und rieh'tigere Ansichten zur Geltung. So bliebe» alle wichtigern Kohlenreviere, welche zu*fällig nicht an der großen Eisenbahnlinie von Bodenbach nach Triest liegen, von derWohlthat einer erleichterten Communication ausgeschlossen; aber auch die Wohlthuguter Straßen ging ihnen verloren, seit deren Unterhaltung nicht mehr als Zwangs-Pflicht auf den Bauern lastet. Die Folgen dieses Übelstandes sind in den letz«"Jahren grell an den Tag getreten. Die wichtigsten und reichsten Kohlcnwcrke,z. B. die radnitzer, sehen sich ohne Markt. Sie müssen die großartigen Bestellun-gen, die von Baiern gemacht werden, auf eine jährliche Lieferung von 500000 Centnerzurückweisen, weil es an Mitteln gebricht, das Product zu verführen; sie haben aveauch den wichtigsten inländischen Markt (Prag) verloren, weil die hohen Kracy