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Eilfter Band.
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Die östreichische Monarchie. 843

kosten die Concurrcnz mit den naherliegenden, wenngleich eine schlechtere Kohle pro-dncirenden Werken, ja nicht einmal mit der gering heizenden Braunkohle gestatten.Der Frachtpreis beträgt mehr als das Dreifache des Grubenpreises und steigert dieKosten eines Ccntners von 12 auf 48 — 52 Kreuzer in Prag. Wäre die präg'nürnberger Eisenbahn, deren Trace die wichtigsten böhmischen Kohlenwerke durch-schneidet, nicht seit Jahren ein bloßes Projekt geblieben, so wäre den radnitzer Koh-le» nicht allein der bairische Markt gesichert, sondern es würden auch die Kostendes Centncrs in Prag von 50 auf 20 Kreuzer herabsinkcn.

Es handelt sich hier nicht etwa blos um einen localen Übelstand: die gleicheKlage, daß die schlechten Communicalionsmitkel, die übermäßigen Frachtkosten dieausgedehnte Kohlenversendung hindern und die Anwendung zu industriellen Zweckenverwehren, kann man aus allen Provinzen vernehmen. Es ist bereits befremdlich,daß breslauer Kohlen mit Gewinn nach Wien verkauft werden können; noch un-glaublicher muß aber der Verbrauch schlesischer und sächsischer Kohle in dem reichen-berger Jndustriedistricte, nahe an den unerschöpflichen böhmischen Kohlenschätzcn, er-scheinen. Das Räthsel löst sich durch die Berechnung der Frachtkosten einerseits derböhmischen, andererseits der fremden Kohle. Der Centner Braunkohle kostet an derGrube 11, j„ Neichcnbcrg 25 Kreuzer, der Centner Steinkohle an der Grube 16,in den nächstgclegenen Fabrikorte» 42 Kreuzer, gerade soviel als die aus demPlaumschen Grunde bei Dresden bezogenen Kohlen, und unbeträchtlich weniger alsdie schlesische. Böhmische Kohlcnwerke, nur 10 Meilen von Neichenberg entfernt(am Niescngebirge), können aus Mangel an Communicativnsmittcln ihre Produkte»ach diesem Mittelpunkte der heimischen Industrie nicht absehen, während die schlc-sische Kohle trotz der Entfernung von 50 — 60 Meilen mit Erfolg, wegen der wohl-seilen Fracht und der guten Communicationsmittel, nach Reichenberg verführt wird.Unter diesen Umständen erscheint es noch wunderbar, daß die jährliche Braunkohlen-Produckion in, nördlichen Böhmen dennoch drei Millionen Centner beträgt.

Die mährische Stein- und Braunkohlengewinnung leider andern gleichen Man-gel wohlfeiler Frachten und leichter Communicatioiismittel. Selbst nur wenige Stun-den von der Eisenbahn entfernte Gruben sehen ihren Absatz eingeschränkt, weil diehohe Fracht bis zur Eisenbahn die Kohlen übermäßig vertheucrt. Die Braunkohlcn-werke werden sogar von der Eisenbahnlinie durchschnitten, aber es führen keine Stra-ßen von den Gruben zur Bahn, und infolge dessen heben sich die Frachtkosten zueiner desto unnatürlicher» Höhe, als der Werth der Waare ein vcrhältnißmäßig ge-ringer ist. Dennoch sind die Aussichten für den mährischen Steinkohlenbau vielgünstiger als jene in Böhmen: die mährische Industrie hat den Vorzug einer bessernConcentration, großer Capitalien und energischer Unternehmer. Auch kann dem Com-Municationsmangel hier leichter abgeholfen werden als in dem Nachbarlande, dessenBergbau- und Judustriebezirke in dieser Beziehung, außer allen künstlichen, auch nochmit natürlichen Hindernissen zu kämpfen haben. Es steht daher zu hoffen, daß dieim Jahre 1851 gemachte Ausbeute: 1,565269 Centner Steinkohlen und 219567Centner Braunkohlen, welche einen Geldwerth (am Ursprungsorte) von 648851Gulden vertritt und 2694 Arbeiter beschäftigt, in der nächsten Zeit eine ähnlicheSteigerung erfahren wird, welche im östreichischen Antheile von Schlesien wahrge-nommen wurde. Dort betrug der Jahrcsgcwinn 1851: 2,890299 Centner —599445Gulden (2809 beschäftigte Arbeiter), hob sich aber schon im nächsten Jahre auf dasDoppelte. Nur durch die Erleichterung der Communication wird aber die Ausfuhr"ach entfernter» Consumtionsplähen den schmerzlich vermißten größer» Aufschwungnehmen. Nach den Ausweisen der Nordbahn gelangten im Jahre 1851 nach Wien:

aus Mähren: 191500 Centner Steinkohle, 145897 Centner Braunkohle,

aus Schlesien: 589967 „ „ 59563 „ Coaks,

aus Preußen: 118875 „ „ 866 „ E°aks,

Summa 1,079466 Centner.