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Die östreichische Monarchie.
manufactur geltend. Schönheit des Materials, Eleganz der Formen, Geschmack inder Malerei gehören nicht mehr zu den seltenen Eigenschaften des östreichischenPorzellans. Die Nothwendigkeit, sich auf der gleichen Stufe mit den ausländischenManufakturen zu behaupten, erscheint gegenwärtig um so dringender, als der neueZolltarif und der Handelsvertrag mit Deutschland einer mächtigen Cvncurrcnz dasThor öffnen. Von der Vorliebe, welche die östreichische Bevölkerung für alles Aus-ländische hegt, wirksam unterstützt, überschwemmten französische und englische Por-zellanartikel gleich nach dem Erscheinen des neuen Tarifs alle größer» Städte. Diefranzösischen Fabriken machten sich überdies noch den Kunstgriff zunutze, daß sieweißes Porzellan in den Zollverein einführten, hier erst (in Deutz) bemalen undvergolden ließen, und als deutsches Erzcugniß in Ostreich» einführten; doch dürfte inZukunft die französische Concurrenz nur die feinsten Artikel treffen, während durchdie Milbcwcrbung der Zollvcrcinsstaatcn namentlich die Erzeugung sogenannter Mit-telwaaren bedrängt wird. Die größte Gefahr droht aber den östreichischen Fabrikendurch den vielleicht nur allzu bald eintretenden Mangel des Karlin oder der Por-zellanerde. An sich schon spärlich abgelagert, würd er fast ausschließlich durch Raub-bau gewonnen und läßt sich daher von Jahr zu Jahr immer schwieriger ausbeuten.
Die Porzellanmanusactur hat nur das Streben, die Concurrenz von den hei-mischen Markten fernzuhalten, sie ist befriedigt, wenn vorzugsweise nur sie denhäuslichen Bedarf sichert, dagegen ist die Glasfabrikation im Verein mit der Lin-nencrzeugung, einst der Ruhm und Stolz der böhmischen Industrie, wesentlich aufdie fremden Märkte angewiesen. Der Verbrauch des Glases seht nämlich andere Lebens-weise und andere Culturzustände voraus, als sich in den umfangreichsten östlichenProvinzen des Staats finden, zumal da die ordinäre Waare die in Ostreich un-glaublich hohen Transportkosten nicht lohnt und bequemer aus den fast in allenProvinzen vorhandene» kleinen Fabriken bezogen wird. Von einem Beherrschen derfremden Märkte, wie in frühern Zeiten, kann indessen nicht mehr die Rede sein: dieböhmische Glasindustrie muß sich glücklich preisen, wenn sie nur der Mitbcwerbungder Engländer, Franzosen und Belgier erfolgreich widersteht. Und auch dies bleib!mannichfachen Zweifeln unterworfen.
Die Vorzüge des böhmischen Glases sind zwar anerkannt. Sie bestehen ausder großem Härte, der dauernden Politur, dem geringern Gewichte und der vollen»beten, dem Bergkrystalle gleichkommenden Reinheit, und sind das Resultat der Ver-wendung der Kreide an. der Stelle dcö in Frankreich, England und Belgien übliche"Bleioxyds. Das Bleiglas empfiehlt sich wol dem Auge des Beschauers durch st'"^größere Strahlenbrechung, den stärker» metallischen Klang, aber bei la'ngcrm Gt'brauche wird es trübe und dunkel, während das böhmische Glas noch nach viele"Jahren immer gleich hell und klar sich erhält. Bleiglas kann man mit Kohles'fenerung, also wohlfeiler als das mit Holzfcuer producirte Krcideglas erzeugen: dar'liegt der wichtigste Vortheil des erstem, seine Fähigkeit den Markt zu behaupte'"Würde in Böhmen zur Kohlenfeuerung gegriffen werden, so würden die hcrvorr"gendsten Eigenschaften des böhmischen Glases, die seine Beliebtheit verursachen, verlasgehen. So weit muß man den Einwand gutheißen, der von den östreichischen F"dkanten gegen den Vorwurf technischer Fahrlässigkeit vorgebracht wird. WeimHolzfcuerung nur bei den feinsten Luxusartikeln angewendet würde, hatte die .
nichts auf sich; daß aber bei der Glasfabrikation überhaupt, auch bei der Erze"S" ^ordinärer Sorten und farbigen Glases dieselbe gebraucht wird, ist von geführt'Folgen begleitet. Das französische gepreßte Glas concurrirt ohnehin wegen st'Wohlfcilheit mit dem böhmischen geschliffenen auf zahlreichen Absatzplatzcn, >nnien wie in der Levante, und doch ist nicht die Güte, nur die Wohlfcilheit ^,ptdienst. In dem eleganten Geschmacke, welcher der-' französischen Industrie uberya^eigenthümlich ist, in der wechselseitigen Unterstützung der französischen „rt§
Bronzcfabrikation drohen Böhmen mächtige Gegner; wird es dazu i» den or ^Waaren durch die wohlfeilen französischen und belgischen Erzeugnisse au