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Eilfter Band.
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Die östreichische Monarchie.

geschlagen, so kann böhmisches Glas wie das böhmische Linnen wol bald zu denhistorischen Erinnerungen gehören. Wohlfeiles Brennmaterial bildet die Lebensfragefür die böhmische Glasindustrie.

Die meisten böhmischen Glashütten wurden ursprünglich in holzreichcn Gegen-den angelegt, wo der Holzpreis (15 Kreuzer für die Klafter) so niedrig war, daß erbei den Erzeugungskostcn beinahe gar nicht in das Gewicht fiel. Er beträgt gegen-wärtig im Durchschnitte das Vierundzwanzigfache (6 Gulden). Allein in sünf Glashüttenund in der ncuwcltcr Fabrik bclicfcn sich die Kosten des Brennmaterials im Jahre 1852zusammen auf ungefähr 60000 Gulden. Unter solchen Verhältnissen ist eine er-folgreiche Concurrenz nicht denkbar. Entweder müssen die Glashütten in die Näheder Kohlenwcrke verlegt werden, wie es in Steicrmark und in Böhmen in Kuz ^und Nadnitz geschah, oder die Communicationsmittcl eine so große Ausdehnung undVervollkommnung erfahren, daß der Kohlcntransport auch nach den abgelegene» Glas-hütten möglich wird. Der auf diese oder auf jene Art gewonnene Vortheil ist eindoppelter: das Mittelgut und die ordinäre Waare können wohlfeiler erzeugt werden,und indem man die Holzfcuerung auf die feinsten Glasartikcl beschränkt, die Nach-frage nach Holz vermindert, werden auch die Herstellungskosten des feinen Glases ver-ringcrt. Nebenbei wäre allerdings auch eine größere technische Wirksamkeit wünschcns-werth. Zur londoner Ausstellung hatte die berühmte Fabrik der Bruder Adele ei-neu Spiegel von 88 Zoll Länge und 45 Zoll Breite eingeschickt. Dieser war abernicht gegossen, sondern geblasen. Mit einem großen Aufwande von Zeit und Ar-beitskräftcn wurde eine Spiegelfläche hergestellt, die ebenso gut, nur leichter undwohlfeiler durch den Guß zu erhalten war. Keine Industrie gedeiht, die auf Ver-schwendung basirt ist, und doch macht sich eine solche in der böhmischen Elascrzcu-gung überall bemerkbar, und es wird mit leichtsinniger Sicherheit auf das Vorhanden-sein natürlicher Vortheile gepocht. Desto schlimmer, wenn dieselben nicht in einerWeise benuht werden, um die betreffende Industrie vor jedem Schlage zu wahren.

Die böhmischen Glasfabrikanten haben keine Ursache, den gelähmten Absatzzufälligen Ursachen als Schuld aufzubürden, wie etwa die Papierproducente», derenLage allerdings ohne eigenes Verschulden von Jahr zu Jahr immer schlechter sichgestaltet. Vertheuerung des Rohstoffes, geringe Beachtung der Jndustricinteresscnvon Seiten des Staats, schlechte Communicationsmittel haben die östreichische Papier-fabrikation gegen früher stark zurückgebracht und in einen wehrlosen Zustand gegenjede Concurrenz versetzt. DieHadcrnausfuhr hatte am Ende des vorigen Jahrzehndseinen so bedrohlichen Umfang erreicht, daß die Regierung zum Schutze der heimi-schen Arbeit mit einem, wie man vernimmt, schlecht beobachteten Ausfuhrverbote da-zwischentreten mußte. Die Möglichkeit, infolge der Cursdiffcrenz eine Ausfuhrprä-mie zu gewinnen, die bessern Communicationsmittel nach außen als nach innen (ga-lizische Hadern gelangen auf der Weichsel wohlfeiler an die Ostsee als nach Pragoder Wien), erklären ausreichend die bei allen Strazzenhändlcrn erwachte AuSfuhrlust-

Noch deutlicher wird der unbefriedigende Zustand der Papicrfabrikation durchfolgende Angaben. Die Gesammtausfuhr an fertigem Papier, Pappendeckel» undPreßspänen betrug im Jahre 1844: 54911, 1845: 60781, 1846: 62145, 1847:61448, 1850: 40592 Ccntner. Die Eesammteinfuhr von Hadern betrug im Jahre1844: 16514, 1845: 19630, 1846: 20577, 1850: 8415 Ccntner. Die Aus-fuhr dagegen in denselben Jahren: 25541, 57190, 45507 und 45994 Ccntner.

^s hat sich demnach die Ausfuhr des fertigen Fabrikats und die Einfuhr des Noh-floffes stetig vermindert, dagegen die Ausfuhr des letzter« beinahe um das Doppeltevermehrt. Um die Lage der Papiererzeugung noch ungünstiger zu stellen, kommt^sr kostspielige Bezug des zur Fabrikation nothwendigen Kochsalzes hinzu. Die Ne-Sierung hat zwar, wie die preußische und jene der Zollvereinsstaaten, den Salzprcis fürchemische und technische Zwecke ermäßigt, aber diese Gunst an so viele widerwärtigeNormalitäten und ärgerliche Controlmaßrcgeln geknüpft, daß nur wenige Fabrikanten«n Stande sind, von dem Privilegium Gebrauch zu machen. Die Negicrungsor-