Die östreichische Monarchie. 871
selbst. Die Ergebnisse der letzten Jahre, wo infolge der neuen Handelsgesehgebungdie. gesammte Industrie eine harte Krisis durchmachen mußte, jene der politischbewegten Jahre 1848 — 50 sind ein, Hinderniß, uns. über das natürliche undgesetzmäßige Handclsleben Ostreichs aufzuklären. In der Übersicht wenigstens müssenwir zu ältern Daten zurückgreifen, um den richtigen Durchschnitt zu finden; derDetailuntersuchung bleibt es vorbehalten, auch die neuern Ergebnisse zu berück»sichtigen.
Werth in Tausenden von Gulden.
Zu Lande über
Zu Wasser über
Waarengattung.
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Einfuhr.
Natur- und landniirthschaftliche Erzeugnisse
4304
4531
599
3442
7959
7794
903
324
16619
11792
3565
61632
Aabrikationsstoffe und Halbfabrikate . .
6663
15806
139
1179
7372
5721
1112
179
11891
4451
1345
56864
Tanzfabrikate.
3733
2003
28
246
573
S11,
263
23
178/
363
71
9301
s. Ausfuhr.
Natur« und landwirtschaftliche Erzeugnisse
3851
7542
1038
501
1007
2180
1874
1318
2967
2273
-2042
26593
FabrikationSstoffe und Halbfabrikate . .
7536
9613
622
527
1374
7935
16664
306
3082
786
566
51211
Ganzfabrikate.
2722
8039
555
1406
10159
2259
538
226
5422
2431
647
34404
Gesammtsumme der Einfuhr.
14100
23340
766
4867
15904
14326
2278
526
30303
16606
4981
12794 s
Gesammtsumme d^r Ausfuhr.
Tesammtsumme der Durchfuhr nach . .
14109
25194
2415
2434
12546
12374
21076
1850
>>47>
5490
3255
11220S
4081
4105
882
591»
12821
13043
9777
—
11628
14876
220
77343
Außerdem muß noch der Handelsverkehr mit dein als besonderes Zollgebiet be-handelten Dalmatien und der Zwischcnvcrkehr mit den ungarischen Ländern angereihtwerden. Bei jenem betrug die Einfuhr 4,304000, die Ausfuhr 4,477000 und dieDurchfuhr 2,305000, bei diesem die Einfuhr 54,471000, die Ausfuhr 57,525000Gulden.
In allen diesen Ergebnissen spricht sich der Charakter des früher herrschendenProhibilivsystemS aus, aber selbst hier tritt die Wichtigkeit des orientalischen Han-dels ganz entschieden an den Tag. Nach den Donaufürstenthümern, der Türkei undder Levante geht der größte Waarcnzug, dort findet die östreichische Industrie denreichsten Absatz. Beinahe ein Dritkheil der Ausfuhr der Ganzfabrikate schlägt denWeg nach jenen Gegenden ein, und diese Summe müßte sich bei den erleichtertenCommunicationsmitteln steigern, wenn nicht in den letzten Jahren die natürlichenVortheile durch künstliche Hindernisse aufgehoben worden wären. Der gegenwärtigeHandel mit dem Orient ist von einem blühenden Zustande weit entfernt und hatlange noch nicht die Erwartungen erfüllt, die man nach seinen vielversprechendenAnfängen erwartet hatte. So zunächst der Donauhandel, der erst nach dem Frie-den von Adrianopel aus seiner hundertjährigen Lethargie sich zu erheben begann.Die alten Handelswege, welche im Mittclalter von Ulm, Regensburg und Augsburgnach den untern Donauländern gingen, wurden durch die Türken versperrt. Nocham Ende des vorigen Jahrhunderts waren dieselben der europäischen Handelsweltkaum anders bekannt als durch die armenischen, griechischen und jüdischen Einkäu-fer auf den leipziger Messen und durch die Detailgeschäfte, welche von Kronstadtaus bis an den Balkan getrieben wurden. Erst seit, der Freigebung der Ausfuhraller Bodenerzcugnisse und seit der Errichtung einer ununterbrochenen Dampfschis-fahrtSlinie von Wien nach Konstantinopel öffneten sich die untern Donauländer demWeltverkehr. Erst jetzt konnte der Bodenreichthum der Fürstenthümer »nd Bulga-riens verwerthet werden, ihre Naturprvducte gelangten auf dem Seewege nach deneuropäischen Hauptmärkte», und im Nücktausche strömten Colonialwaaren und Ma-nufacturerzcugnisse aus dem Westen ein. Durch die Dampfschiffahrt wurden dieDonaulandschaften untereinander, dann mit Mitteleuropa und Konstantinopel ineine ununterbrochene Verbindung gesetzt. Jede der zahlreichen Uferstadte bildeteine Station nach der Levante, einen Stapelplatz für die europäischen Industrie-