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Eilfter Band.
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672 Die östreichische Monarchie.

Produkte, die von der Donau landeinwärts auf traditionellen Handelswegcn denMärkte» des Binnenlandes zugeführt werden. Die in die Donau einlaufenden See-schiffe segeln gewöhnlich nicht weiter zu Berg als bis Galacz und Jbraila, ^ieoberhalb dieser Städte gelegene Stromstrecke ist der Flußschiffahrt vorbehalten. Sovereinigen sich alle Verkehrsnetz tungen in den beiden Donauplätzen Galacz undJbraila, welche als Seehäfen die gesainmte Thätigkeit der untern Donauländer ver-mitteln und die Handelsbewegung leiten. Alles schien sich zu verbinden, den Do-nauhandel rasch in die Höhe zu bringen. Es brach aber die ungarische Revolutionaus und sperrte die Schiffahrt beinahe volle zwei Jahre. Die Wunde, die demöstreichischen Handel dadurch geschlagen wurde, war erst halb vernarbt, da rücktendie Russe» in die Fürstenthümer ein. Während der russischen Besetzung, so lesenwir in den östreichische» Consularberichten, blühte nur der Handel mit Spiritussen,alle übrigen Handelszweige blieben todt. Solange der Kampf an der untern Donautobte, war an einen regen Verkehr nicht zu denken. Seit der Besetzung der Fürsten-thümer durch östreichische Truppen hob sich einigermaßen der Handel, aber einensoliden Markt gewährten die Donauländer auch jetzt noch nicht. Der'Handel, derheute gut geht, kann schon morgen gänzlich stocken. Die Ungewißheit über die Zu-kunft dieser Länder, die schwebende Entscheidung des türkisch-russischen Streitsthun der östreichischen Industrie kaum weniger Eintrag, als wenn das Kriegsthcaterwieder an das Donauufer verpflanzt würde. Viele Monate hoffte man, die östrei-chische Suprematie an der untern Donau sei für alle Zeiten gesichert; einzelne Uto-pisten gingen sogar so weit, die Einverleibung der Fürstenthümer als die einfachsteLösung zu federn. Gegenwärtig ist Alles wieder in Frage gestellt, und derjenigeöstreichische Fabrikant würde als Thor erscheinen, welcher seine Thätigkeit nach demwahrscheinlichen Bedarf der Donauländer im nächsten Halbjahre regeln wollte. Jedersieht durch die politischen Verwickelungen des Augenblicks seinen ergiebigsten Marktgefährdet, ja theilweis« für »ine unbestimmte Zeit völlig entzogen.

Welche Einbuße der östreichische Handel durch die politischen Ereignisse der letz-te» Jahre erlitt, ersieht man auS folgenden Zifferangaben.

Durch die Donaudampfschiffe wurden über Orsowa ausgeführt:

im Jahre 1846: 38128 Centner im Werthe von 6,900000 Gulden.

1847: 60064 „ „ 11,667000 „

1848: 23240 „ „ 4,472000 „

1849: 22234 „ „ 3,896000

An zwei speciell östreichischen, sehr beliebten Handelsartikeln: wiener Wagenund Klaviere, kann man noch deutlicher den plötzlichen Fall des Verkehrs beobachten-Die Zahl der exportirten Wagen beträgt in jedem der vier genannten Jahre: 295,278, 105 und 65; der Klaviere: 38, 33, 11, 4.

In gleicher Weise sank auch die Einfuhr nach Östreich.

Sie betrug im Jahre 1846: 49721 Centner im Werth von 1,478000 Gulden-

1847: 178448 „ „ 5,000000 „

1848: 39646 „ „ 1,150000 „

1819: ? „ „ 30000 „

Etwas besser als diese von Dampfschiffen bewirkte Einfuhr, gestaltet sich derImport aus Flußbarken und auf dem Landwege. Im Jahre 1847 berechnete mandenselben auf 28467 Centner, im Jahre 1848 auf 42018 Centner, im Jahre 1849auf 39276 Centner. Er hatte sich also gegen das erstgenannte Jahr vermehrt,aber einestheils ist die auf solche Art bewerkstelligte Einfuhr nicht bedeutend, andern-theils trifft die Vermehrung nicht auch die Ausfuhr. Diese betrug im Jahre 1«49ebenfalls nur 3653 Centner im Werthe von höchstens 70000 Gulden.

Die Hauptursache dieses Handelsverfalls liegt, wie schon erwähnt, in den po-litischen Unruhen, in der dadurch erfolgten Unterbrechung der Schiffahrt von Or-