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Eilfter Band.
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897
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Die orientalische Frage. 897

den Kaisertitel, Possevin verwies sie an den Papst. Mit Iwan dem SchrecklichenI selbst hatte Posscvin erbauliche Ncligionsgcsprächc; es muß nach Posscvin's Berich-teil zu einer Zeit gewesen sein, als jener wüthige Mensch lichte Augenblicke hatte.H „Euer Papst", sagte Iwan, „euer Papst läßt sich auf einem Throne trage» undden Pantoffel küssen — was für ein Stolz für einen demüthigen, christlichen Hir-/ lcn!" Possevin sprach von der florcntiniscbcn Union; er ließ vor Jwan's Augen) die bycantinische Krone aufblitzen. „Herr! Du nimmst nicht Kiew allein, Rußlandsaltes Eigenthum, sondern das ganze byzantinische Reich, das Gott den Griecbc» we-gen ihrer Scheidung und ihres Ungehorsams gegen Christus entrissen hat." Iwanwußte, daß Zeit und Stunde nicht gekommen sei; er mochte auch nicht daran glau-ben, daß der Papst die Türken aus Konstantinopel wcgprcdigcii würde. Seine Ant-wort war würdevoll und gemessen. „Die Griechen sind für uns kein Evangelium.

Wir glauben an Christus, nicht an die Griechen. Was das morgenländischc Reich

anlangt, so wisse, daß ich mit dem mcinigcn zufrieden bin und in dieser irdischen Welt

neue Reiche nicht begehre; ich wünsche nur die Gnade Gottes in der zukünftigen."

Bekannt ist und durch päpstliche Urkunden bezeugt, daß der erste falsche Dmi-tri für den römisch-katholischen Glauben zu wirken verheißen hatte, und daß manin Rom von seiner Anerkennung als Zarcnsohn nicht geringe Erwartungen hegte.Es war die letzte große Gefahr für die russische Nationatität, dem Einfluß des wcst-, slawische» Elements und des römischen Kirchcnthums nach langem, sprödem Wider-Z streben endlich doch zu erliege».

Kein Zweifel, daß ein solches Ergebniß jedem Russen als ein Verfehlen derwelthistorischen Bestimmung Rußlands hätte erscheinen müssen. Der griechische GlaubeHist zu allen Zeiten ein mächtiger Hebel gewesen, wenn zs galt, die christlichen Ele-mente im Bereich des Osmanischcn Reichs aufzuregen und ihren Hoffnungen cinei;N>chm»g zu gebe». -Das Königreich Griechenland, die Schöpfung der Protokolle,///hält am strengen ausschließenden Kirchcnthum in der Weise fest, daß noch am/ > 20. Stov. 1852 der ß. 40 der hellenische» Verfassung, welcher verordnet, daß jederThronfolger zur orthodoxen östlichen Kirche sich bekennen muß, unter cine europäi-sche Bürgschaft gestellt und von Baicrn nur vorbehalte» worden, daß die bairiscbcn^>1 Prinzen erst nach dem Tode des Königs Otto und nicht eher sich zu entschließen^ haben, welcher von ihnen sich zur orthodoxen östlichen Kirche bekennen will. Daß' so» Glaubenswcchscl für fürstliche Personen lediglich eine Staatsaktien, ist selten so' »»verblümt ausgesprochen. Die Verschiedenheiten im Ritus der russischen und derorientalische,, orthodoxen Kirche sind nur eben bedeutend genug, um es bemerken zulasse», daß seiner Zeit der Großfürst Konstantin die Taufe nach dem Ritus der lctz-Ücrn empfangen hat. Zm Übrigen hat noch jüngst in einem nach Athen bestimmten' Amtliche» Schreiben die russische Synode die Gelegenheit genommen, die wesentlicheÜbereinstimmung der beiden Kirchen feierlich zu constatircn.

Rußland und die Pforte bis auf Peter den Großen.

^ . Nichts kann verschiedenartiger scin als der Verlauf der Geschickte dieser beidenZwicke !„ dem Zeitraum von der Eroberung Konstantinopcls bis auf Peter den Großen.! Die Türkei hat unbestritten unter Sulciman dem Große» ihren Höhepunkt^reicht, tzs ist schwer z„ sagen, ob der Fall von Nhodus oder die Eroberung von'^grad j„ der gcsanmiten Christenheit gl-ößern Schrecken hervorgerufen. Und beideErfolge fgUe» schon in die ersten Jahre seiner langen Herrschaft. Spittlcr hat schon!'!' den auffallenden Contrast aller Sultane vor Suleima» hingewiesen im Vergleich'"allen nach ihm. Bis zu ihm lauter muthigc, kriegerische, fast unaufhörlich sieg->chc Herrscher: seit stimm Tode (IftllK) biS zum Ende des 18. Jahrhunderts, 18"ltane, darunter nicht zwei mutiwollc Krieger, nicht ein siegreicher Regent. Ham-!>lo ^ Kotschibeg, einem Schriftsteller aus der Zeit Murad's IV., also etwaJahre nach Suleima», die Keime des spätern Verfalls schon in Sulciman's2" Gegenwart. XI. 57