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Zwöflter Band.
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8 Australien.

lypten*), zeigt aber zugleich auch eine Reihe von ausgedehnten Strecken auf, welchefrei von Waldung sind und vortreffliche Schaftristen abgeben, die sogenannten Downs,die als FihroydownS, Darlingdowns, Neuengland, Liverpoolebene, Bathurstdownsu. s. w. ein System von Weiden bilden, welches sich als eine Hauptstütze in der Ent-wickelung Australiens erwiesen hat. Wer, von ihrem Rufe verführt, in ihnen üppigewiesenartige Gefilde zu finden erwartet, würde sich freilich getäuscht finden. Es sindeben nur Haiden, die dürr genug aussehen, mit wenig Wasser und weniger Grün.Das Gras wächst in einzelnen Bündeln, krautartig, und bildet keinen zusammen-hängenden Nasen. Hier und da steht eine zähe Strohblume mit steifer , gelber Blumeund eine kleine blaßrothe Convolvula. Überall schaut »Veit und breit die rökhliche oderschwarze harte Erde hervor. Dessenungeachtet finden hier Millionen Schafe eineebenso reichliche wie zuträgliche Weide. Auch findet sich an Flußufern in vielen Tha-lern fruchtbarer Ackergrund, wo alle europäischen Getreide und Gemüse reichlich ge-deihen. Bei der Seehöhe des Tafellandes ist das Klima überall kühl und gesund.

Jni Westen wird das Tafelland begrenzt von verschiedenen Gebirgen oder falltin Stufen allmälig zur Darlingebene ab. Diese Gebirge stehen miteinander inkeinem Zusammenhange, stimmen aber so sehr in Strich und Gesteinbildung überein,namentlich auch mit dem Macedon und den Pyrenäen, die gleichfalls nur West-ränder der Erhebung sind, daß ein geologischer Zusammenhang jedenfalls zu ver-muthen steht. So erheben sich die Conobolas, wo am Summer Hill Creek, LewisPond Niver und Turon zuerst in Australien Gold entdeckt wurde, an der West-grenze der paläozoischen Ebene von Bathurst, in der Höhe von 4600 Fuß (2300 Fußhöher als die Ebene), ganz wie der Macedon in Granitmittelpunkten und silurischenKetten, und das goldführende Geschiebe ist auf dieselbe Weise abgelagert wie dort.Es scheint also, daß die goldführende Erhebungslinie die Westgrenze des Tafellandeseingehalten hat, nicht aber, wie gewöhnlich angenommen wird, die vom Hauptgebirgebeschriebene Ostgrenze desselben. Bei dem kurzen Verlaufe dieser westlichen Ketten dürf-ten die Goldfelder daher nicht ganz die Ausdehnung haben, welche vermuthet worden.

Die weite innere, sanft nach Südwesteu geneigte Fläche wird von den fernwan-dernden Gewässern des Murray und seiner Zuflüsse, des Murrumbidgee, des Lachlanund des Darling durchzogen. Der Murray, der bedeutendste Fluß Australiens, ent-springt in dessen höchster Gebirgsspitze, dem Kosciuszko. In einem, 3000 Fuß senk-recht unter dem Gipfel belegenen Abgrunde sammelt er seine ersten Quellwasser undbildet sofort einen mächtigen Strom. Er ist schiffbar bis Albury, 1900 Meilenvon der Mündung, 100 Meilen von der Quelle. Die Bedeutung, die der Flußals die große Verkehrsader des Innern erhält, ist, lange in Frage gestellt, jetzt aberentschieden worden, indem derselbe im September und October 1853 vom Capitän Ca°dell, in Begleitung des Vicegouverneurs von Südaustralien, in einem Dampfer von40 Pfcrdekraft von der Mündung bis 130 Meilen oberhalb Swan Hill, zusam-men 1450 Meilen, befahren worden ist. Am Endpunkte der Reise war der Murray600 Fuß breit und 3 Faden tief. Weiter unterhalb bis zum Darling ist er 1800 Fußbreit. Das Wasser steht jedoch zeitweilig sehr niedrig und die Schiffahrt wird durchviele Klippen und namentlich durch eine Unzahl schwimmender Baumstämme sehrgestört. Die Seemündung des Flusses ist nicht schiffbar: eine Eisenbahn von 7 Mei-len Länge verbindet jedoch den See Victoria, in welchen der Fluß einmündet, mitPort-Elliot an der Enconnterbai. Der Murrumbidgee ist an 700 Meilen weit schiff-

*) Die Eukalypten, fast in allen ihren vielen Arten schöne hohe Baume mit lederartigenBlättern und doldenförmigen Blüten, gehören ausschließlich Australien an. L'Heritier bezeich-nete sie als besondere Pstanzengattung und zählte sie der natürlichen Familie der Myrtaceen zu.Der untere Kelch der Blüte erscheint vermittels eines Einschnitts gleichsam mit einem Deckel-chen versehen, woher der Name: csxoUvwro?, wohlverschlossen. Das Holz der meisten Artendieses Baumes ist sehr hart, farbig oder auch schön geädert und zu Möbelarbeiten sowie zumSchiffsbau geeignet. Die gerbestoffreichs Rinde, die der Baum alljährlich abwirft, liefertGummiharz, das je nach der Baumart verschiedentlich gebraucht wird.