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Zwöflter Band.
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Australien.

die Westküste von 26° 30' bis 23°; 1618 berührte das Schiff „Mauritius" denWillemsfluß am Nordwestcap; 1619 befuhr der Capitän Edel die Westküste von 29°bis 26° 30', und bald daraus stieß das Schiff „Leeuwin" im 35.° auf diese Küsteund befuhr sie, nach Norden gerichtet. Im Jahre 1623 aber entsandte die holländischeRegierung von Amboina aus eine neue Expedition nach dem Südlande, bestehend ausden Schiffen „Arnhem" und „Pera", welche Arnhemsland an der Nordküste entdeck-ten und den Carpcntariagolf (genannt nach Carpenter, dem damaligen Gencralgouver-neur von Niederländisch-Indien) bis zum 17.° untersuchten. Im Jahre 1628 befuhrdas Schiff „Manen" Dewittsland an der Nordwestküste, während Pieter Nnyts,Befehlshaber des „Guide Zeepaard", bereits 1627 Nuytsland, eine Küstenstrecke von1000 Meilen ostwärts von Cap-Leeuwin, mit großer Genauigkeit aufgenommen hatte.

Nachdem nun die Nordküste, die Westküste und ein großer Theil der Südküsteentdeckt worden waren, schien es der holländischen Regierung vor allem erfoderlich,über die weitere Erstreckung des Landes sich vollständiger zu unterrichten. Der Ge-neralgouverneur Anton van Diemen rüstete demnach zwei Schiffe unter CapitänAbel Jans Tasman aus, welche Expedition am 14. Aug. 1642 Batavia verließ.Über Mauritius »ach Südosten steuernd, erblickte Tasman am 24. Nov. Land, wel-ches er für einen Theil des Festlandes von Australien hielt und Vandiemenslandnannte. Er ging in der Stornibai vor Anker, setzte dann seinen südöstlichen Coursfort und entdeckte Neuseeland (Statenland), sowie die Freundschasts- und Prinz-Wil-helmsinseln. Indem er sodann nach Norden steuerte und endlich längs der Nord-küste von Neuguinea heimkehrte, hatte er das ganze Australien umschifft. Im Jahre1644 begab sich Tasman abermals auf die Reise, um von Arnhemsland aus dieKüste näher zu untersuchen, von welcher Reise wir aber keinen vollständigen Be-richt überkommen haben. Mit der Umschiffung Australiens war die Entdeckung des-selben im Wesentlichen vollendet. Nun hätte aber auch das Land von den Hollän-dern mehr im Einzelnen untersucht und durch Besiedelung thatsächlich in Besitz ge-nommen werden sollen. Alle,in dies geschah nicht, und es trat ein, was bei allenderartigen geographischen Entdeckungen einzutreten pflegt, und was namentlich diekleine, von ihrem großen Mutkerstamme losgerissene holländische Nation so oft er-fahren mußte: die Früchte der ruhmreichen Vorarbeiten Hollands fielen Andern an-heim, und es ging hiermit für den deutschen Stamm eine Gelegenheit der großar-tigsten Colonialentwickelung verloren, wie sie nie mehr sich darbieten dürfte.

Die holländischen Erforschungen Australiens hörten nach Tasman fast gänzlichaus. Nur entdeckte noch Wilhelm de Vlaming im Jahre 1684 den Swanfluß,so nach den dort gefundenen schwarzen Schwänen genannt. Eine unter CapitänNoggewein 1721 ausgerüstete Expedition endete unglücklich und erfolglos. Als dieNachfolger der Holländer traten sofort die Engländer auf. Der kühne und scharf-blickende Dampier besuchte die Westküste 1688. und die West- und Nordwestküste1699. Endlich besichtigte der Capitän Cook auf seiner Explorationsfahrt mit denSchiffen „Resolution" und „Advenkure" die Ostküste. Er erblickte dieselbe am I I. April1770 und ging am 27. desselben Monats vor Anker in Botanybai, so genannt,weil Banks, der Naturforscher der Expedition, hier mehre interessante Pflanzen fand,Cook ankerte außerdem am 17. Mai in Moretonbai, am 22. Mai in Bustardbai,am 30. Mai in Thirsty-Sound, am 18. Juni in Endeavour-River und endlich am21. Aug. bei Possession - Island am Cap-Uork. So unbestreitbar groß auch sonstdie Verdienste Cook's waren, so können doch seine Leistungen am australischen Fest-lande keineswegs als sehr verdienstvoll bezeichnet werden. Denn es war dochwol von untergeordneter Bedeutung, den Nachweis zu liefern, daß das Viereck,welches dieses Festland beschreibt, außer den drei bereits nachgewiesenen Seiten aucheine vierte habe, besonders nachdem die Begrenzung des Landes bereits durch Tas-man's Umschiffung im Allgemeinen klar geworden. Die Untersuchung der Ostküstevon Cook muß im Ganzen nur als eine oberflächliche betrachtet werden; denn es ent-gingen ihm namentlich alle zur Colonisation besonders geeignete Punkte: er übersah