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Zwöflter Band.
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Australien. 13

Port-Jackson und in Moretonbai den Brisbanefluß, in welchem die eigentliche Wich-tigkeit derselben liegt. Wenn also die Engländer ihr Anrecht auf dieses ganze Fest-land gewöhnlich von Cook's Entdeckung herleiten, so scheint selbiges nur schlecht be-gründet. Cook hat weder Australien im Allgemeinen, noch daselbst einen zur Colo-nisation vorzüglich geeigneten Punkt entdeckt.

III. Begründung von Nsusüdwales als Strafcolonie.

England wußte indessen bald die neue, von den Holländern gemachte Entdeckungzu gebrauchen. Man bedurfte nämlich dringend eines Ortes zur Deportation vonVerbrechern, und warf für diesen Zweck seine Augen sofort auf den neuen Erdtheil.Denn England, so stolz auf seine Freiheit und seinen Nationalreichthum, ruht in sei-nen untern Bcvölkerungsschichten nicht eben auf einem soliden Grunde. Um dieÜberfüllung der Gefängnisse zu verhindern und den Abschaum der Bevölkerung eini-germaßen abzuschaufeln, wurde daher im Jnselreiche schon frühzeitig die Deportationeingeführt. Im Allgemeinen geschah dies bereits durch die 39. Acte der KöniginElisabeth, und Jakob l. führte sodann im Jahre 1619 die Deportation nach Ame-rika ein. Die Deporkirten wurden damals den Pflanzern als Sklaven verkauftoder, waren die Pflanzer besonders Begünstigte, geschenkt. Es bildete sich hierdurchin den britischen Colonien als Vorgängerin der Negersklaverei eine» Sklaverei vonWeißen, deren bösartige Spuren man bei näherer Berührung auch wol noch jetzt imamerikanischen Nationalcharakter erkennt. Während die Pflanzer immer dringender nachArbeitskräften verlangten, entwickelte sich so ein förmlicher Sklavenhandel, den dasMutterland mit den eigenen armen Landeskindern betrieb. Selbst Hofdamen, selbstein Penn scheuten sich nicht, an solchem Handel kheilzunehmen. Der Magistrat derStadt Bristol verkaufte eine Reihe von Jahren Sträflinge, die unter seiner Autoritätoft um geringfügiger Vergehen willen verurtheilt worden waren, nach Amerika undvertheilte den Gewinn unter seine Mitglieder. Es kam selbst zu offener Menschen-räuberei, indem man arme, »»befreundete Leute aufgriff und mit Gewalt entführte.Dem Unwesen wurde endlich durch Einschreiten des Parlaments einigermaßen gesteuert.Man übergab nun die Beförderung der Deporkirten regelmäßig bestellten Unterneh-mern ((lontrgotors), welche dieselben den Pflanzern für die Dauer der Strafzeitvermietheten, d. h. verkauften. An 2000 Sträflinge wurden jährlich auf diese Weisedeportirt und durchschnittlich zu 20 Pfund Sterling per Kopf verkauft, sodaß dieserSklavenhandel jährlich an 40000 Pfund Sterling eintrug.

Als infolge des amerikanischen Befreiungskriegs die Deportation nach Amerikaaufhören mußte, und man nicht wußte, wo man ferner die Sträflinge absetzensollte, wurde auf Antrag des Discount Sidney, des damaligen Colonialministers,beschlossen, an der soeben entdeckten Botanybai, über welche die Berichte sehr gün-stig lauteten, eine Strafcolonie anzulegen. Die Errichtung einer solchen Colonie anden Antipoden, in einem großen Lande, von dem kaum die Küsten bekannt, konnteals kühner Gedanke gelten. Allein gerade die unermeßliche Entfernung war einentschiedener Vortheil, indem sich die Verbannten verhindert sahen, nach Verlauf derStrafzeit zurückzukehren, und die Möglichkeit somit eintrat, die Strafanstalt zugleichzu einer Besserungsanstalt zu machen und den Sträfling zu einem Ansiedler imneuen Lande umzubilden. Daß die Colonie sich durch eigenen Betrieb werde er-halten können, galt dabei als Voraussetzung. So wurde denn das goldene KindAustralien unter dem Geklirre eiserner Ketten und mit der Brandmarke des Ver-brechers geboren. Die erste Flotte, bestehend aus 11 Schiffen, ging mit 565 männ-lichen und 192 weiblichen Sträflingen, im Ganzen mit 828 Personen, am 13. Mai1787 von England ab und kam im Januar 1788 in Botanybai an. Befehlshaberund Gouverneur war der Marinecapitän Arthur Phillip, der Sohn des Jakob Phil-lip aus Frankfurt am Main, eines in London ansässigen deutschen Sprachlehrers.

Botanybai erwies sich indessen sofort zur Niederlassung ungeeignet, da das dor-tige Land, das Sir Joseph Banks als eine Reihe lachender Wiesen beschrieben hatte,