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Zwöflter Band.
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Afrika.

vorhanden, trauen dürfen, Wasser-, körn- und weidereiche, ganz arkadische Landschaftenbilden. Die Tibbu wohnen theils in Hütten, theils in Hohlen zerstreut, ohne sichin Dorfschaften zu vereinigen. Die Uadi von Kisbie und Bilma, welche die süd-liche Ergänzung der fezzanischen Heerstraße nach Bornu bilden, sind die einzigen bis-her von Europäern besuchten Wohnsitze der Tibbu. Die Hamada von Murzuk fälltim Süden in dem Horniut-el-Uahr, einem dem Sndah im Norden ganz ähnlichen,kühn sich erhebenden, schwarzen Gebirge, in eine Sandwüste ab. Hieraus folgt dieUadi von Kisbie, der Sitz eines Tibbuhäuptlings und ein beliebter Sammelplatz derKafila, 24 Tage von Kaschna in Sudan entfernt. Im Süden von Kisbie befinden sichzahlreiche Tronaseen und meilenweite Felder von reiner, krystallisirter Trona, und dannweiter südlich hügeliges Land mit reichlichem Wasser, guter Weide und dichten Mi-mosenhainen. Endlich folgt die große und tiefe Uadi von Bilma. Die Stadt Bilma,mit niedrigen Erdmauern umgeben, ist der Sitz eines Häuptlings und besteht ausdürftigen Hütten. Haupterwerb gewährt den Bewohnern das Salz, welches in meh-ren im Süden der Stadt liegenden Sümpfen und Salzseen gewonnen wird, und dessenfeinste Sorte äußerst weiß und rein krystallisier ist. Die runden Salzkuchen von Bilma,grobe, braune Salzscheiben, sehr dick und 6 Zoll im Durchmesser, circuliren in ganzSudan und den Südsaharaländern als Geld. Der Salzhandel von Bilma ist ganzin den Händen der Kelowi oder Tuarik von Ahier, im Westen von Bilma, welchedas Salz nach Sudan verführen und gegen Getreide und sonstige Bedürfnisse umsetzen,was sie vortheilhafker finden als viel Ackerbau zu treiben, obgleich sie selbst ein frucht-bares Land besitzen. Die Tibbu sind blos auf die Bereitung des Salzes beschränktund erhalten dafür von den Tuarik hauptsächlich Hirse. Außerdem zahlen die Tuarikdem Sultan von Bilma eine Abgabe für jede Kameelladung Salz. Die Tibbu sindoffenbar die Libyer der Alten; denn d. i. ursprünglich Libu-e, ist wol nur eine

leichte Lautverschiebung von Tibbu°e. Auch beschränkt Ptolomäus, der unterrichtetsteder alten Geographen, die Wohnsitze der „eigentlichen" Libyer auf die der Tibbu, vonder Cyrenaika und Marmarika südwärts bis Sudan, mit Ausnahme der Uadi (Oasen)von Audschelah und Siwah, welche Tuarikcolonien waren und noch gegenwärtig sind.

Im Süden der Uadi Bilma liegt die große, längs der Südgrenze der Saharaeinen Damm bildende Hamada. Auf der bilmaer Route ist sie 13 Tagereisen vonNorden nach Süden breit und enthält große Strecken tiefen Sandes, aus welchemjedoch überall der nackte Sandstein in Gestalt schwarzer Klippen zutage ragt. Weiterwestlich auf der Route von Ahier ist die Hamada an vier bis acht Tagereisen breitund zeigt mehr nackte Steinflächen, besetzt mit vielen Sandhügeln, deren schräge Haldegegen den Wind (Ostnordost) gerichtet ist. Es finden sich viele flache Wasserbetten,da es mitunter heftige Regengüsse gibt. Wie beträchtlich hoch diese Hamada liegt,ersieht man aus der hier an der Grenze von Sudan herrschenden Winterkälte, dieso bedeutend, daß Einem im Januar die Finger steif werden und sich in den Wasser-schläuchen nächtlich Eis ansetzt. Mimosen sind häufig, aber verzwergt. Auch ist Wildbereits häufig, namentlich wilde Ochsen, Gazellen und Giraffen, welche letzter» hierihre Nordgrenze' haben. Ferner sind zahlreich: Strauße, riesige schwarze Geier undallerlei kleine Vogel, die weiter nördlich in der Sahara nicht vorkommen. Gibt es dochin der Sahara, Heuschrecken und Skorpionen ausgenommen, keine Insekten! Denn Ein-samkeit, lebenslose Einsamkeit, ist der Charakter der Saharawüste; der Wanderer findethier nichts, das sich lebend regt oder rührt — es ist Alles nacktes Mineral.

Eine genauere Erkundung der Sahara, namentlick der weiten Strecken östlichund westlich von der Fezzan - Sudaustraße, ist eines der dringendsten Bedürfnisse derWissenschaft. Die wichtigsten Nachrichten über die in dieser Straße begriffenenStrecken und die westlich angrenzenden Tuarikländer verdanken wir der seit 1850thätigen afrikanischen Expedition von Nichardson, Barth, Overwcg und Vogel. Ri-chardson hat bereits in den Jahren 1845 und 1846 eine Unkersuchungsreise von Tri-polis nach Shadamis, Ghat und Murzuk gemacht. Besonders aber hat sich Barchhohe Verdienste erworben durch seinen in den Jahren 1843, 1846 und 1847 ausge-