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Afrika.
erlustigen sich viel mit öffentlichen Tänzen, zu welchem Behufe die Burschen undMädchen sich zu regelmäßigen Körperschaften organisiren.
Die Bewohner der Ebenen sind ursprünglich nicht Fort, jedoch mit diesen wiemit den Arabern vermischt. Die nördlichen Gaue am östlichen Gebirgsfuße bewoh-nen die Saghauah und die Berti, die mittlern die Birguid und Tundschur und diesüdlichen die Dadscho „und Bidscho. Diese Völker sind in ihrem Charakter den Fel-lah oder Bauern in Ägypten sehr ähnlich: dieselbe Trägheit und Nachlässigkeit, der-selbe Schmuz, dieselbe Unterwürfigkeit gegen ihre Vorgesetzten bei Unterdrückung undZwangsarbeit jeder Art. Die Bewohner der Ebenen am Westfuße des Gebirgesgehören meist zu den Massalit, ausgezeichnet durch die Schönheit ihrer Frauen,und der wohlhabendste und zahlreichste Stamm, aber so feigherzig, daß die Fori siemit leichter Mühe in Unterjochung halten. Der Charakter der Fori im Allgemeinenist überhaupt wenig liebenswürdig: sie sind schmuzig, schmeichlerisch, eitel, rachsüchtig,habgierig, träge und langsam im Denken und Handeln.
Der Faschar oder die Haupt- und Residenzstadt von Darfur ist seit 1791Tendelti. Die Stadt liegt zerstreut auf einem weiten Gaus (Sandebene) in demKauthale, einem breiten Kessel in einem östlichen Ausläufer des nördlichen Marrah.Die Stadt wird von einem Bache durchstoßen, welcher unfern derselben in einenFluß fällt, der westlich durch das Marrah abfließt. Dieser Hauptort ist jedoch keinegroße Stadt; denn die Großen der Fori lieben es nicht, viel in der Residenz zu woh-nen, sondern ziehen vor im Freien den König im Kleinen zu spielen. Indessen haltensich im Orte gewöhnlich viele Kaufleute auf, die kommen und gehen und die Straßenbelebt machen. Der Wohnsitz des Sultans hat zwei Thore, das Thor der Männerund das der Frauen. Das erstere führt zum Ligdabeh, einem Gebäude ohne Wände,d. h. einer von hohen, starken Pfeilern getragenen Überdachung. In der Mitte stehthier eine Plateforme, welche an Staatstagen mit goldgestickten Teppichen behängenwird, während der Sultan in der Mitte derselben aus einem hohen Stuhle von Eben-holz sitzt, ihm zur Rechten die Ulemas, zur Linken die Scherifs und andere Würden-träger, jeder auf seinem bestimmten Platze, stehen. Zuweilen gibt der Sultan Audienzzu Pferde, wozu er Pferde hat, welche so dressirt sind, daß sie stundenlang in derselbenStellung verbleiben. Der Wohnsitz des Sultans besteht aus einer großen Anzahl vonGebäuden und nimmt eine Strecke von 600 Fuß in der Breite und Tiefe ein. Er liegtauf einer kleinen Erhöhung im Norden des Baches, und ist von einer aus drei Rei-hen Dornbüschen gebildeten, sehr dichten Hecke umzäunt, deren Zwischenräume mitBaumstämmen ausgefüllt sind, sodaß das Ganze eine starke Palissade von mehr alsMannshöhe bildet, welche sorgfältig in Ordnung gehalten wird. Innen in den Hö-fen befindet sich eine große Änzahl von Wachen und Amtshütten, und der Haremnimmt einen bedeutenden Theil des Ganzen ein. Eine große Anzahl von Sklavenist fortwährend damit beschäftigt, Hirse und Weizen zu mahlen. Viele Wohnsitzeder Veziere und anderer Großen zu Tendelti kommen an Ausdehnung dem des Sul-tans gleich. , Alle.Einwohner von Tendelti müssen immer an derselben Stelle woh-nen bleiben, und alles Umziehen ist durchaus verboten, wie auch im Felde immerjeder in derselben Richtung und Entfernung von dem Zelte des Sultans sein Lageraufzuschlagen hat. Zwei Tagereisen nördlich von Tendelti befindet sich Kobbah, dereinzige bisher von einem Europäer (Browne) besuchte Ort in Darfur. Derselbeliegt in 1-1° 11^ nördlicher Breite.
Die Hütten der Fori haben eine runde Zeltform und sind gewöhnlich aus Hir-senhalmen erbaut. In einigem Abstände von der Hütte ist rings eine Dornenheckegezogen. Die Reichen haben mehre Hütten in derselben Umfriedung. Oben amGiebel der Hütte ist ein Stock aufgesteckt, an dem Zierathen, etwa drei oder vierStraußeneier nebst einigen rothen Kugeln von Thon, angebracht sind. Die Hüttendes Sultans sind mit horizontalen Streifen von rothem und weißem Zeuge verziert.Der Harem des Sultans besteht aus Hsttten mit Lehmwänden und schönen Binsen-dächern. Die Kleidung in Darfur ist immer leicht, aber in Form und Farbe ver-