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Afrika.
diese Strecke enthält wenig Wasser. Der ungesundeste Theil ist der Said, am Ost-fuße des mittlern Marrah, wo die vielen Berggewässer keinen wettern Abfluß zu habenscheinen, sondern sich in Lachen und Sümpfen verstopfen. Auch erweisen sich fast allegroßem Ortschaften als ungesund. Es gibt jedoch keine epidemischen Krankheiten; diePest ist unbekannt. Viele Leute erreichen ein Alter von hundert und mehr Jahren.
Weizen wird nur im Gebirge erzeugt, in den Ebenen wird, wie in Sudanüberhaupt, hauptsächlich Hirse und Mais. gebaut. Das Feld wird während der Re-genzeit bestellt. Wo Wasser sich in.flachen Lachen sammelt, wächst Reis wild. Se-sam wird angebaut, aber nicht zur Ölbereitung, sondern als Getreide. Eine kleineWassermelone dient, getrocknet und in Wasser,getaucht, zur Bereitung von Scherbet.Zwiebeln, Lauch, Pfeffer, Gurken gedeihen in Überfluß, es gibt eine eigene Art vonBohnen. Bamieh wächst wild auf überschwemmt gewesenem Boden. Die Dattelist selten, statt derselben hat man hier den Thlileg (Tholukh), welcher ihr an Nütz-lichkeit fast gleichkommt. Der Baum gleicht an Gestalt der ägyptischen Sykamore.Die Blätter sind länglich und die Frucht hat einen bittersüßen Geschmack, einen be-sondern Geruch und wird auf verschiedene Weise zubereitet. Jeder sonstige Theildes Baumes wird benutzt: die jungen Blätter als Gewürz und zur Bereitung einerwirksamen Heilsalbe für Wunden; die grüne Frucht zur Bereitung einer vorzüglichenSeife; das Holz zu Fackeln, welche ohne Rauch brennen und zur gewöhnlichen Er-leuchtung dienen, sowie zu Anfertigung von Schreibtafeln, die besonders die Schul-kinder bei Erlernung des Schreibens benutzen; die Asche endlich dient zur Bereitungvon Kochsalz. Es gibt zwei Arten von Nebk, deren Früchte als Speise und medi-cinisch benutzt werden. Der Tabaldi ist ein großer Baum mit hohlem Stamm, indem sich das Regenwasser sammelt, und so den Reisenden oft als Wasserreservoirdient. Die Frucht dieses Baumes ist ein Mittel gegen Diarrhöe. Der Goddim hat«ine kleine vortreffliche Frucht. Die Gummiakazie ist häufig in sandigen Ebenen.Die mächtigen Äste des Hares gewähren Schatten für hundert Personen. Es gibtauch mancherlei Bauholzbäume. Der Otschen ist eine Staude, die eine Wolle er-zeugt, welche zu starken, wasserdichten, zum Nähen von Wasserschläuchen benutztenFäden und Stricken versponnen wird. Der Saft dieser Pflanze bewirkt das Ab-falle» der Haare an Thierfellen. Die Blätter des Schalob benehmen dem Mundeden Geruch von Wein, geistigen Getränken u. dergl. Der Dagarah liefert einwirksames Heilmittel gegen Augenentzündung. Es werden zwei Arten von Baum-wolle angebaut.
Alle Hausthiere dieser Gegenden sind zahlreich in Darfur. Die Pferde sindvow vorzüglicher Güte und Ausdauer. Von Wild sind Kaninchen, Hasen, Gazellen,wilde Ochsen, Füchse und der Tetal häufig. Der Tetal hat die Gestalt eines Och-sen, aber nur die Größe eines Kalbes, falbe Farbe und entweder vorwärts- oderrückwärksgebogene, in diese Richtung aber geradestehende Hörner. Im Gebirge gibtes mehre Arten von Affen. Außerdem sind Löwen, Hyänen, Elefanten, Rhino-ceros u. s. w. häufig, sowie viele Arten von Vögeln. Eine eigene Classe von Leuten,die Darmaudi, beschäftigt sich ausschließlich mit der Jagd.
Die eigentlichen Fori, auch Gandscharen genannt, bilden ein eigenthümlichesschwarzes Volk, aber nicht negerartig, indem das Haar lang, die Nase erhaben, dieLippen dünn, das Gesicht oval und von geistvollem Ausdruck ist. Sie reden aucheine eigenthümliche Sprache. Ihr eigentlicher Sitz ist das Marrah, von wo aus siesich mit Hülfe der Araber das umliegende Land unterworfen haben. Die jetzigenGebirgs-Fori sind ungemein roh, aber wohlhabend; denn sie besitzen zahlreiche Schaf-und Rindviehheerden, und betreiben ausgedehnten Garten-, Weizen- und sonstigen Ge-treidebau. Auf den^ hohen Kegelberge Marrah befindet sich ihr aus früherer Hei-denzeit verbliebenes Heiligthum, welches sie, obgleich sie den Islam angenommen ha-ben, den Mojcheen gleichachten. Ein Riesenbaum überschattet das Heiligthum. Sieglauben auch an Genien, welche für sie das Vieh, die Hütten u. s. w. bewachen. Siesind sehr der Trunkenheit ergeben und durchaus nicht gastfreundlich. Die jungen Leute