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Afrika.
An den sumpfigen Ufern des Sees ist der Büffel zahlreich, im See selbst das Fluß-pferd in Heerden vorn 20 — 30 Stück.
Der Haupterwerb der Bornuesen ist, wie im übrigen Sudan, der Sklavenhan-del, zu welchem Behufe sie sich eine Reihe von Negerländern reservirt haben, diesich zwischen ihrer Südgrenze und den Fellatah hinziehen und ausschließliche bornue-sische Jagdbezirke zu sein scheinen. Ein Sklavenknabe kostet in Bornu 5 Thaler,ein Mädchen 7 Thaler. Sklaven bilden die Hauptgussuhr, und die Einfuhr be-steht in Kattun, Burnussen, Zucker und Salz. Die Hauptstadt von Bornu, Kuka,liegt am Tschadsee in 12° 53' 14" nördlicher Breite und 13° 22' westlicher Länge,in einer Meereshöhe von 900 Fuß, und hat an 8000 Einwohner. Die bevölkertstenStädte sind Angornu und Dibua, beide am Tschad, mit je 30000 Einwohner.
Jene isolirten Negerländer an der Südgrenze von Bornu sind, von Westennach Osten gezählt, die Länder der Mesah, Baker, Marghi, Mandara, Loggeneh.Es sind meist Gebirgsländer, die Bornu bei weitem an Schönheit und Frucht-barkeit übertreffen. Merkwürdig ist besonders das Hochland im Südwesten vonBornu, ein Abläufer des Kowarahvchlandes. Das Centrum desselben bildet dasBasaltgebirge von Baber, mit hohen, vereinzelten, schroffen, schwarzen Gipfelnund reicher Vegetation an den Gehängen. Im Norden und Nordosten des Ba-salts liegt Granit und Quarz, im Nordwesten Kalkstein, während die beiden Flan-ken des Gebirges aus rothem Sandstein bestehen. Im Westen befindet sich dasTafelland von Dora, im Osten die Hügel der Marghi. Rother' und brauner Eisen-stein findet sich überall im Gebirge und wird vielfach abgebaut. Der ganze Ge-birgsbezirk ist ein höchst reizendes und fruchtbares Land. Die Regenzeit beginnteinen Monat früher als bei Kuka, nämlich Anfang April. Der Baumwuchsist großartig, Bäume riesigen Wuchses häufig. An den Gehängen und in denThälern findet ein ergiebiger Hirsebau statt und haben zahlreiche Heerden reichlicheWeide. Das Schaf ist ungemein zahlreich, Honig von vorzüglicher Güte. DieBaber und Marghi bildeten früher ein mächtiges Volk, das aber durch die Skla-venjagden gänzlich geschwächt ward: das Land liegt verödet und wird von Wäl-dern überzogen. Die Marghi, die immer noch 20000 Bewaffnete stellen können,sind kräftig gebaut, scbwarz oder kupferbraun und haben eine eigenthümliche Sprache.Sie wohnen familienweise in einer Gruppe von Hütten oder Dorfschaft zusammen.Außer einem Ledcrbande um die Hüften, elfenbeinernen Armringen und eisernenBeinlingen gehen sie nackt. Die Weiber durchbohren die Unterlippe, die Männerdas rechte Ohr; sonst haben sie keine Einschnitte im Gesicht. Ihren Gott Tambiverehren sie in heiligen Hainen, umgeben von Gräbern, welche ihnen zugleich imKriege zu Citadellen dienen, in die sie ihr Werthvollstes flüchten. Kobtschin ist derHauptort. Von dem vom Westen nach Osten ziehenden Baber-Marghigebirgesetzt der lange Gebirgszug von Mandara nach Süden ab und erreicht im kahlgipse-ligen Berge Mindif die größte Höhe. Die Mandara sind nicht Neger, sondern Äthio-pier. Die Männer haben hohe Stirnen und gebogene Nasen, die Weiber ebensozierliche wie üppige Formen und sind daher für den türkischen Markt sehr gesuchteSklavinnen. Von hier an ostwärts bildet Bornu mit den südlich liegenden Theilenvon Sudan eine ununterbrochene Ebene.
Loggeneh (Loggun) ist ein Marschland im Süden des Tschadsees an der Mün-dung des mächtigen Schari, des Hauptzuflusses des Sees, mit einer starken Bevöl-kerung, die gewerbsthäkig, aber sehr üppig lebt. Der Schari durchzieht die Ebenevon Sudan im Süden des Tschad von Südost her. Die Quelle ist noch unbekannt,muß aber hoch liegen, da die Strömung des Flusses durch diese flache Ebene be-trächtlich schnell, vier geographische Meilen die Stunde. Der Schari hat bereits imzehnten Breitengrade eine Breite von 2000 Fuß und eine Tiefe von 15 Fuß, aus-genommen die Sandbänke, wo das Wasser - nur 6 — 8 Fuß tief. Währendder Überschwemmungszeit erreichen seine Fluten eine Höhe von 30 Fuß, und derFluß ergießt dann nicht weniger als 140000 Kubikfuß Wasser in der Secunde in