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Zwöflter Band.
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Afrika. 167

den See. Der beträchtlichste Zufluß- des, Schari ist der Serbenel, der von Süd-südwest herfließt und an 10 Fuß Tiefe hat.,

Das Land im Westen des Schari und im Süden von Loggeneh ist das derMusgo (Musgu), worauf weiter südlich das der Tubori (Tufuri) folgt, zusam-men eine ununterbrochene Fortsetzung der Ebene von Bornu. Musgo zeigt sich alsfruchtbares, mit Mais u. s. w. angebautes und heerdenreiches Land. Die pracht-volle Ebene von Wulia (im 10.° nördlicher Breite) ist mit Hüttengruppen besetzt,voll von schönbestellten Feldern, Teichen, herrlichen Holzungen, wo die Giginjapalme,ein dem tropischen Afrika eigenthümlicher' Baum auftritt. In den nichtangebautenTheilen gibt es viel Wild und reißende Thiere. Außer dem Schari ist das Landin allen Richtungen von träge fließenden und stehenden Gewässern durchschnitten. Daes die.Wasserscheide zwischen dem System des Tschad und dem des Niger, demSchari und dem Binue. bildet, aber durchaus keine Erhöhung hat, so treten wahr-scheinlich während der Überschwemmung beide Systeme miteinander in Verbindung,sodaß man in flachen Böten vom Ocean bis Kuka gelangen könnte. Der nörd-,liehe Theil von Musgoland, Adischan, ist jetzt Bornu einverleibt; der südliche Theildieses zwischen Bagirmeh und dem Fellatah sich hinziehenden Landes gibt aber einenHauptjagdbezirk von Bornu ab, wo jährlich mehre Tausend Sklaven erbeutet werden.Die Einwohner scheinen den Marghi stammverwandt zü sein. Die Weiber entstel-len sich dadurch, daß sie ihre Unterlippe durchbohren und darin ein rundes, l'/r Zolllanges Stück Holz tragen.

Das Land der Tubori, im Süden von Musgoland, zwischen dem 9. und10. Breitengrade, zeigt sich dem Musgolande durchaus ähnlich, fruchtbar und wohlangebaut. Man geht hier durch viele stundenlange Hirsefelder. Auch wird Ta-back ausgedehnt angebaut, da Männer und Weiber dem Rauchen sehr ergeben sindund immer eine kurze, geschickt aus Stroh und Thon gefertigte Pfeife bei sich füh-ren. Fast in jeder Hütte findet sich ein Vorrath von 50 — 60 Pfund Taback. DasLand enthält ausgedehnte Waldungen, denen die Dalebpalme, ein schöner Baum,eigenthümlich, mit einer der Dumpalme ähnlichen, jedoch größer» Krone, glänzendgrünen Blättern, glattem Stamme und einer eiförmigen, tiefgelben, 8 — 9 Zolllangen, 6 — 7 Zoll dicken, 4 — 5 Pfund wiegenden Frucht, die an Geschmack undGeruch dem Pisang sehr ähnlich. Der Baum wird nicht über 40 Fuß hoch. Eineder merkwürdigsten Erscheinungen des Landes ist der, wahrscheinlich periodische Seeder Tubori, welcher sich vom 9. bis zum 10. Breitengrade unter 14° 35 ^ östlicherLänge an 80 geographische Meilen von Norden nach Süden erstreckt. Er liegt in

keilförmiger Gestalt, mit der Spitze nach oben und ist unten an vier Meilen breit,

mit vielen länglichen Inseln, bewohnt von Musgo und Tubori. Im Norden istder See nur 5 — 6 Fuß tief, im Süden am 20 Fuß. Eine Reihe niedriger Gra-nithügel läuft längs des Westufers des Sees.

Die Kleidung der Tubori ist, wie bei den Marghi, ein schmaler lederner Gür-tel, an welchen die Weiber hinten einen dichten Palmenzweig anhängen. Die Waf-fen der Männer bestehen nur in zugespitzten Stöcken und Keulen. Einige habenPferde, die aber sehr klein sind und ohne Sattel geritten werden. Wenn die Tuborizur Schlacht gehen, machen sie sich Einschnitte in die Beine, um sich mit demBlute an das Pferd anzuleimen. Ihre Hütten sind rund und bestehen aus einer

fünf Fuß hohen Lehmmauer mit gutem Strohdache. Vier bis fünf Hütten stehen

gewöhnlich beisammen in einem Hofe, umzäunt von einer Dornenhecke. Jeder Mannhat vier bis fünf Weiber und eine entsprechende Anzahl von Kindern. Wenn Le-bensmittel knapp, verkauft er die Kinder in die Sklaverei. Ihre Nahrung bestehthauptsächlich in Hirse und Fischen, die sie in den Gewässern ihres Landes reichlichsangen. Ihr Vieh schlachten sie nicht; sie essen nur Fleisch, wenn das Vieh einesnatürlichen Todes stirbt.

Dieser ganze mitten zwischen Bornu, den Fellatah und Bagirmeh verbliebeneStrich von Negern, dessen unteres Ende zwischen Bagirmeh und Fellatahland hin-