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Afrika.
Strömung, wie auch in den südlichen Nebenflüssen, durch die flache Ebene sehrreißend ist. Er soll im obern Laufe Goldsand führen, was auch der wahrscheinlichengeologischen Formation des Quelllandes nach anzunehmen sein dürfte. Die Anwohnerbefahren den Fluß in Kähnen, die aus einem einzigen ausgehöhlten Baumstamme,25 — 35 Fuß lang und 1'/- Fuß breit, bestehen.
Die Binueebene, d. h. das Land, soweit wir es kennen, ist eine unmittelbareFortsetzung der Ebene von Bornu und hat dieselbe niedrige Seehöhe (ungefähr900 Fuß). Die Ebene wird nur von vereinzelten, inselartig aus der Tiefe desfruchtbaren Bodens auftauchenden Granithöhen unterbrochen. Überall finden steh vor-treffliche Weiden mit zahlreichen Heerden und ausgedehnten Ackern. Hirse, Maisuyd Reis find die hauptsächlich angebauten Cerealien. In Kororofa, im Süden desuntern Binue, wird Salz, Blei, Antimon und Gold gewonnen. Zn Adamaua (wei-ter oberhalb) sind Elefanten noch häufig und Elfenbein steht daher in billigem Preise.Ein besonders werthvoller Ausfuhrartikel aber scheint das Palmöl werden zu wollen,welches von der Llosis (luinssnsis gewonnen wird. Die Luft ist im Vergleich zuBornu kühl und frisch, was wahrscheinlich von der großem Nähe des Hochlandesherrührt. Der Himmel ist öfters bewölkt, Gewitter häufig. Die Regenzeit dauertsieben Monate, weshalb die Hütten der Einwohner solider gebaut sind als im übri-gen Sudan. Die Bevölkerung ist dicht. Städte finden sich alle drei oder vier Stun-den, mit zwischenliegenden, ausschließlich von Sklaven bewohnten Dörfern.
Das bis zum Zusammenfluß des Binue mit der Kowara sich erstreckende Hoch-land ist eine von der Sahara ausgehende Sandsteintafel. Der Hauptanbau bestehthier in Mais, während man in den Thälern, die das Land durchschneiden und jährlicheine zeitlang überschwemmt sind, Baumwolle, Reis und Rogo, eine große, wohl-schmeckende Wurzel, zieht. Dumpalme, Kurno, Tamarinde, Gouda sind die häufig-sten Bäume. Das Hochland enthält die Hauptsitze des Fellatahreichs.
Der gegenwärtige Kaiser der Fellatah, Emir-el-Mumenin (Herr der Gläubigen)genannt, ist Aliju-Ben-Bello (Ali, der Sohn des Bello). Die einzelnen Provinzenwerden von Statthaltern (Sultanen) regiert. Folgende sind die wichtigsten Provin-zen: Sanfara, das frühere Dar-Mella (nach welchem auch jetzt wol noch das Fella-tahreich benannt wird), die nordwestlichste Provinz und der Stammsitz der Fellatah,welche das gegenwärtige Reich begründeten, grenzt im Norden an das noch unab-hängige Königreich Guber, bewohnt von einer Mischrace von Tuarik und Negern,und im Westen an das große Reich Gando. Die Provinz stellt 10000 Mann Rei-terei nebst entsprechendem Fußvolk. In dieser Provinz liegt Sakatu (Sokatu), dieHauptstadt des ganzen Reichs der Fellatah, in Quadratform gebaut, von einer Ring-mauer mit acht Thoren umgeben. Der Ort zählt 25000 Einwohner, die mancher-lei Fabrikate und Manufacturen, namentlich gute Arbeiten in Eisen, Leder und Geb-bvga (Kattun) liefern. Der Handel mit den Ländern des Mittelländischen Meeresliegt jetzt ganz in den Händen der Tuarik von Ahier nnd Ghat. Wurno, 15 Mei-len nordöstlich von Sakatu, ist die kaiserliche Residenzstadt und hat 15000 Einwoh-ner. Eine andere Provinz ist Aljori im Süden von Sanfara, mit der HauptstadtZaun. Die Provinz Nufi, im Süden von Aljori, an der untern Kowara, mit derHauptstadt Rabba, war früher ein berühmter Handelsstaat. Die Provinz Katscna(Kaschna) im Osten von Sanfara, hat eine Hauptstadt gleiches Namens, welchebeträchtlichen Handel treibt, namentlich in Baumwollzeugen und Leder. Die Pro-vinz Kano, mit, der Hauptstadt gleiches Namens im Süden von Katsena, gilt alsdie reichste und mächtigste Provinz im Reiche. Sie sendet 10000 Kauri auf denTag an den Kaiser und stellt 7000 Mann Reiterei nebst Fußvolk. Die StadtKano ist der Hauptmarkt, eine der ersten Fabrikstädte von ganz Sudan, liegt in ei-ner ausnehmend fruchtbaren und sorgsam angebauten, jedoch durch Sümpfe unge-sunden Gegend und zählt LOOOO Einwohner. Die Provinzen Katsena und Kanobildeten früher den Hauptbestandtheil des mächtigen und reichen Handelsstaats Haußa.Die Proyinz Segseg, mit der Hauptstadt Saria, liegt im Süden von Kano. Die