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Afrika/
Provinz Bautschi, mit der Hauptstadt Jakoba im Süden von Segseg, stellt dasbeste und zahlreichste Schühencorps. Die Provinz Hamaruwa, mit der Hauptstadtgleiches Namens, nimmt den größten Theil der Ebene im Norden des Binue wieauch ein Stück im Süden des Flusses ein. Die.Provinz Adamaua mmmt dasLand im Süden des Binue, namentlich an dessen obern Lause wie am Faro ein.Die Hauptstadt Zola erstreckt sich über einen Raum von 2'/-, Meilen von Osten naHWesten und von 1'/- Meilen von Norden nach Süden.
Das Land im Süden des Binue, Kororofa, das Land der Mitschi und Ak-poto, ist noch nicht von den Fellatah unterworfen und wird daher fortwährend vonden Angriffen und Sklavenjagden derselben verheert. Es sind dadurch ganze frucht-bare Landstriche in dieser Region entvölkert oder von fremden Völkerschaften wiedereingenommen worden. Die Fellatah brachten ihre Sklaven früher meist durch das.Jorubaland (im Westen des Nigers) nach der atlantischen Küste; setzt sind aber diemeisten Plätze an derselben für den Sklavenhandel völlig abgesperrt. Der größte Theilder Sklaven geht jedoch durch Vermittelung der Tuarik nordwärts an das Mittel-ländische Meer. Kororofa mit der Hauptstadt Uukari ist ein sehr fruchtbares, auchdurch feinen Mineralreichthum ausgezeichnetes Land, das frühere Uangara, das einsteine dichte, wohlhabende, in der Gesittung weit vorgeschrittene Bevölkerung hatte. InHamaruwa und Adamaua Hausen in den vereinzelten Gebirgsgegenden noch unab-hängige Negerstämme, höchst roh, verwildert und ärmlich, beide Geschlechter ganzunbekleidet.
Die Fellatah sind ein sehr ausgezeichneter Stamm der äthiopischen Race vonfeingeschnittener, belebter, europäischer Gesichtsform, glattem oder leicht gekräuseltemHaar und, wenn nicht selten von schwarzer, doch auch häufig von jener olivenar-tigen, hellbraunen oder ziegelrothen Hautfärbung, welche so lebhaft an die altenÄgypter erinnert und von den Letzter« aus Malereien sehr scharf sowvl der weißenwie der schwarzen Farbe der von ihnen bekriegten Völker gegenübergestellt wird , so-daß wir hier eine nahe Verwandtschaft der Fellatah mit jenen alten Urvatern derCultur vermuthen müssen. Doch war vielleicht jenes eigenthümliche Roth die ur-sprüngliche Farbe der gesammten äthiopischen Race, 'zu der wol ohne Frage die al-ten Ägypter gehörten, die auch häufig genug schwarz und selbst wollhaarig waren,und es könnte am Ende die bei den andern äthiopischen Völkern jetzt allgemeineschwarze Färbung nur eine Folge des Klimas sein, wie dies bei den, ursprüng-lich weißen wandernden Arabern der Fall ist. Von der hellen Farbe sollen dieFellatah oder Fulo auch ihren Namen haben, da tuio oder pulo soviel wie fahlheißen soll. Sie sollen in früherer Zeit aus ihren Stammsitzen im Hochlande Se-negambiens, wo sie auch jetzt noch zahlreiche Völkerschaften bilden, in das östlichereSudan eingewandert sein; doch scheint dies noch keineswegs ausgemacht. ' Jedenfallsaber findet man die Fellatah in allen Ländern Sudans zahlreich, namentlich auchin Uadai und Darfur, wo sie Fellani genannt werden und im ausschließlichen Besitzder Magie (der Arzneikunde und Naturwissenschaft) sind, ein Umstand, der ebenfallsstark an die Ägypter erinnert. Die Fellatah sind gewöhnlich gut, oft reich und ge-schmackvoll gekleidet. Die Häuser haben runde Form, sind geräumig und gut ge-baut und von großen Höfen umschlossen. Sklaven gelten als der Hauptreichthum;kein Fellatah -ist so arm, daß er nicht einige hätte, und die Anzahl der Sklaven,welche Vornehme halten, ist erstaunlich.
Die Bildung des großen Reichs der Fellatah erfolgte im Anfange dieses Jahr-hunderts durch eine bedeutende religiöse Reformbewegung. Dieselbe läßt sich in ih-rem eigenthümlichen Wesen, wie in mancher Beziehung die eigenthümliche Culturdes Sudan überhaupt, aus eine Reihe ursprünglich von den Berberstämmen der West-sahara ausgegangener Bewegungen zurückführen. Im 11. Jahrhundert vereinigtensich die Stämme der Senagah oder Berber der Westsahara zu der Religio'nssekteder Mvrabiten (Glaubenskämpfer), stürmten nach Norden, eroberten die fruchtbarenAtlasländer, wo sie 1073 Morokko gründeten, und traten dann als die Almora-