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Zwöflter Band.
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174 Afrika.

Jagd mit den Einwohnern und fühlte sich durch den Genuß der kühlen und frischenLuft sehr gestärkt. Er verließ Mariadi am 25. März, kam am 1. April in Sin-drr an, wo er Richardson's Tod erfuhr, verließ diesen Ort am 11. April und trafin Kuka am 7. Mai (1851) ein, wo er Barth, nun sein einiger Gefährte, gesundund munter fand.

Da es der Plan der Reisenden war, vom Tschad aus quer durch das unbe-kannte Afrika nach Mombas am Indischen Ocean zu reisen, so beschloß Barth vor-erst das auf dem Wege dahin belegene, bisher nur dem Namen nach bekannte Fel-latahsultanat'Adamaua, das ihm hoch gepriesen wurde, zu besuchen. Begleitet vonBillama, einen Kaschalla oder Haupkmann, der ihm, ganz gegen seinen Wunsch, vomScheikh von Born» officiell beigegeben wurde, und von Mallem Kalvri aus Jakoba,einem ehrwürdigen Alten,. der lange in Adamaua gewohnt, sonst viel gereist unddaher ein sehr nützlicher Gefährte war, brach er auf und kam zuerst durch dieweite Ebene von Bornu, wo, da es bereits nach der Ernte, die Felder ausgetrocknetund mit Unkraut überwachsen lagen. Er durchzog dann das schöne hügelige Landder Marghi, und zwar, da er von Bornu kam, nicht ohne Gefahr, während er aufder Rückreise mit Freundlichkeit behandelt wurde, hatte eine geraume Zeit das vonNorden nach Süden streichende Mandaragebirge im Gesichte und betrat Adamaua,angenehm von dem Grün der Gefilde, und der Frische der Luft überrascht. DieAdamauer, welche nie einen Weißen gesehen, empfingen Barth mit Ehrerbietung wieein höheres Wesen.

Ein sehr wichtiger Tag der afrikanischen Reise war für Barth der 18. Juni1851. An diesem Tage setzte er über den Fluß Binue, die obere Tschadda, wieschon wiederholt angedeutet wurde, beim Dorfe Taehze, 235 geographische Meilensüdlich von Kuka, 415 Meilen nordöstlich von der Mündung des Binue in die Ko-wara. Die Entdeckung dieses herrlichen Flusses und die damit erlangte Gewißheiteiner offenen Heerstraße in das Herz Afrikas ist von unabsehbarer Tragweite.

Barth zog vom Binue aus weiter durch die schöne, dicht bewohnte Ebeneund erreichte am 22. Juni Zola, die Hauptstadt und Residenz des statthaltendenSultans. Barth wurde auf das von ihm überbrachte Schreiben des Scheikh vonBornu zuvorkommend aufgenommen und im Hause eines Häuptlings beherbergt. Al-lein unglücklicherweise überbrachte auch Barth's Gefährte, der Kaschalla, ein Schrei-ben des Scheikh, in welchem das zwischen Bornu und Adamaua streitige Grenz-land zurückverlangt wurde.. Die Folge war, daß nach drei Tagen ein Brief vomSultan kam, in welchem Barth den Befehl zu sofortiger Rückkehr erhielt; jedochwurde ihm zugleich gerathen, daß er,- wenn er weiter in Adamaua verbleiben oderdahin zurückkehren wolle, von dem Großsultan in Sakatu Erlaubniß einzuholen habe.Barth verließ demzufolge Zola mit seinen Gefährten und wurde sicher zur Grenzezurückgeleitet. Er kam am 22. Juli wieder in Kuka an.

Overweg explorirte während der Abwesenheit seines Freundes den Tschadsee. A»diesem Behufe war ein nach Anweisung der Admiralität in Malta erbautes Boot,in vier Stücke zerlegt und von zwei starken Kameelen getragen, glücklich, obwol mitvieler Mühe, von Tripolis hierherbefordrrt worden. Es wurde nun von arabische»Aimmerleuten zusammengesetzt und „Lord Palmerston" getauft, .in Anerkennung dervon dem englischen Staatsmanne erhaltenen Unterstützung. In Maduari, im Ostenvon Kuka, dem Hafenorte von Bornu, lief es in Gegenwart einer großen Menge,die das fremde Schiff zu bewundern kam, vom Stapel. Zwei Bidduma (Einwoh-ner der Seeinseln) wurden als Bootsleute und Interpreten gemiethet; außerdem be-gleiteten Overweg sein Diener, ein tripolitanischer Bootsmann, und Fugo-Ali, einSugurtihäuvtling. Sie fuhren am 28. Juni ab, schifften sieben Stunden lang durchdie zwischen Werdern sich durchwindenden engen Kanäle und gelangten gegen Abendin das Jnkubul oder offene Wasser, wo sie das Boot an einem schwimmendenKlumpen von Erde und Binsen befestigten. Am 29. und 30. durchführen sie dasJnkubul und erreichten gegen Abend des letztem Tags die ersten Inseln dsr Bid-