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Zwöflter Band.
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Afrika.

2) Die Kalahari.

Die Kalahari liegt im Osten von Eroß-Namaqualand zwischen dem 19. und23. Breitengrade innerhalb des erwähnten Halbringgebirgszuges, welcher im Ostenaus dem Mandschi, Kamhanni, Langberg und Asbest, im Süden aus der Gariep-mauer, im Westen aus dem Großbukarosberg besteht. Die Kalahari ist eine, einigeHundert Fuß über die umliegenden Ebenen des Orangebeckens erhabene, welligeSandebene, eine, von den Anwohnern nur mit Schauder erwähnte, fast wafserloseWüste, der es aber keineswegs an Vegetation, an Wild und an Einwohnern fehltDas Innere der Kalahari besteht größtentheils aus einer zusammenhängenden, un-durchdringlichen Waldung, hauptsächlich aus Akazien. Die schöne, zu den Proteengehörige Magono und die zierliche Sophora mit fleischiger Frucht sind ebenfalls häufig.Hier finden sich die Riesenschlange, p^tllon dlstsli«, an 50 Fuß lang, und unge-heuer große Kröten. Man trifft Grabwasser, aber nur spärlich. Die Einwoh-ner stecken ein Rohr in den Sand, saugen das Wasser auf und leeren es in dieStraußeneierschalen, ihre Wasserbehälter. Der Reisende, der sich mit kleinen Hand-pumpen versieht, kann sich daher meist Wasser verschaffen. Es gibt jedoch sehrweite Strecken, wo durchaus kein Wasser vorkommt. Aber alsdann hilft wol dieWasserwurzel aus, eine kleine 3 — 4 Zoll hohe, schmalblätterige Pflanze, derenrübenartige Knollen, von der Größe eines Kinderkopfes, in schwammartigen Zelleneine Menge reines, kaltes Wasser enthalten. Die Wurzel ist zu jeder Jahreszeitüberall in der Kalahari vorhanden, svdaß die Einwohner, mit scharfzugespitzten Stöckenversehen — denn die Erde um die Wurzel ist von der Hitze hart gebacken —- sichjederzeit Lechzung verschaffen können. Auch die Kam ist häufig und sonstige Knollen-gewächse, wie auch viele Pflanzen mit dicken, saftigen Blättern. Die bittere Was-sermelone findet sich überall vor. Das sehr zahlreiche Wild -— Antilopen, auchElefanten — gräbt die Knollen auf und befindet sich in vortrefflichem Zustande.Das unter die Antilopen gerechnete Elenn strotzt von Fett in der trockensten Jahreszeit,wo alles Kraut so verdorrt, daß es in der Hand zu Pulver zerbröckelt. Die Ein-wohner, Buschmänner und Bakalahari oder Balala (d. h. arme Betschuana), sinddagegen erbarmenswerthe Wesen, Ihre kleinen, dünnen, gerippartigen Arme undBeine, der dicke, vorstehende Unterleib, die Gesichtszüge sprechen nur zu deutlichvon dem Mangel und der Mühseligkeit, in welcher sie ihr Leben hinbringen.

3) Das Buschniannland.

Buschmannland, im Osten von Klein-Namaqualand und im Süden der Ka-lahari und des Orange, ist eine wüste, weite Ebene. Der Seeregen von Klein-Namaqualand, des Stufenlandes, welches zu dieser Hochebene hinaufführt, fällt niein Buschmannland, dagegen treten während des Sommers heftige Gewitterregen ein,die sich jedoch in den Rinnsalen schnell verlausen. Sonstiges Gewässer gibt es indieser Wüste nicht; der Zak, der auf den Karten als ein großer Fluß angegeben,ist ein bloßes Rinnsal für die Gewitterregen. Der Name Buschmannland scheintunpassend; denn die Buschmänner sind in Südafrika überall verbreitet, wo das Landfür die übrigen Einwohner zu wüst erscheint.

4) Die Baalländer.

Die Vaalländer, der östliche Theil des Beckens im Norden des Orange, beste-hen größtentheils aus weidenreichen Prairien. In weitem Bogen durchzieht diesel-ben der Hauptzufluß des Orange, der Vaal, Likna oder Ky (Fahler)-Gariep, einschöner, tiefer, an 300 Fuß breiter, in stiller Glätte einherfließender Fluß, dessenwellenförmige Ufer, genau wie die des Orange, mit dichtem Gehölz besetzt sind.Der Vaal entspringt an der äußersten Nordostgrenze des Orangebeckens, am Fuße desden südlichen Aufstieg zum Limpopohochlande, der Nordgrenze des Beckens, bildendenTafellandes. Der beträchtlichste Zufluß des Vaal von Norden her, ist der Hart oderMalalarien, welcher in einem breiten, von Felsenhohen beschränkten Thale gerade von