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Zwöflter Band.
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Deutsche Literatur im Auslande.

umfänglich wie die Ostsee, Ukerewe oder das Binnenmeer von Uniamesi genannt, er-strecken. Denselben Nachrichten zufolge ragt im südlichen Theile zu sehr beträchtlicherHöhe die Berginsel Kavogo empor, und der südöstliche schmale Ausläufer ist der be-reits bekannte Njassa oder Njassi.

Diese Angaben stützen sich nun freilich nicht aus eigene Anschauung der Missio-nare, sondern auf Angaben der Eingeborenen, bedürfen also noch sehr der Bestäti-gung. Erhalten wir diese, so werden sich damit auch wol die fast einstimmigen An-gaben der Alten und der Araber über einen großen Binnensee, die dadurch vermit-telte Einheit des Nil, des Niger und des Zaire, welche danach alle nur Abflüssedieses Sees sein würden, und über ein hohes Gebirge unter dem Äquator (das Mond-gebirge), welches den See speist und umdämmt, bewahrheiten. Die Einheit des Ni-ger und Nil wird fast von allen Alten, auch schon von Herodot behauptet. Ebensodie Araber. „Der See Kuru", sagt Abulfeda, „ist 1000 Meilen lang, der Nil vonGhanah (d. i. der Niger, die Kowara) und der Nil von Ägypten entspringen ausdemselben." Jbu-Balutah sagt: „Von Mali (dem großen Mandengo oder „Man-dingo", Königreiche im Süden der Kowara) fließt der Fluß hinab nach Uufi (Nufi)und von da nach Nubien" — eine Angabe, die sich natürlich im Wesentlichen bestä-tigen würde, fände sich wirklich, daß der Binue und der Weiße Nil aus einem Seeentsprängen. Ferner erwähnt dieser Umstände der Spanier Hernandez da Enciso inder „Summa cks Ksograptiia" (1818) in folgender Weise: „Die Leute von Mani-congo (Congo) sagen, daß ihr Fluß (der Zaire) seine Quelle in dem Mondgebirgevon einem großen See habe, und daß aus demselben See ein anderer großer Fluß,welcher nach entgegengesetzter Richtung ziehe, entspringe, und daß dieser Fluß der Nilsei." Der portugiesische Geschichtschreiber de Barros aber sagt: „Der große See,von welchem Berichte sowol in Congo wie in Sofalah sprechen, ist 100 Leagues langund entsendet drei Flüsse, den Taeng, den Zaire und den Zambire." Der Taeng, setzter hinzu, sei der Nil des Ptolemäus. Lopez, der Congo bereiste, erklärt: „Zm ganzenLande ist nur ein See, welcher an den Grenzen von Angola und Monomotapa liegt."

Deutsche Literatur, Wissenschaft und Kunst im Auslande. *>

Einleitendes.

§)er Deutsche, so selbstbewußt und anspruchsvoll er auch nicht selten als Individuumdaheim auftritt, hat sich doch im allgemeinen Völkerverkehr daran gewöhnt, sehr be-scheiden zu sein und ziemlich gering von sich zu denken. Er scheint nur zu wissen,daß er das schwierige Problem gelöst hat, als ein großes Volk in politischer Hin-sicht doch nur eine untergeordnete, fast misachtete Rolle zu spielen, aber er scheintnicht zu wissen, daß er auch das nicht minder schwierige Problem gelöst hat, trotzdieser untergeordneten politischen Rolle alle bildungsfähigen Völker allmälig in den

*) Der Unterzeichnete, als Verfasser dieses Aufsatzes, darf wol kaum erst die Bemerkungvorausschicken, wie es keineswegs in seiner Absicht gelegen, das auf den Gegenstand bezüglichebibliographische Material seinem ganzen Umfange nach darzulegen. Abgesehen davon, daß dieAufzahlung und bibliographische Feststellung aller Übertragungen deutscher Werke in fremdeSprachen ein ziemlich problematisches Unternehmen sein würde, konnte es hier, in den Gren-zen einer Abhandlung, in der Hauptsache doch nur darauf ankommen, die Strömungen desdeutschen Geistes in den fremden Nationalitäten aufzuzeigen und durch näherliegende und aus-gemahlte Thatsachen zu charakterisiern. Bei dem Mangel allgemeiner und systematischer Vor-arbeiten war schon für diesen begrenzten Zweck die Herbeiziehung zahlreicher und verschieden-artiger literarischer Hülfsmittel crfoderlich. Hermann Marggraff,