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Deutsche Literatur im Auslande.
von A. Barngniel, und die Schrift: „Os I'MÜUSQLS äs llutlrsr sur l'säuoätioQ äupsupls", von A. Schoeffer (Paris 1855), beweist, während Audi» in seiner „lllstoirsäs lu vis, äss sorits st äs äoetrinss äs Llsrtüi llutüsr" etwas unkritisch und nichtganz redlich zuwerke geht. Auch ist der stille, aber dauernde Einfluß, welchen diein so großer Zahl in Paris ansässigen Deutschen ausüben, nicht gering anzuschla-gen; er ist vielleicht deshalb um so bedeutender, weil er gerade in Paris in möglichstbescheidener Form sein leises Werk bollbringt. Es liegt im deutschen Charakter, beialler Fähigkeit und Bereitwilligkeit sich zu assimiiiren, doch eine gewisse Zähigkeitund Unverwüstlichkeit, etwas keineswegs für den Augenblick Gewinnendes und Be-stechendes, was aber allmälig seine Umgebungen nach sich bestimmt oder doch wenig-stens färbt und modificirt.
Zn der Pyrenäischen Halbinsel.
Über die Pyrenäen hinaus, nach Spanien und Portugal, hat die deutsche Lite-ratur bisher nur Gelegenheitsbesuche gemacht, ohne in beiden Ländern Heimatsrecht zuerwerben. Von Goethe's „Werther" erschien in Paris eine gelungene spanische Über-setzung zugleich nstt einer gegenüberstehenden französischen (1804), dann aber aucheinzeln (1825), und in der Mitte der dreißiger Jahre kam sogar eine Bearbeitungdes Schiller'schen „Don Carlos" unter dem,Titel „kslips U" in Madrid zur Auf-führung, jedoch nach einer französischen Übersetzung der Schiller'schen Tragödie.Selbst Goethe's „Faust" ist, wie wir irgendwo erwähnt fanden, ins Spanische über-setzt worden, und zwar von einem Creolen in Havana. Auch den Arbeiten Bouter-wek's über spanische Literatur geschah die Auszeichnung, daß sie ins Spanische über-setzt wurden. Wol mögen noch sonst einzelne deutsche wissenschaftliche Werke oderDichtungen (von A.-v. Chamisso's „Schlemihl" wissen wir dies bestimmt) übertra-gen worden sein, ohne daß wir, bei den spärlichen literarischen Mittheilungen, dieuns von dorther kommen, in Deutschland Kunde davon erhalten hätten. Das Be-dürfniß, Bücher zu lesen und zu kaufen, ist in Spanien überhaupt gegenwärtig sogering, daß selbst die einheimische wissenschaftliche und dichterische Produckivn nurspärliche Lebenszeichen von sich gibt. Das so hochbegabte spanische Volk, durch einelange Reihe jammervoller Misregierungen herabgedrückt und in der Entwickelungseiner natürlichen Fähigkeiten gehemmt, steht in dieser Hinsicht unendlich tiefer alszur Zeit der Lope de Vega und Cervantes, Calderon und Moreto. Dieselbe Gesun-kenheit offenbart sich auf dem Gebieie der Kunst, und ein deutscher Maler, RafaelMengs war es, den Karl III. aus der Fremde herbeiziehen mußte, um die Ge-mächer der königlichen Residenz mit Fresken auszuschmücken. Dagegen hat sich auchin Spanien, wie in allen europäischen Ländern, die Journalistik und die politischeZeitungsliteratur ansehnlich gehoben. Aus diesem literarischen Forum sprechen sichDiejenigen aus, die überhaupt noch in Spanien sich für Kunst - und Literaturange-legenheiten interessiern, und so begegnet man denn auch wirklich in den Hauptorganender madrider Presse zuweilen Berufungen auf Goethe, Lessing und Schiller alsclassische Autoren, hier und da, wenn auch selten, sogar der Besprechung eines deut-schen Buches. In der „Ososta äs Llsäriä" z. B. wurde seiner Zeit Waagen's Werk:„Kunstwerke und Künstler in England und Paris", ausführlich besprochen. DieDeutschen haben übrigens, wie man von den meisten Reisenden hören kann, inSpanien nicht die Vorurtheile gegen sich wie Franzosen und Engländer. Die deut-schen Kaufleute, die sich in spanischen Städten ansässig gemacht, genießen eines vor-züglichen Rufes; daß die deutsche Nation eine gelehrte und gebildete sei, ist unterden bessern Classen in Spanien ebenfalls anerkannt, und wenn nur sonst liberaleRegierungsgrundsätze auf die Dauer Platzgreifen, wenn der römische Klerus, derfrüher im Bunde mit despotischen Herrschern jede freiere Regung, welche ein geisti-ges Band mit protestantischen Ländern abgeben konnte, aufs gewaltthätigste und grau-samste zu unterdrücken wußte, seinen bisherigen fast ausschließlichen Einfluß auf dasErziehungs- und Volksschulwesen verliert, dann wird auch Spanien bei Deutschland