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Deutsche Literatur im Auslande.
erschien eine neue Bearbeitung von Caj. Grassi zu Poschiavo in Begleitung einerApologie der Dichtung. Ein Advocat, Namens Antonio Simoni Sograsi, bearbtiteteden Roman für die Bühne unter dem Titel „Osrlotts s >Vsrter", wobei er sichfreilich mancherlei Freiheiten mit dem Originale herausnahm, die nicht wol poetischeFreiheiten zu nennen sind. Ob dies dieselbe dramatische Bearbeitung ist, deren Auffüh-rung Tieck im Jahre 1805 auf einem Volkstheater in der Arena von Verona mit ansah,wissen wir nicht zu sagen. Ugo Foscolo's berühmter Roman „Isoopo Ortis", der „italieni-sche Werther" genannt, gehört bekanntlich zu den besten Nachbildungen des deutschenRomans. „Hermann und Dorothea" wurde von S. Gaetano Barbieri in Mailandunter dem Titel „vorottma äs! 8>g. 6oA", dann von Jagemann (Halle 1804)in italienischen Versen, und der „Egmont" von N. Antinori übertragen, und Mitteder dreißiger Jahre erschien in Mailand ein „Nusso ckrsmstioo" unter Leitung vonGiacinto Battalia, welches unter Anderm auch eine recht wackere Bearbeitung des„Götz von Berlichingen" von Francesco Vergani und des „Faust" enthielt. Inneuerer Zeit brachte die „Ssrrsita utüoiais «li Verona" abermals, außer einer Übersetzungvon Lessing's „Emilia Gallotti", eine neue Übertragung des „Götz", und zwar son-derbarerweise in Versen. Im Jahre 1827 erschien in Lugano von dem berühmtenManzoni: „Interesse cii 6oetds"; auch wurden die „Wahlverwandtschaften" unter demTitel „I.s soelts ckei parsnti" und die „Jphigenie" in Verbindung mit Bürger's„Lenore" sehr gelungen von Frau Eduige de Battisti di Sän-Giorgio de' Scolariin Verona übertragen.
Größern Beifall noch als Goethe (wenn man den „Werther" ausnimmt) fandSchiller wegen seiner dem italienischen Charakter mehr entsprechenden pathetischenDichternatur, vielleicht auch weil seine Dramen an dem Ritter A. Maffei, der auchEinzelnes von Klopstock und Geßner übersetzte, einen Bearbeiter gefunden haben,welcher, soweit dies in einer fremden Sprache überhaupt immer nur möglich, dieEigenschaften und den Schwung des Originals in leichten,und melodischen Versenvortrefflich wiederzugeben wußte. Maffei's Bearbeitungen haben in Italien classischenRuf und werden als Bereicherungen der italienischen Literatur selbst betrachtet. Maffeiübertrug die „Maria Stuart", die „Jungfrau von Orleans", den „Wilhelm Test"und die „Braut von Messina". Von der letztem bestehen zwei Ausgaben, dieeine vom Jahre 1828 mit einer einleitenden Betrachtung über die deutsche Dra-matik von Franc. Ambrosoli, die andere mit der „Semele" ebenfalls zu Mai-land im Jahre 1837 unter dem Titel: „8smsls s Is 8pc>ss cki Asssins, trs-gellia." Den meisten Ruf hierunter haben die Übersetzung der „Maria Stuart",in deren Titelrolle noch jüngst Madame Ristori in Paris wghrhaften Enthusiasmuserregte, und die der „Braut von Messina". ' Von der „Maria Stuart" bestehtauch eine Bearbeitung aus der Feder der oben genannten Übersetzerin von Goethe's„Jphigenie" *), und von mehren Schiller'schen Tragödien eine von Pompejo Ferrarisunter dem Titel „Vestro soslto äi 8vtüIIer" (5 Bde., Mailand 1829), „Fiesco",„Don Carlos", „Maria Stuart", „Jungfrau von Orleans", „Braut von Messina"und „Wilhelm Teil" enthaltend. Das schon oben genannte „Llusso äramstivo"enthielt seinerzeit eine Bearbeitung des „Wallenstein", die jedoch ziemlich fabrik-mäßig angefertigt gewesen sein soll. Vielleicht ist es die, in welcher sich der Schau-spieler G. Modena als Wallenstein auszeichnete. Die Jugendproducte Schiller'sstoßen die Italiener durch ihre mancherlei Roheiten im Allgemeinen ab; doch ist
*) Man kann wol sagen, daß Schiller's „Maria Stuart" sich einer gewissen Popularitätin Italien erfreut. So wurde im Zahre 1855 eine Aufführung derselben im Leatro Balle zuVerona folgendermaßen angezeigt: „l.s subiiins trsgschs 6i k. LotuIIer: «1,g morts ckiUsria Ltusrcis o<in6ennsig etolts stKüs ck'.Mos Lolozms Llisabstts rsZins ck'IngHtsrra I»"Ob dies eine der oben genannten Übersetzungen oder eine dritte uns unbekannte war, wissenwir nicht zu sagen.
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