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Deutsche Literatur im Auslande.
indischer Gelehrten an deutsche Kenner der Hinduliteratur oder ihre Verleger. Sorichtete vor kurzem ein indischer Gelehrter an die F. Dümmler'sche Buchhandlungin Berlin eine Danksagung wegen Empfang eines Exemplars des weißen Vagurada-Cvmmentars, „gedruckt durch den trefflichen Gelehrten, den hcilbegabten Herrn Be-bara (Weber)".
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In den skandinavischen Ländern.
Unter den skandinavischen Ländern steht uns Dänemark in Bezug auf geisti-ges und literarisches Leben so nahe, daß es fast als eine literarische Provinz vonDeutschland anzusehen ist. Zeder Höhergebildete in den großem Städten undnamentlich in Kopenhagen selbst spricht oder versteht und liest wenigstens deutsch.Deutsche Gelehrte wurden, namentlich früher, häufig in den dänischen Staatsdienstberufen, in die Bureaus, aus die Kanzel, an die Lehrstühle; unter Struensee's Ver-waltung war in Kopenhagen das deutsche Element sogar das herrschende und bevor-zugte, rief aber nothwendig eine Reaction zu Gunsten des nationalen hervor. VonKopenhagen aus wurden sowol Klopstock als Schiller aufs großmüthigste unterstützt,und noch in jüngster Zeit haben Hebbel und der Dialektdichter Grothe sich einerähnlichen Gunst seitens des dänischen Hofes zu erfreuen gehabt. Auch in Däne-mark, das freilich schon früher in Holberg einen echt nationalen Dichter auszuweisenhatte, begann die Reaction gegen die Herrschaft des steifen französischen Geschmacksund die Wiedererstarkung des nationalen Elements mit der Einwirkung der zu selb-ständigem Leben wieder erwachten deutschen Literatur.' Klopstock ist hier in ersterReihe zu nennen. Er genoß in Kopenhagen eines fast Hähern Ansehens und Ein-flusses als in Deutschland selbst, wozu freilich die damals in der dänischen Haupt-stadt anwesenden und zum Theil einflußreiche Stellen bekleidenden Deutschen, wieCramer, der selbst Dichter war, und der Bischof Münter, dann noch vorzüglich derKritiker Johann Elias Schlegel wesentlich beitrugen. Letzterer hatte sich an die Spitzeder deutschen Partei gestellt, der sich auch mehre dänische Nationaldichter anschlössen.Die Sympathien für Klopstock wurden noch dadurch gefördert, daß dieser zuerst wie-der auf die Schätze der nordischen Mythologie hingewiesen hatte, und ohne Zweifelverdankt man es dieser Anregung, daß Johannes Ewald, einer der originellsten undgefeiertsten Dichter Dänemarks und Verehrer Klopstock's, altnordische Stoffe behan-delte, wodurch der Bruch mit dem altliterarischen Regime entschieden und der däni-schen Poesie der Weg, den sie zu nehmen hatte, vorgezeichnet war. Seitdem habendie vorzüglichsten Dichter und Dichterinnen Dänemarks: Öhlenschläger, FriedcrikeBrun, Hauch, Baggesen u. s. w., in beiden Sprachen geschrieben, ihre dänischenWerke selbst ins Deutsche übersetzt oder, wie Baggesen, der sich sogar an den innernliterarischen Streitigkeiten Deutschlands betheiligte, ihre Hauptwerke zuerst in deut-scher Sprache geschrieben. Öhlenschläger übersetzte Holberg's Lustspiele ins Deutscheund Goethe's „Götz von Berlichingen" ins Dänische und trug überhaupt, nament-lich durch seine Reisen in Deutschland und seine Bekanntschaft mit deutschen Nota-bilitäten, viel dazu bei, ein innigeres Wechselverhältniß zwischen beiden Literaturen her-zustellen. Bis auf die neueste Zeit herab haben es die Hauptrepräsentanten der däni-schen Literatur für ihre größte Ehre und ihren hauptsächlichsten Erfolg angesehen, auchin Deutschland gekannt und anerkannt zu sein. Vorzüglich ist hier noch auf JohannLudwig Heiberg hinzuweisen, der, ehe er als Dichter auftrat, in seinen philosophischenSchriften sich als Anhänger Hegel's bekundete und spater ironische Lustspiele in Tieck'-scher Weise dichtete. Obschon man annehmen kann, daß jeder höhergebildete Dänedeutsch liest und versteht, so ist doch Vieles aus der deutschen Literatur, besondersder Poetischen, ins Dänische übergegangen. In dieser Hinsicht war zu Anfang un-sers Jahrhunderts, in dem Zeiträume von 1799—1813, besonders K. L. Rahbeckthätig; er übersetzte Engel's „Lorenz Stark", Goethe's „Wilhelm Meister", Lessing's„Nathan der Weise" (von welcher Dichtung im Jahre 1846 eine neue dänische Bear-beitung erschien), Schiller's „Wilhelm Teil", „Maria Stuart" und „Die Jungfrau