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Zwöflter Band.
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Deutsche Literatur im Auslande.

Schriftsteller seien, denen er sein Bestes verdanke: Rousseau und Schiller, die ihnnamentlich in seiner Jugend begeistert hätten, und Shakspeare und Goethe, zu de-nen er sich mehr in seinen spätern Jahren hingezogen gefühlt habe. Vor allemhabe Goethe auf ihn einen unermeßlichen Einfluß ausgeübt, und mit Grund könneer sagen, daß er von keinem Menschen mehr gelernt'habe. -Geiser, der übrigens ge-gen die Excentricitäten der Phosphoristen Fronte machte und die sogenannte „gothi-sche" Richtung hervorrief, welcher auch der verstorbene berühmte Bildhauer Fogelbergangehörte, gab später ein Literaturblatt heraus, in welchem deutsche Werke häufigmit eingehender Liebe und Gründlichkeit besprochen wurden, und lieferte im „Blauen-Buche" unter Anderm Charakteristiken Goekhe's, Tieck's, Jean Paul's und andererdeutscher Dichter und Schriftsteller. Auch was der dramatische Dichter Bernhardvon Beskow in seinen „Vsnclringsmiiinöli", was der Arzt Magnus von Pontin inseinen „Bemerkungen über Natur, Kunst und Wissenschaft in Deutschland", wasendlich Fryxell als „Reiseerinnerungen über Deutschland" drucken ließen, zeugte vonliebevollem, verständigem und ernstem Eingehen auf das Wesen der Deutschen undverdiente in Deutschland größere Beachtung zu finden als so manche vornehme undflüchtige Bemerkungen englischer und französischer Modeschriftsteller über Deutsch-land, die sofort als Orakelsprüche mitgetheilt und übersetzt wurden. Die beliebtesteRomanschriftstellerin neuerer Zeit, Frcderike Bremer, hat ebenfalls nach eigenem Ge-ständniß ihre geistige Bildung namentlich aus deutschen Dichtungen geschöpft; beson-ders war Schiller's „Don Carlos" ihre Lieblingslectürc. Auch sind in ihrxn Romanenund vorzugsweise in ihren mehr reflectirenden Schriften deutsche Elemente unschwerzu erkennen. Von der modernen, mehr skeptischen und negirenden Richtung, welchedie Geister in Deutschland gegenwärtig beherrscht, fühlte sie sich abgestoßen, undgegen Strauß' theologische Ansichten nahm sie offen Partei. -Den soliden, an alterreligiöser Sitte hängenden Schweden sagt diese Richtung überhaupt nicht zu, undda außerdem der letzte Conflict Deutschlands mit Dänemark die mehr oder wenigerphantastischen, jedenfalls aber bestehenden panskandinavischen Sympathien verletzte,so scheint eine gewisse Erkaltung gegen Deutschland in Schweden eingetreten zusein, die aber ohne Zweifel nicht von langer Dauer sein wird.

In Niederland, Belgien und der Schweiz.

Weniger als in den skandinavischen Ländern ist in Holland die deutsche Lite-ratur als umgestaltendes Element durchgedrungen. Dem Holländer fehlt auf geistigemGebiete die rührige Natur des Deutschen. Er liebt die Ruhe, die feste Regel, dasStabile, und in keinem andern Lande hat daher der steife Alexandriner und diepoetische Regel Boileau's so lange die Herrschaft behauptet als in Holland. DieRomantik, die lyrische Gefühlsschwärmerei, das kosmopolitische Pathos und die Himmelund Erde aufrührende Philosophie der Deutschen liegen dem Holländer fast gänzlichfern. Was von Begeisterungsfähigkeit in ihm liegt, braucht sich in der sehr achtungs-vollen, aber jedenfalls einseitigen Form des Patriotismus auf, der doch gegenwärtigmehr nur von den Erinnerungen einer großen Vergangenheit als von den Zustän-den der Gegenwart leben kann. Dieser durchgehende Zug des Patriotismus verleihtjedoch der holländischen Poesie jedenfalls einen eigenthümlichen geschlossenen Charakter,dessen die deutsche nur zu sehr entbehrt. Unsere größten Dichter waren mit wenigenAusnahmen keine oder schlechte Patrioten, sie waren Priester der allgemeinen Huma-nität, die kein besonderes Geburtsland kennt; die namhaftern Dichter der Holländer:Hooft, Vondel, Feith, Spandaw, Tollens, Bilderdijk, Lennep, Helmers u. s. w.,waren aber vor allem Patrioten und Holländer, und wählten, sobald sie über dieGrenzen der Moraldidaktik Hinausgriffen, fast ohne Ausnahmen holländische Stoffezu den Gegenständen ihrer Dichtungen. Es geschieht dies vielleicht instinctmäßig indem richtigen Gefühl, daß eine kleine Nationalität, wenn sie sich nicht in eine grö-ßere benachbarte verlieren soll, darauf halten muß, auf ideellem Gebiete die Illusio-nen einer nationalen Grüße festzuhalten, sei auch diese selbst schon verschwunden-