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Deutsche Literatur im Auslande.
der unternehmendste und glücklichste Erforscher des Innern von Afrika, Vogel undAndere, bei ihren Unternehmungen bewiesen, steigerten die Achtung vor dem wissen-schaftlichen Eifer der Deutschen und hatten für mehre derselben die ehrenvollsten Aus-zeichnungen seitens der englischen Regierung wie wissenschaftlicher Vereine zur Folge.
Die deutsche Geschichtschreibung ist zwar im Allgemeinen kein gesuchter, aberdoch geachteter Artikel in England. Die deutschen Geschichtswerke sind den Britenwie den Franzosen bald zu doctrinär und kathedermäßig, bald zu roh und unverarbeitet,was das Material betrifft, obschon sie der Gelehrsamkeit und Gewissenhaftigkeit, wo-mit dieses Material zusammengestellt, wie der historischen Kritik, womit es gesichtetund beleuchtet zu sein pflegt, ihre Anerkennung nicht versagen. Eine besondere Vor-liebe dagegen zeigen die Engländer für Niebuhr, der unter ihnen eines noch größernund allgemeincrn Rufs sich erfreut als unter seinen Landsleuten. Seine Schriftensind alle, z. B. seine „Römische Geschichte" („ons ol tiis inost justlz? oolobrutsävvorirs ok our tjmss".nach der „Läinburgk rsvisvv") von Hare und Thirlwell,einige mehrfach übersetzt, und wurden wiederhast aufgelegt. Seine von SusannaWinkworth übersetzte und mit „sssa^s" über seinen Charakter und Einfluß ver-sehene Biographie, die unter Hern Titel „diisbullr's iiks auä leltses. VVitk ssisotionslroin lüs unnor vritings" in drei Bänden erschien, erlebte 1853 eine zweite Auf-lage. Dr. Arnold in Oxford widmete schon früher der „Römischen Geschichte" Nie-buhr's ein besonderes Werk, worin er einige Ansichten des deutschen Geschichtschrei-bers theils näher beleuchtete, theils aber auch zu berichtigen suchte. Einen bedeuten-den Ruf genießen auch Johannes von Müller und Heeren,, dessen „Geschichte derStaaten des Alterthums" sowol als seine „Ideen über Handel und Politik der AltenWelt" 1832 in Oxford übersetzt erschienen. Seine „Ideen" namentlich fanden inEngland wie in Frankreich große Beachtung und regten in beiden Ländern zu wei-ter» Forschungen aus dem von ihm gezeigten Wege lebhaft an. Auch von Rau-mer's Schriften sind mehre ins Englische übertragen worden; ferner Friedrich Förster's„Wallenstein" durch den Obersten Mitchell, N- Pauli's „Leben Alfred's des Großen"durch B. Thorpe, Schlosser's „Geschichte des 18. Jahrhunderts", Gervinus' „Ein-leitung in die Geschichte des 19. Jahrhunderts", und manche andere; von den inDeutschland erschienenen Memoiren diejenigen Müffling's und Görgei's. Was dievölkerrechtliche Doctrin anlangt, so verdient bemerkt zu werden, daß den autoritäts-gläubigen Engländern der alte Pufendors neben Dattel noch immer als eine Autoritätgilt, auf die sie sich in zweifelhaften Fällen zu berufen pflegen. Unter den deutschenTheologen und Kirchengeschichtschreibern wird Neander am meisten geschätzt; dieÜbersetzung seiner großen „Kirchengeschichte" wurde im Jahre 1853 mit dem achtenBande beschlossen. Überhaupt wird aus der deutschen theologischen Literatur viel insEnglische übersetzt, doch beschränkt sich diese Bevorzugung meist nur auf Werke derorthodoxen Theologie; vor dem deutschen Rationalismus und noch mehr vor derbiblischen Kritik nach dem Muster von Strauß bezeugen die englischen Theologen einenheiligen Abscheu, obschon eine Dame (wir wissen jedoch nicht, ob eine Engländerinoder Amerikanerin), Miß W. Evans, Strauß' „Leben Jesu" und sogar L. Feuerbach's„Wesen des Christenthums" unter dem Titel ,,1'ks osssnos ok okrjstianii^" über-setzte. Der londoner „Oitio" nahm freilich von dieser Übersetzung Anlaß, in Deutsch-land den eigentlichen Herd des „kontinentalen Atheismus" und des „philosophischenJesuitismus" zu erblicken; doch bleibt es immerhin beachtenswerth, daß Werke dieserArt ins Englische und zwar von einer Dame übersetzt werden konnten. Der bekanntel)r. Pusey schrieb sogar ein ganzes Werk über die deutsche Theologie; von welchemStandpunkt kann man sich denken; doch hat das Buch gerade dieses Standpunkteswegen sein eigenthümliches Interesse und ist theilweise nicht ohne treffende Wahrheitgeschrieben. Auch die hauptsächlichsten von F. Schlegel's geschichtlichen und' literar-geschichtlichen und Schleiermacher's religionsphilosophischen Schriften sind in das Eng-lische übergegangen.
Der dem Briten eigene praktische und reale Sinn, sein Autoritätsglaube, seine