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Brasilien und Südamerika.
Provinzialen selbst hielten es mit der gesetzliche» Ordnung. General Thomas Her-rera, dem das Recht zustand, in Verhinderung des Präsidenten — Melo hielt denPräsidenten Obando in einer ehrsamen Gefangenschaft zu Bogota — die Gewalt desGesetzes zu wahren, übernahm jetzt die executive Gewalt. Der ehemalige PräsidentMosquera, welcher von einem mehrjährigen Aufenthalte zu Neuyork, wo er, wiezu Panama, ein Handlungshaus begründet hatte, kurz vor dem Ausbruche desStaatsstreichs in sein Vaterland zurückgekehrt war, ward von Herrera zum Ober-haupte der Landwehr ernannt sowie zum Führer aller Derjenigen, welche zumSchutze der geschlichen Ordnung die Waffen ergreifen wollten. Zu gleicher Zeitberief Herrera den Landtag nach Jbagua zusammen, um die Maßregeln zu beschlie-ßen, welche unter den außerordentlichen Umständen nothwendig wären. Der Kampfbegann. Der Dictator Melo errang anfänglich einige Vortheile, verrieth aber baldseine. Schwäche gegen die vereinigten Kräfte des Landes. Dennoch zog sich der Bür-gerkrieg über ein halbes Jahr hin. Erst am 2. Dec. 1854 konnte General Mosqueraseinen Einzug in Bogota halten. Die hier versammelten Rebellen, mit Melo anihrer Spitze, schlugen sich mit dem Muthe der Verzweifelten. Drei Tage lang dauerteder Kampf in der Stadt, und Straße für Straße, Haus für Haus mußte mit denWaffen in der Hand genommen werden. Melo und die Seinigen ergaben sich end-lich am 4. Dec. 1854 und fanden ihre Bestrafung. Der Proceß gegen Melo dauertenahe ein Jahr. Es traf ihn nur die Strafe der Verbannung und er wählte sichNicaragua zum Aufenthalt. Auf seinem Wege dahin traf er im November 1855zu Panama ein. Da Herrera in der Schlacht von Bogota gefallen war, so er-ließ General Mosquera eine Proklamation, in welcher die ganze Geschichte des Auf-standes gegeben wird und die einen Blick gewährt in die Zustände und Erwartun-gen der zerrütteten Republik. Da dieses Document außerdem das bombastisch-spani-sche Wesen schlagend bezeichnet, so möge es hier mitgetheilt sein:
„Kameraden und Freunde! Ein glänzender Sieg der nördlichen und südlichenArmee gegen den Dictator machte am 4. Dec. 1854 dem Kriege ein Ende undvollbrachte die Wiederherstellung des Grundgesetzes in der ganzen Republik. Nunam Schlüsse der Operationen begrüße ich euch als Befreier und Vertheidiger derKonstitution vom 21. Mai 1853. Im Mai 1854 habt ihr die Provinzen längsder Küste und im Isthmus durch eure gebieterische Stellung gerettet; dem Schreider Revolution entgegen habt ihr ein Lebehoch dargebracht der nationalen Regierungund der Constitution. Als ich am 6. Juni von der ausübenden Gewalt beauftragtwurde, den Feldzug zu unternehmen, habt ihr in Baranquilla geschworen, die derVolksmajestät widerfahrenen Beleidigungen zu rächen. Euer Versprechen ist erfülltworden. Im Namen des freien Volks und der Armee gelobte ich den ersten Siegan demselben Tage zu erringen, wo unsere Vorhut den Feind erblicken würde. Dertapfere unerschrockene General Pakria erfüllte mit eurer Hülfe mein in Prenplonagegebenes Versprechen, indem 500 Mann 900 Rebellen besiegten. Ihr demüthigtetsie zu Cornal und Silos. Eine Handvoll tapferer Tundamas und Casarrarier,welche in Saliva Norhe nnd Turrja geschlagen wurden, erhielten ihre Freiheit wie-der durch die Anstrengungen und die Tapferkeit der Söhne des Nordens, der Erbendes Ruhmes von Boyaca, Vergas und Paya. In einem zehntägigen Feldzug, derbeschwerlicher war durch seine Plagen und Mühseligkeiten als durch die Anfoderun-gen an eure Tapferkeit, habt ihr in Palaquero und Cardual 1319 Anhänger desDictators vernichtet; auch nicht Einer der Feinde entwischte, um den Dictator vonihrem Wege und ihrer Niederlage in Kenntniß zu sehen. In 30 Tagen vermehrtesich unser kleines Heer von 1300 Mann auf 4000. Voll Selbstvertrauen und Stolzhatten die Truppen den 3. Dec. festgesetzt, die Hauptstadt der Republik zu betreten,und am 4. ist der Dictator mit vielen seiner Hauptleute zu euer» Füßen gelegen.Ihr wäret mild im Kampfe, obwol ihr sahet, wie euer Anführer, der berühmte Ge-neral Herrera und der bescheidene General Mendoza, den Tod für das Vaterlandstarben. Ihr trauert um den tapfern Oberstlieutenant Alrote, um den kühnen Haupt-